Vettels Funk-Frust: Von 2009 bis heute

Formel 1: Ferrari-Verträge in Monza

— 07.08.2017

Vettel pokert um Einjahresvertrag

Ferrari will Sebastian Vettel für mehrere Jahre an sich binden. Der Deutsche hingegen pokert um einen Einjahresvertrag für 2018.

Der zweite Ferrari- Doppelsieg 2017 kam für Sebastian Vettel (30) zum richtigen Zeitpunkt. „Wer als WM-Führender in die Sommerpause geht, hat einen psychologischen Vorteil“, weiß Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve (46). Aber nicht nur, dass Ferrari in Ungarn erstmals seit dem GP Monaco im Mai wieder schneller ist als Mercedes, die Scuderia präsentiert sich auch als perfektes Team.

Bei Ferrari ist klar, wer die Nummer eins im Team ist

In Ungarn schirmte Kimi Räikkönen (37) den durch ein schief stehendes Lenkrad beeinträchtigten Vettel gegen die heranstürmenden Silberpfeile ab. Das macht es für Ferrari-Chef Sergio Marchionne (65) fast unmöglich, den Finnen nicht für ein weiteres Jahr zu beschäftigen. Villeneuve sagt: „Ferrari muss mit beiden verlängern. Harmonie unter Teamkollegen bei einer klaren Rangordnung kann entscheidend sein im WM-Kampf. Mehr Loyalität zu seiner Nummer eins, als Räikkönen zeigt, geht nicht.

Auch der Druck des Präsidenten scheint für Ferrari kein Problem mehr zu sein. Das erste Mal in dieser Saison gewannen die Italiener ein Rennen, wenn der fordernde Oberboss vor Ort war. Der hat mittlerweile erkannt, wie wichtig Teamgeist ist – und deutet öffentlich eine Vertragsverlängerung mit Vettel an. „Ich habe das Gefühl, dass Sebastian bleiben will. Er redet ständig vom italienischen Essen und der italienischen Kultur. Er ist ja fast schon mehr Italiener als die meisten im Team.“ 

Allein: Nach ABMS-Informationen will der Deutsche zwar bleiben, zunächst aber nur für ein Jahr verlängern – um sich ab 2019, wenn auch Lewis Hamiltons Vertrag bei Mercedes ausläuft, alle Optionen zu sichern. Ferrari dagegen will einen langfristigen Kontrakt und hat Vettel einen Dreijahresvertrag mit 120 Millionen Euro Gehalt angeboten. Diesen hat der Ferrari-Pilot allerdings abgelehnt.

In der Sommerpause werden die letzten Gespräche stattfinden. Der Plan: Beim Ferrari-Heimrennen in Monza Anfang September soll es dann offiziell werden: Auch 2018 wird Ferrari mit Vettel und Räikkönen fahren. Beide bekommen - wenn Vettel sich durchsetzt – einen Einjahresvertrag.

Für Sky-Experte Marc Surer (65) macht alles andere auch keinen Sinn. „Sebastian und Kimi harmonieren perfekt miteinander", sagt er zu ABMS. "Ferrari hat die Lücke zu Mercedes geschlossen. Es wird in Zukunft immer Strecken wie Spa geben, die besser für Mercedes sind, und Kurse wie Singapur, die Ferrari in die Karten spielen. Das ist normal. Aber Ferrari ist auf Augenhöhe. Deshalb besteht für Vettel kein Anlass zu wechseln.“

So ähnlich sagt der Heppenheimer das auch selbst: „Wir haben das beste Auto, den besten Allrounder. Unsere Ingenieure haben sich ein paar Dinge getraut, die von anderen sogar kopiert wurden. Ja, wir haben auch Schwächen. Aber an denen arbeiten wir.“ In schnellen Kurven ist der Ferrari unschlagbar. Das macht sogar Hoffnung für eine Mercedes-Strecke wie Spa (27. August). 

Vettel stolz: „Der Schritt, den Ferrari seit 2016 gemacht hat, ist größer als bei jedem anderen Team. Darauf dürfen wir stolz sein.
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Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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