Testfahrten in Barcelona

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Formel 1: Ferrari weiter stark

— 10.03.2017

Räikkönen wird Winter-Weltmeister

Ferrari beendet auch den letzten Testtag des Winters an der Spitze. Die Roten gehen als Favorit nach Melbourne. Am Freitag war Red Bull erster Verfolger.

Hoffentlich ist es kein schlechtes Omen. Kimi Räikkönen hat die Vorsaisontests in Barcelona heute als Schnellster beendet. Das Problem: Im Vorjahr war das auch schon so. Ferrari Schnellster, Mercedes ohne ein wirkliches Ausrufezeichen. So ging die Formel 1 2016 ins erste Rennen. Nun also wieder. Allein: Ferrari scheint wirklich stärker als letztes Jahr. Räikkönen umrundete den Kurs in 1.18,634 Minuten – diesmal ohne zu lupfen, wie es Teamkollege Vettel gestern noch tat. Der Finne unterbot die Bestzeit des Deutschen damit um vier Zehntelsekunden. Nach tausenden Übungsrunden mit den neuen Autos stellt sich die Formel 1 auf einen Krimi beim ersten Grand Prix in Melbourne am 26. März ein.

Bottas war am Freitag schneller als Hamilton

„Ich denke, Ferrari, Mercedes und Red Bull sind eng beieinander, vielleicht innerhalb von zwei oder drei Zehnteln. Es ist doch toll, dass das Feld enger zusammen ist“, sagt Mercedes-F1-Aufsichtsrat Niki Lauda. Vor allem die von Sebastian Vettel angeführte Scuderia lieferte sich mit den Silberpfeilen auf dem Circuit de Catalunya ein Duell um die Bestzeiten, obwohl die Topteams bei den Probefahrten wie gewöhnlich ihre wahre Stärke zu verschleiern suchten.
Alle Zeiten und Kilometer: Die Zahlen zum Test

Ganz ohne Probleme lief der Testabschluss für Ferrari indes nicht. Räikkönen musste seine Rennsimulation nach 46 Runden beenden, als sein Ferrari aus unbekanntem Grund stehen blieb.

Die Tage von Barcelona weckten dennoch durchaus Zweifel daran, ob Mercedes seine Dominanz der vergangenen drei Jahre auch in den Neustart mit den schnelleren und schwerer beherrschbaren Autos retten kann. Auch heute kam das Team über die Plätze vier und fünf nicht hinaus. Die Benzinlast soll aber größer gewesen sein als bei Ferrari und Red Bull. „Wir sind definitiv nicht sicher, dass wir vorn sind. Wir dürfen die anderen nicht unterschätzen und werden zu diesem Zeitpunkt ganz sicher nicht sagen: Wir sind die Nummer eins“, räumte der Finne Valtteri Bottas ein, der bei Mercedes den zurückgetretenen Weltmeister Nico Rosberg ersetzt. Satte 1096 Runden konnten Hamilton und sein neuer Teamkollege an den insgesamt acht Tagen drehen.

Trotzdem: Niki Lauda übte ungewohnte Kritik: "Wir haben Updates gebracht, die nicht so perfekt funktioniert haben, wie wir es erwartet hatten", so der Österreicher zu RTL. Bottas ergänzt: "Wir hatten so viele unterschiedliche Upgrades. Manche haben überdurchschnittlich funktioniert, manche unterdurchschnittlich. Es gibt schon noch Sachen, die wir entschlüsseln müssen." Tiefstapelei oder Wahrheit?

Verstappen schaffte immerhin P2 für Red Bull

Auch wenn Red Bull in Barcelona nicht ganz an die Topzeiten von Mercedes und Ferrari herankam, wird im Fahrerlager damit gerechnet, dass diese drei Teams auch in der neuen Saison mit klarem Abstand vor dem Rest des Feldes liegen. Von bis zu 1,5 Sekunden Vorsprung pro Runde auf das enge Mittelfeld, das wohl von Williams angeführt wird, ist die Rede. So sicherte sich Max Verstappen denn auch den zweiten Platz des letzten Testtages. Während Räikkönen nach Informationen von ABMS mit 10 Kilo Sprit seine Bestzeit setzte, war Verstappen mit 40 Kilo unterwegs. Heißt: Beide Teams sind hochgerechnet tatsächlich annähernd auf Augenhöhe.

Ärger hat Red Bull noch mit dem Renault-Antrieb. Ein defekter Turbolader verbannte Verstappen lange Zeit in die Box. Und: Auch heut blieb der Toro Rosso-Renault zwischenzeitlich auf der Start-Ziel-Geraden stehen.
Gewinner und Verlierer: Die Tops und Flops der Testfahrten

Die größte Enttäuschung ist erneut das Traditionsteam McLaren-Hoda. Der völlig neue Honda-Motor erwies sich bei den Tests als zu schwach und wenig standfest. Erneut blieb Fernando Alonso am letzten Testtag zweimal stehen. Grund: Elektrikprobleme. Ihm droht schon jetzt ein weiteres Frustjahr.

Nico Hülkenberg erreichte in einer Qualifying-Simulation die sechstbeste Zeit. Sauber-Neuzugang Pascal Wehrlein sammelte wichtige Rennsimulations-Kilometer auf den Soft-Reifen, wurde deshalb aber auch nur Letzter. (bg/dpa)

Die Rundenzeiten im Überblick:

1. Räikkonen (Ferrari/supersoft) 1:18.634 Min.
2. Verstappen (Red Bull/supersoft) 1:19.438
3. Sainz (Toro Rosso/ultrasoft) 1:19.837
4. Bottas (Mercedes/supersoft) 1:19.845
5. Hamilton (Mercedes/ultrasoft) 1:19.850
6. Hülkenberg (Renault/ultrasoft) 1:19.885
7. Perez (Force India/ultrasoft) 1:20.116
8. Palmer (Renault/ultrasoft) 1:20.205
9. Stroll (Williams/soft) 1:20.335
10. Alonso (McLaren/ultrasoft) 1:21.389
11. Grosjean (Haas/ultrasoft) 1:21.389
12. Ericsson (Sauber/supersoft) 1:21.670
13. Wehrlein (Sauber/soft) 1:23.527

So lief der siebte Testtag:

Vielleicht wird der Kosename für Sebastian Vettels neuen Ferrari ja wieder ein bisschen verführerischer ausfallen. Derzeit schwärmt ja sogar die Konkurrenz vom SF70H. Am Donnerstag absolvierte Vettel auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona seine letzten Runden vor dem Beginn der neuen Formel-1-Saison und fuhr in 1:19,024 Minuten auf der weichsten Reifenmischung die absolute Bestzeit. Er blieb damit deutlich unter der bisherigen Topmarke von Mercedes-Neuzugang Valtteri Bottas. Auch Dreifach-Champion Lewis Hamilton kam an Vettels Zeit nicht ran. Dabei hätte der Deutsche noch schneller gekonnt. Aus der letzten Kurve beschleunigte er nicht voll. Gegnerische Teams hörten, wie Vettel lupfte. Bei Red Bull geht man von einer möglichen 1.18,7 Min aus. 
Hamilton gegen Bottas: Wer ist schneller?

„Diese Woche war sehr gut. Das Auto fühlt sich nach wie vor gut an“, berichtete Vettel, bevor er am Nachmittag noch einmal auf die Strecke ging und mit insgesamt 156 Runden zudem die meisten aller Piloten drehte. Selbst wenn das alles für die bevorstehenden 20 Rennen noch keine Erfolgsgarantie ist, hinterlässt der neue Ferrari einen zuverlässigen UND einen schnellen Eindruck.

Bottas war am Freitag schneller als Hamilton

 „Man kann fühlen, dass es ein Schritt vorwärts ist“, hatte Vettel schon nach seinen ersten Kilometern noch auf der hauseigenen Strecke in Fiorano gesagt. Es ist das 63. Formel-1-Modell, das Ferrari gebaut hat. Innovativ, aggressiv, vor allem die unter den Teams einzigartige Seitenkästen-Variante.

„Ich glaube, dass Ferrari blufft und sie sehr viel schneller sind, als sie es gerade zeigen. Sie sind sehr nah an uns dran", schiebt auch Lewis Hamilton Vettel die Favoritenrolle zu. "Es ist schwierig zu sagen, wer im Moment schneller ist. Aber sie sind sehr nah dran, wenn nicht sogar schneller." Hamiltons neuer Teamkollege Valtteri Bottas betont: „Ferrari sieht sehr stark aus, sie scheinen konstant und schnell zu sein.“ Vettel gab das Lob zurück: Umgekehrt sei es genauso. „Was Mercedes abgespielt hat hier, ist eindrucksvoll. Sie sind nach wie vor das Maß der Dinge.“ Vettel wird Recht haben. Die Mercedes-Ingenieure geben sich weiterhin extrem selbstbewusst. Intern heißt es, man traue dem Silberpfeil sogar zu, die 1.18er Marke zu knacken.

Auch der Red Bull-Renault ist besser als seine heutige Rundenzeit. Offenbar kämpfte das Team mit Set-up-Problemen. Daniel Ricciardo wurde deshalb nur Sechster – aber aus Red Bull-Kreisen ist zu hören, dass man sich fast auf Augenhöhe mit Mercedes glaubt. Konstante Longrun-Zeiten bestätigen das, zumal Red Bull traditionell mit viel Benzin an Bord schnelle Runden verschleiern will. Daniel Ricciardo verrät: "In Wahrheit sind wir näher dran und Melbourne wird in Sachen Motor und Aerodynamik sowieso eine ganz andere Geschichte."

McLaren erlebte erneut einen schwarzen Tag. Diesmal ging die Batterie kaputt, die McLaren selbst baut. Ausnahmsweise ist also mal nicht Honda Schuld. Immerhin: Stoffel Vandoorne wurde auf ultrasoft-Reifen Siebter. Wegen einer defekten MGU-K konnte Nico Hülkenberg seinen Kollegen Jolyon Palmer am Nachmittag nicht ersetzen. Bei Sauber war Wehrlein erneut schneller als Ericsson. Allerdings fuhren beide Piloten unterschiedliche Programme. Ericsson absolvierte eine Rennsimulation, Wehrlein simulierte schnelle Runden. "Alles in allem ein positiver Tag", resümierte Wehrlein. "Ich bin einfach happy, dass ich mich mehr und mehr ans Auto gewöhnen kann."

Williams zeigte sich heute unauffällig. Daran sieht man, wie viel ein voller Tank ausmachen kann. Felipe Massa und Lance Stroll belegten die letzten beiden Positionen.

Tagesklassement
1. Sebastian Vettel (Ferrari/ultrasoft) 1:19,024
2. Lewis Hamilton (Mercedes/ultrasoft) 1:19,352
3. Esteban Ocon (Force-India-Mercedes/ultrasoft) 1:20,161
4. Daniil Kvyat (Toro-Rosso-Renault/supersoft) 1:20,416
5. Kevin Magnussen (Haas-Ferrari/ultrasoft) 1:20,504
6. Daniel Ricciardo (Red-Bull-Renault/soft) 1:20,824
7. Stoffel Vandoorne (McLaren-Honda/ultrasoft) 1:21,348
8. Valtteri Bottas (Mercedes/soft) 1:21,819
9. Pascal Wehrlein (Sauber-Ferrari/ultrasoft) 1:22,347
10. Jolyon Palmer (Renault/soft) 1:22,418
11. Marcus Ericsson (Sauber-Ferrari/soft) 1:23,330
12. Felipe Massa (Williams-Mercedes/medium) 1:24,443
13. Lance Stroll (Williams-Mercedes/soft) 1:24,863

So lief der sechste Testtag

Mercedes-Neuzugang Valtteri Bottas hat am drittletzten Testtag der Formel 1 vor dem Saisonbeginn die schnellste Runde der bisherigen Probefahrten hingelegt. Der 27 Jahre alte Finne benötigte am Mittwoch 1:19,310 Minuten bei seinem besten Versuch auf dem Circuit de Catalunya. Es war zugleich ein neuer Rundenrekord auf dem Grand-Prix-Kurs vor den Toren Barcelonas.

Auf Platz zwei bestätigte Felipe Massa (35) seine starke Vorstellung vom Tag zuvor, als der brasilianische Williams-Pilot auf Rang eins gefahren war. Diesmal musste er sich Bottas um 0,110 Sekunden geschlagen geben. Der ehemalige Williams-Pilot ist bei den Silberpfeilen Nachfolger des zurückgetreten Weltmeisters Nico Rosberg. "Ich muss zugeben, dass ich mich heute nach den Änderungen viel besser im Auto gefühlt habe", erklärte Bottas. "Wir machen als Team definitiv gute Fortschritte und ich fühle mich mit jeder Ausfahrt wohler im Auto." 

Verstappen schaffte immerhin P2 für Red Bull

Bottas' aktueller Teamkollege Lewis Hamilton (32) kam auf den sechsten Platz. Der dreimalige Champion hatte am Nachmittag das Steuer des neuen Mercedes-Rennwagens übernommen - gemeinsam drehten die Silberpfeil-Piloten auch die meisten Umläufe des Tages. Dabei war von den Problemen am Vortag tatsächlich nichts mehr zu spüren. Am Dienstag hatten die Silberpfeile noch Abstimmungsprobleme, weil ein neuer Unterboden nach ABMS-Informationen falsch montiert worden war. Heute erwies sich der Mercedes wieder als stärkstes Auto im Feld – zumal auch der Motor in seiner ersten Ausbaustufe 2017 getestet wurde.

Bei Ferrari durfte den ganzen Tag Kimi Räikkönen (37) ran. Der finnische Teamkollege des viermaligen Weltmeisters Sebastian Vettel (29) landete auf dem dritten Platz - ehe er mit seinem Ferrari von der Strecke abkam.
Räikkönen fliegt ab: Ferrari trotz Crash Favorit?

Red Bull musste wegen einer defekten MGU-K dreieinhalb Stunden in der Box bleiben. Man wechselte gleich den ganzen Motor. Noch ist der Renault-Antrieb nicht wirklich standfest. Immerhin: Am Nachmittag fuhr Max Verstappen eine ganze Rennsimulation. Bis der RB13 fünf Runden vor Schluss stehen blieb. Schuld war offenbar wieder die MGU-K. Trotzdem belegte Verstappen am Ende Rang vier.
Alonso platzt der Kragen: McLaren-Star wettert gegen Honda

Nico Hülkenberg (29) wurde im Renault Siebter, Pascal Wehrlein (22) im Sauber Elfter. McLaren-Honda strampelt weiter. Fernando Alonso kam wegen eines Batteriewechsels nur auf 46 Runden. Die Teams dürfen an diesem Donnerstag und Freitag weitere Runden drehen. Dann ist die Testphase vorbei. Am 26. März beginnt die neue Saison mit dem Großen Preis von Australien in Melbourne. (ABMS/dpa)

Die Zeiten vom Mittwoch im Überblick:

1. Bottas (Mercedes/supersoft Reifen) 1:19.310 Min.
2. Massa (Williams/ultrasoft) 1:19.420
3. Raikkonen (Ferrari/soft) 1:20.406
4. Verstappen (Red Bull/soft) 1:20.432
5. Stroll (Williams/supersoft) 1:20.579
6. Hamilton (Mercedes/soft) 1:20.702
7. Hulkenberg (Renault/supersoft) 1:21.213
8. Perez (Force India/supersoft) 1:21.297
9. Sainz (Toro Rosso/soft) 1:21.872
10. Grosjean (Haas/ultrasoft) 1:21.887
11. Wehrlein (Sauber/soft) 1:23.000
12. Alonso (McLaren/soft) 1:23.041
13. Ericsson (Sauber/soft) 1:23.384
14. Palmer (Renault/supersoft) 1:26.462

So lief der Test am Montag:

Neuling Lance Stroll hatte Williams in der ersten Testwoche noch eingebremst. Doch sein erfahrener Teamkollege Felipe Williams hat sich zum Auftakt der Formel-1-Abschlusstests in Barcelona nun die erste Bestzeit gesichert. Der für diese Saison reaktivierte Brasilianer legte am Dienstag auf dem Circuit de Catalunya mit 1:19,726 Minuten die schnellste Runde hin – und schrammte damit nur um 21 Tausendstel an Valtteri Bottas' Bestzeit aus der Vorwoche vorbei. 

Massa absolvierte zusammen mit Ferrari-Star Sebastian Vettel mit jeweils 168 Runden die meisten Umläufe. Vettel, dessen roter Renner wie schon in Woche eins einen guten Eindruck macht, wurde hinter Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo Dritter vor Mercedes-Pilot Lewis Hamilton. Dabei testete Ferrari mit einem permanenten Lichtblitz an der Nasenseite. Damit wurden Kameras angeleuchtet, die Reifen- und Aufhängungsverformungen analysieren sollen. Der Brite brachte es wegen eines Unterbodenschadens an seinem Silberpfeil nur auf 49 Umläufe, ehe Bottas am Nachmittag das Steuer übernahm. Red Bull war erstmals mit riesigen Messgeräten am R13 unterwegs. Auch der Mercedes war mit neuen Teilen bestückt: Die offensichtlichsten Updates betrafen den Unterboden, die seitlichen Leitbleche, den oberen Teil der Seitenkästen, die Airbox-Finne und den Diffusor. 
Vettel geht ein Licht auf: Bilder zum Test

Felipe Massa fuhr heute die Bestzeit

"Mit Blick auf die absolvierten Runden und Kilometer liegen wir im Plan. Aber wir sind immer auf der Suche nach noch mehr Performance", verriet Lewis Hamilton. "Als wir vergangene Woche hier abgereist sind, sah es so aus, als ob Ferrari unser ärgster Gegner sein würde. Heute sah Red Bull schnell aus. Die nächsten Tage bis wir in Australien ankommen werden interessant sein. Das Feld wird eng zusammenliegen, das ist sicher." Daniel Ricciardo bestätigte Hamiltons Eindruck: "Es sieht schon ganz gut aus, aber ich habe das Gefühl, es steckt noch mehr in unserem Auto."

Seine ersten Runden mit dem neuen C36 konnte Sauber-Pilot Pascal Wehrlein drehen. Wegen einer Nackenverletzung war er für die ersten Probefahrten ausgefallen, nun absolvierte er 47 Umläufe. Dann übernahm sein schwedischer Teamkollege Marcus Ericsson. „Es ist toll wieder im Auto zu sitzen“, sagte der 22-jährige Deutsche. Schmerzen habe er keine gehabt. Nico Hülkenberg drehte die siebtschnellste Runde und brachte es auf 58 Umläufe. Sein Renault-Teamkollege Jolyon Palmer musste am Vormittag wegen eines drohenden Motorschadens sein Auto abstellen. Renault musste bereits dreimal den Motor tauschen.
Wehrlein fährt wieder: Schneller als der Teamkollege!

Auf einen reibungslosen Tag hoffte ach McLaren wieder einmal vergeblich. Das britische Team musste schon wieder den Motor wechseln – offiziell wegen Elektronikproblemen. Deshalb konnte Stoffel Vandoorne mehrere Stunden keine Ausfahrt unternehmen. Am Ende kam der Belgier auf 80 Runden. Das Klassement
1. Felipe Massa (Williams-Mercedes/supersoft) 1:19,726
2. Daniel Ricciardo (Red-Bull-Renault/ultrasoft) 1:19,900
3. Sebastian Vettel (Ferrari/soft) 1:19,906
4. Lewis Hamilton (Mercedes/soft) 1:20,456
5. Valtteri Bottas (Mercedes/soft) 1:20,924
6. Esteban Ocon (Force-India-Mercedes/supersoft) 1:21,347
7. Nico Hülkenberg (Renault/soft) 1:21,589
8. Kevin Magnussen (Haas-Ferrari/soft) 1:21,676
9. Daniil Kvyat (Toro-Rosso-Renault/soft) 1:21,743
10. Stoffel Vandoorne (McLaren-Honda/soft) 1:22,537
11. Pascal Wehrlein (Sauber-Ferrari/soft) 1:23,336
12. Marcus Ericsson (Sauber-Ferrari/soft) 1:23,630
13. Jolyon Palmer (Renault/soft) 1:24,790 

Die erste Testwoche in der Analyse

Das Wochenende wird für die Formel-1-Teams ausfallen. Statt in der spanischen Sonne zu relaxen, wird die Flut an Daten analysiert, die in der ersten Testwoche angefallen ist. Mit 13.830 Kilometern haben die zehn Rennställe und 21 Fahrer ein Mammutprogramm absolviert. Besonders testfleißig: Mercedes und Ferrari mit jeweils über 2000 Kilometern. Auf Rang drei folgt Sauber (1624) mit dem alten 2016er Ferrari-Motor.
Vettel tritt noch auf die Euphoriebremse: HIER

Bottas war am Freitag schneller als Hamilton

Überraschenderweise ist Sauber auch das Team, das trotz des älteren Aggregats mit mit 332 km/h die Topspeedtabelle anführt. Mit den breiteren Autos und Reifen, sowie dem Plus an aerodynamischen Abtrieb, steigt 2017 der Luftwiderstand der Autos. Obwohl die Zeit von Valtteri Bottas von 1:19,705 Minuten rund drei Sekunden schneller als die Pole-Zeit von Lewis Hamilton 2016 ist, sind die Autos auf der Geraden deshalb langsamer. Topspeed-Wert im Spanien-GP 2016: 346,3 km/h, aufgestellt von Felipe Massa im Williams-Mercedes.
Bottas mit Ansage: "Wir werde noch nachlegen"

Die Zeitenliste führen die Fahrer von Mercedes und Ferrari an. Dahinter platzierten sich Red Bull und Renault. Doch kaum ein Team ist wirklich auf Zeitenjagd gegangen. Das steht erst in der zweiten Testwoche an. Die beginnt am kommenden Dienstag in Barcelona. 

Das Wochen-Klassement
1. Valtteri Bottas (Mercedes/ultrasoft) 1:19,705
2. Sebastian Vettel (Ferrari/soft) 1:19,952
3. Kimi Räikkönen (Ferrari/soft) 1:20.960
4. Lewis Hamilton (Mercedes/supersoft) 1:20,983
5. Daniel Ricciardo (Red-Bull-Renault/supersoft) 1:21,153
6. Jolyon Palmer (Renault/soft) 1:21,396
7. Max Verstappen (Red-Bull-Renault/soft) 1:21,769
8. Nico Hülkenberg (Renault/soft) 1:21,791
9. Marcus Ericsson (Sauber-Ferrari/supersoft) 1:21,824
10. Felipe Massa (Williams-Mercedes/soft) 1:22,076
11. Romain Grosjean (Haas-Ferrari/supersoft) 1:22,118
12. Kevin Magnussen (Haas-Ferrari/supersoft) 1:22,204
13. Lance Stroll (Williams-Mercedes/soft) 1:22,351
14. Antonio Giovinazzi (Sauber-Ferrari/ultrasoft) 1:22,401
15. Esteban Ocon (Force-India-Mercedes/supersoft) 1:22,509
16. Sergio Pérez (Force-India-Mercedes/supersoft) 1:22,534
17. Stoffel Vandoorne (McLaren-Honda/ultrasoft) 1:22,576
18. Fernando Alonso (McLaren-Honda/ultrasoft) 1:22,598
19. Daniil Kvyat (Toro-Rosso-Ferrari/soft) 1:22,956
20. Carlos Sainz (Toro-Rosso-Ferrari/medium) 1:23,540
21. Alfonso Celis (Force-India-Mercedes/ultrasoft) 1:23,568

Kilometer-Tabelle Teams
1. Mercedes 2597
2. Ferrari 2178
3. Sauber-Ferrari 1624
4. Haas-Ferrari 1596
5. Red-Bull-Renault 1368
6. Renault 1363
7. Force-India-Mercedes 1294
8. Williams-Mercedes 991
9. McLaren-Honda 968
10. Toro-Rosso-Renault 851

Kilometer-Tabelle Fahrer
1. Valtteri Bottas 1508
2. Sebastian Vettel 1242
3. Lewis Hamilton 1089
4. Kimi Räikkönen 935
5. Marcus Ericsson 921
6. Max Verstappen 809
7. Romain Grosjean 809
8. Kevin Magnussen 786
9. Antonio Giovinazzi 702
10. Nico Hülkenberg 698

Die vier Testtage in der Zusammenfassung

Nach seinen 1242 Test-Kilometern traut Sebastian Vettel der zarten Ferrari-Hoffnung noch nicht. „Wir haben immer noch viele Dinge, bei denen wir uns verbessern müssen. Die Liste ist noch ziemlich lang“, sagte der 29-Jährige zu den Komplimenten für seinen neuen Dienstwagen bei den Formel-1-Auftakttests, die am Donnerstag in Barcelona zu Ende gingen. Der SF70-H erwies sich an den vier Probetagen auf dem Circuit de Catalunya als vorerst stärkster Gegner für den neuen Silberpfeil von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas.

Auch am Abschlusstag auf einer künstlich bewässerten Strecke zum Test der neuen Regenreifen machte der Ferrari eine gute Figur, war erneut schnell und zuverlässig. Vettels Teamgefährte Kimi Räikkönen fuhr wie am Dienstag die schnellste Runde des Tages. Am Montag und Mittwoch hatten sich Hamilton und Bottas im Mercedes die Bestzeiten gesichert, dabei aber Vettel jeweils nur hauchdünn distanziert. Räikkönens Bestzeit vom Donnerstag lag allerdings etwa eine Sekunde über Bottas' Wochenbestzeit vom Mittwoch.

Zudem wurde Hamilton am Donnerstag von einem elektronischen Defekt ausgebremst und verzichtete in Absprache mit dem Team auf weitere Runden. Auch Bottas musste am Nachmittag auf Anraten der Ingenieure ebenfalls vorzeitig Feierabend machen. An den ersten drei Tagen hatten sich die beiden Mercedes-Fahrer trotzdem als Kilometerfresser betätigt. Neuzugang Bottas, der das Cockpit des zurückgetretenen Weltmeisters Nico Rosberg übernahm, wusste seinen neuen Arbeitgeber dabei auf Anhieb zu überzeugen. „Er macht einen guten Job, hat sich toll ins Team eingefügt“, lobte Hamilton seinen neuen Kollegen. 

Zeigt Ferrari 2017 allen das Heck?

Der zweite Teil der Testfahrten in der kommenden Woche an gleicher Stelle muss nun zeigen, ob die Formel 1 zum Saisonstart am 26. März im australischen Melbourne tatsächlich auf ein enges Duell zwischen Mercedes und Ferrari zusteuert. Vorerst scheint die Scuderia die Regelformen genutzt zu haben, um den Rückstand auf das Weltmeister-Team zumindest spürbar zu verringern.

Red Bull, dessen RB13 erst kurz vor dem Test fertig wurde und zu Beginn technische Probleme insbesondere mit dem Renault-Antrieb hatte, scheint aufzuholen: „Ich habe ein positives Gefühl im Auto. Wir haben wichtige Kilometer zurückgelegt und Red Bull hat einen guten Job gemacht in dieser Woche. Es ist zu früh, um Vergleiche anzustellen. Die anderen fahren ihr Programm, wir unseres“, gab sich Max Verstappen gelassen. Größere Probleme hat das B-Team Toro Rosso. Auch heute konnte Daniil Kvyat nicht eine Runde beenden. Wie schon am Mittwoch streikte das Renault-Aggregat erneut.

Hinter den Top 3 formiert sich ein breites Mittelfeld, aus dem wohl auch Nico Hülkenberg nach seinem Wechsel zu Renault so schnell nicht herausfahren wird. Solide wirkt indes das Sauber-Team. Die Schweizer haben sich Tag für Tag gesteigert, mit Platz fünf setzte Wehrlein-Ersatz Antonio Giovinazzi ein Ausrufezeichen. Die größten Sorgen hat wie schon in den Vorjahren McLaren, weil der neue Honda-Motor abermals Schwächen hat. Dem einst titelverwöhnten Traditionsteam und Altmeister Fernando Alonso droht eine weitere Frustsaison. Auch heute fuhr Stoffel Vandoorne mit gedrosseltem Motor. (bg/dpa)

Die Testzeiten vom vierten Tag
1. Kimi Räikkönen (Ferrari/soft/93) 1:20,872
2. Max Verstappen (Red-Bull-Renault/soft/85) 1:21,769
3. Jolyon Palmer (Renault/soft/39) 1:21,778
4. Romain Grosjean (Haas-Ferrari/supersoft/118) 1:22,309
5. Antonio Giovinazzi (Sauber-Ferrari/ultrasoft/84) 1:22,401
6. Sergio Pérez (Force-India-Mercedes/supersoft/82) 1:22,534
7. Stoffel Vandoorne (McLaren-Honda/ultrasoft/67) 1:22,576
8. Valtteri Bottas (Williams-Mercedes/soft/68) 1:23,443
9. Nico Hülkenberg (Renault/soft/51) 1:24,974

So lief der dritte Testtag

Die Testfahrten vor der neuen Formel-1-Saison werden immer mehr zur Kraftprobe zwischen Mercedes und Ferrari. Der neue Silberpfeil-Pilot Valtteri Bottas (ultrasoft-Reifen) lag am Mittwoch bei der bislang schnellsten Runde nur 0,2 Sekunden vor Scuderia-Star Sebastian Vettel (soft-Reifen). Damit lagen die neuen Renner zum ersten Mal unter der 1:20er Marke. Noch schneller wurde der Circuit de Catalunya nur bei Testfahrten von Felipe Massa umrundet – im Jahr 2008 mit 1:18.339 Minuten. Pirelli rechnet am Ende der beiden Testwochen sogar mit 1:17er Zeiten. 

Bottas war am Freitag schneller als Hamilton

„Es gibt sicher Schlimmeres als einen Kampf Mercedes gegen Ferrari an der Spitze. Das wäre gut für den Sport“, sagte Weltmeister Nico Rosberg, der drei Monate nach seinem Rücktritt für einen Kurzbesuch an die Strecke gekommen war. Sein Nachfolger Bottas und der Brite Lewis Hamilton wechselten sich wie schon an den Vortagen im neuen Mercedes ab und spulten auch am dritten Tag gemeinsam die meisten Runden ab. Diesmal waren es 170, Hamilton schaffte erneut eine ganze Rennsimulation. Aber auch Vettel, der am Mittwoch bei Ferrari allein Dienst im Cockpit verrichtete, bewies mit 139 Runden erneut Durchhaltevermögen. Kurz vor Schluss blieb der SF70H jedoch auf der Zielgeraden liegen und musste in die Garage zurückgeschoben werden. Unter anderem haben die Italiener heute eine neue Heckflügel-Version getestet.

Noch nicht ganz überzeugen konnte Red Bull. Der Australier Daniel Ricciardo belegte mit 1,4 Sekunden Rückstand auf Bottas Rang drei. Zwischendurch kämpfte das ehemalige Weltmeister-Team mit einem gebrochenen Auspuff. Mit dem Renault-Triebwerk ist man noch immer nicht zufrieden. Im Toro Rosso hat der Franzosen-Motor seinen Geist heute sogar ganz aufgegeben. Immerhin: Der Werks-Renault absolvierte einen problemlosen Tag. Palmer und Hülkenberg reihten sich auf Rang vier und fünf ein. Palmer löste am Vormittag die erste rote Flagge aus, als er mit Aero-Gittern am Auto im Kies landete.

Zeigt Ferrari 2017 allen das Heck?

Mit den anspruchsvolleren Boliden hat in Barcelona vor allem Neuling Lance Stroll Probleme. Der 18 Jahre alte Williams-Pilot verlor wie schon am Dienstag erneut die Kontrolle über sein Auto, diesmal krachte er in die Streckenbegrenzung. Noch schlimmer die Lage bei McLaren-Honda: Weil die Ingenieure den Grund für den Motorschaden gestern noch nicht gefunden haben, konnte Fernando Alonso nie mit voller Leistung fahren. 

Bei Sauber konzentrierte man sich auf Longruns. Platz sechs von Marcus Ericsson war ein erstes Ausrufezeichen. Die zehn Formel-1-Teams testen noch bis Donnerstagabend in Barcelona. Morgen wird die Strecke für einen Regenreifen-Test unter Wasser gesetzt. In der kommenden Woche folgen vier weitere Übungstage an gleicher Stelle, ehe sich die Königsklasse auf den Weg zum ersten Grand Prix nach Australien macht. (bg/dpa)

Die Zeiten vom dritten Testtag:

1. Bottas (Mercedes/ultrasoft) 1:19.705 Min.
2. Vettel (Ferrari/soft) 1:19.952
3. Ricciardo (Red Bull/soft) 1:21.153
4. Palmer (Renault/soft) 1:21.396
5. Hulkenberg (Renault/soft) 1:21.791
6. Ericsson (Sauber/supersoft) 1:21.824
7. Grosjean (Haas/supersoft) 1:22.118
8. Hamilton (Mercedes/soft) 1:22.175
9. Stroll (Williams/soft) 1:22.351
10. Alonso (McLaren/soft) 1:22.598
11. Sainz (Toro Rosso/medium) 1:23.540
12. Celis (Force India/supersoft) 1:23.568
13. Kvyat (Toro Rosso/medium) 1:23.952

So lief der zweite Testtag am Dienstag:

Nach der Mercedes-Dominanz am ersten Formel-1-Testtag schlug Ferrari am Dienstag (28. Februar) zurück! Sebastian Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen hat mit seiner Bestzeit am zweiten Tag ein Warnsignal bei der Jagd auf Weltmeister Mercedes gesendet. Der Finne war am Dienstag in Barcelona auf Soft-Reifen 0,02 Sekunden schneller als Silberpfeil-Star Lewis Hamilton auf supersoft und zeigte mit 108 absolvierten Runden zudem, dass der neue SF70H zu Beginn der Probetage auch technisch zuverlässig ist. 
Das sagt Vettel-Boss Sergio Marchionne zur bisherigen Ferrari-Leistung: HIER

Größter Kilometerfresser war indes wie am Vortag der neue Mercedes, den Hamilton und Neuzugang Valtteri Bottas insgesamt 168 Mal um den Circuit de Catalunya jagten. Wie stark Mercedes schon jetzt ist, zeigt die Tatsache, dass Bottas am Nachmittag eine komplette Rennsimulation abspulte - inklusive eines kleinen Ausritts. Auch technisch gibt Mercedes Gas: Heute bestand der T-Flügel hinter der Airbox aus zwei Elementen (siehe Bildergalerie!).

Testfahrten in Barcelona

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"Ich bekam heute ein richtig gutes Gefühl für das Auto", zeigte sich Hamilton happy. "Ich glaube, dass uns einige Entwicklungsschritte gelungen sind. Meine beste Runde fühlte sich schnell und sauber an. Wir haben das Potential unseres Autos noch nicht ausgeschöpft, für diese Phase ist es aber eine gute Basis."

Auf Platz drei der Zeitentabelle ordnete sich Red-Bull-Pilot Max Verstappen ein. "Es ist zu früh, um Vergleiche anzustellen", wollte der Holländer indes keine Einschätzung der Kräfteverhältnisse abgeben. "Die anderen fahren ihr Programm, wir unseres. Da weißt du nicht, wo du stehst. Es geht für uns im Moment nicht darum, dass wir zeigen, wie schnell wir sein könnten. Es ist erst der zweite Tag. Viel wichtiger ist es, Kilometer abzuspulen. Erst in den nächsten Tagen sehen wir dann, wie schnell es geht."

Gleich mehrere Rennställe hatten am Dienstag indes technische Probleme und mussten einige Zwangspausen einlegen. So brachte es Renault-Pilot Jolyon Palmer, der neue Kollege von Nico Hülkenberg, am Vormittag nur auf eine Runde. Auch Antonio Giovinazzi, bei Sauber Ersatz für den verletzten Pascal Wehrlein, kam nach einem Turbo-Problem erst am Nachmittag richtig ins Rollen. McLaren kämpfte wie am Vortag mit Defekten.
Nur 58 Runden und zu wenig Power: Ratlosigkeit bei McLaren
Hülkenbergs erster Eindruck von den neuen Autos: HIER 

Ganz besonders ärgerlich verlief das Testdebüt von Williams-Neuling Lance Stroll. Der 18-Jährige verlor am Vormittag kurz die Kontrolle über sein Auto und beschädigte es dabei so stark, dass sein Team schon vor der Mittagspause Feierabend machen musste. Erst am Mittwoch sollen die benötigten Ersatzteile aus der Fabrik in Barcelona eintreffen. "Im zweiten Run hatte ich keinen Grip und einfach das Auto verloren", erklärte der Kanadier. "Ich habe mich gedreht und bin im Kies gelandet. Dabei wurde das Winglet am Frontflügel beschädigt. Wir haben nur einen. Das war etwas unglücklich, aber es ist wie es ist. Solche Sachen passieren bei Testfahrten.” (dpa/bg)

Das Ergebnis vom zweiten Testtag:

1. Kimi Räikkönen (Ferrari) 1:20.960 Min. - 106 Runden
2. Lewis Hamilton (Mercedes) 1:20.983 Min. - 66 Runde
3. Max Verstappen (Red Bull) 1:20.200 Min. - 89 Runden
4. Kevin Magnussen (Haas)   1:22.204 Min. - 118 Runden
5.  Esteban Ocon (Force India) 1:22.509 Min. - 86 Runden
6.  Daniil Kvyat (Toro Rosso)  1:22.956 Min. - 68 Runden
7.  Valtteri Bottas (Mercedes)  1:22.986 Min. - 101 Runden
8.  Jolyon Palmer (Renault)   1:24.139 Min. - 53 Runden
9.  Antonio Giovinazzi (Sauber)  1:24.617 Min. - 66 Runden
10. Stoffel Vandoorne (McLaren) 1:25.600 Min. - 40 Runden
11. Lance Stroll (Williams) 1:26.040 Min. - 12 Runden

So lief der erste Testtag am Montag:

Nach dem ersten Testtag ist es zwar noch früh Prognosen abzugeben, aber ein Trend zeichnet sich mit den Autos der 2017er Generation dennoch schon ab: Mercedes ist das Team, das es wieder zu schlagen gilt. Red Bull und Ferrari könnten die ernsthaftesten Herausforderer werden. Was bei Mercedes beeindruckte: Das Weltmeisterteam schaffte auf Anhieb ohne große Probleme 152 Runden. "Die sind so unheimlich gut sortiert," stellte Neu-Renault-Pilot Niko Hülkenberg fest, als er nach dem Testtag einen Blick auf das Rundentableau warf.

Dabei teilten sich die beiden Piloten Valtteri Bottas, der 79 Runden am Vormittag abspulte, und WM-Favorit Lewis Hamilton (73 am Nachmittag) die Arbeit. Bei Ferrari spulte Sebastian Vettel alleine 122 Runden ab, was ebenfalls auf einen von Anfang an problemlos laufenden Ferrari hindeutet. Red Bull konnte nach zwei Problemen am Vormittag (Sensor und Batterien) erst gegen 16 Uhr so richtig ins Testgeschehen eingreifen.

Dann aber zeigte Daniel Ricciardo das Potential des blauen Herausforderers. Mit 42 Runden fuhr der Australier die meisten Umläufe am Stück. "Langsam läuft es", stellte ein am Anfang noch beunruhigter Red-Bull-Chefberater Helmut Marko fest, "wir fuhren mit viel Sprit, aber wenig Leistung." Soll heißen: Ricciardo begann den Stint mit den bei Tests üblichen 80 Kilogramm Anfangsgewicht und Renault fuhr eine sehr konservative Software, die den Motor standfest aber noch nicht leistungsstark machte. Mit 1.22,926 min war Ricciardo am Ende Fünfter der Zeitenliste, aber das bereitete Marko noch kein Kopfzerbrechen: "Wir waren noch sehr weit vom Limit weg."

Interessant ist der Zeitenvergleich von Mercedes und Ferrari: Lewis Hamilton fuhr seine Bestzeit (1.21,765) mit den gelben Softs, Vettel seine 1.21,878 mit der härteren Mediummischung. "Sechs Zehntel sind die langsamer," vermutet Ex-Designer Gary Anderson den Unterschied der verschiedenen Pirelli-Mischungen in dieser Saison. Doch Hamilton fuhr die Zeit am Anfang eines längeren Stints am Nachmittag, mit geschätzten 60 Kilogramm an Bord. Vettel dagegen mit weniger Sprit an Bord – 30 Kilogramm werden vermutet. Zehn Kilo machen in Barcelona laut Anderson aber drei Zehntel aus. Nach dieser Rechnung wäre der Mercedes drei bis vier Zehntelsekunden schneller als der Ferrari.

Für Anderson wird der Kampf hinter den großen Drei in dieser Saison extrem spannend. Er vermutet im Moment Williams, Force India und Toro Rosso auf Augenhöhe, merkt aber auch an. "Die Autos stehen gerade von der Aerodynamik her erst total am Anfang. Bis zum ersten Rennen in Melbourne können sich die Kräfteverhältnisse wieder extrem schnell ändern."

Das bestätigt auch Nico Hülkenberg: "Es ist zu früh, schon etwas Konkretes sagen zu können. Der erste Tag ist eigentlich nur dafür da, das Auto zum Laufen zu bringen und es zu verstehen. Entwickelt wird erst danach richtig."

Deshalb lässt auch bei Sauber noch niemand den Kopf hängen. Am Nachmittag gab es Probleme mit den Bremsbelüftungen, deshalb kam Marcus Ericsson kaum zum Fahren. Die Sauber-Ingenieure werden nun neue Berechnungen vornehmen, um das Problem schon bis Dienstag zu lösen, wenn Wehrlein-Ersatz Antonio Giovanazzi das Auto vom Schweden übernehmen wird.

Ein großes Fragezeichen ist noch McLaren-Honda. Fernando Alonso machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl, dass er den neuen McLaren schon nach einer Runde mit einem Ölleck wieder parken musste. Nach der langwierigen Reparatur konnte der Spanier zwar insgesamt noch 29 Runden fahren, aber für ihn war es dennoch ein verschwendeter Tag. "Es ist schon bitter", resümierte der spanische Doppelweltmeister später, "wenn du dich den Winter über körperlich so gut vorbereitest und dann kaum zum Fahren kommst. Aussagekräftig jedenfalls waren diese Runden nicht!“

Die Rundenzeiten vom Montag im Überblick:

1. Lewis Hamilton (Mercedes) 1:21.765 Min - 73 Runden
2. Sebastian Vettel (Ferrari) 1:21.878 / +0.113 Sekunden - 128 R.
3. Felipe Massa (Williams) 1:22.076 / +0.311 Sek. - 103 R.
4. Kevin Magnussen (Haas) 1:22.894 / +1.129 Sek. - 51 R.
5. Daniel Ricciardo (Red Bull) 1:22.926 / +1.161 Sek. - 50 R.
6. Valtteri Bottas (Mercedes) 1:23.169 / +1.404 - 79 R.
7. Sergio Perez(Force India) 1:23.709 / +1.944 Sek. - 39 R.
8. Carlos Sainz (Toro Rosso) 1:24.494 / +2.729 Sek. - 51 R.
9. Nico Hulkenberg (Renault) 1:24.784 / +3.019 Sek. - 57 R.
10. Fernando Alonso (McLaren) 1:24.852 / +3.087 - 29 R.
11. Marcus Ericsson (Sauber) 1:26.841 / +5.076 - 72 R.

Autoren: dpa, ABMS

Fotos: Picture-Alliance

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