Vettels Funk-Frust: Von 2009 bis heute

Formel 1 - FIA untersucht Vettel-Gate

FIA-Untersuchung an Vettels Geburtstag

Ausgerechnet an seinem 30. Geburtstag wird der Automobilweltverband FIA Sebastian Vettels Rammstoß gegen Lewis Hamilton noch einmal untersuchen.
Droht Sebastian Vettel ein Punktabzug oder eine Rennsperre? Wie die FIA heute bestätigt hat, wird der Weltverband den "Vorfall in Baku, in dem Auto Nummer 5 (Vettel) mit Auto Nummer 44 (Hamilton) kollidiert ist, noch einmal untersuchen". Man wolle die "Gründe für den Vorfall beleuchten, um herauszufinden, ob weitere Aktionen nötig sind." 
Zu weiteren Details wollte sich ein Sprecher nicht äußern. Pikant: Die Untersuchung findet ausgerechnet am 3. Juli statt, dem Tag, an dem Sebastian Vettel 30 Jahre alt wird. Ein Statement zum Ausgang des Prozesses soll vor dem GP Österreich veröffentlicht werden. Gut möglich, dass der Fall vorm FIA-Sportgericht landet und dort neu bewertet wird. Das letzte Mal wurde Romain Grosjean 2012 nachträglich für ein Rennen gesperrt, nachdem er beim Start zum GP Belgien einen Massenunfall ausgelöst hat, der Fernando Alonso fast den Kopf gekostet hätte.
Hintergrund: Es ist nicht das erste Mal gewesen, dass sich Vettel mit anderen Fahrern und der Rennleitung anlegt. In Ungarn 2010 beschwerte er sich über eine Durchfahrtsstrafe und zeigte den Rennstewards den Vogel. Auch im letzten Jahr gingen die Emotionen mit dem viermaligen Weltmeister durch, als er beim Mexiko GP Max Verstappen und Rennleiter Charlie Whiting beleidigte. Beim Russland GP dieses Jahres zeigte er Williams-Pilot Felipe Massa den Mittelfinger.

Vettels Funk-Frust: Von 2009 bis heute

Zuletzt war Vettel  am Sonntag beim Grand Prix in Baku in der 19. Runde aus Wut über ein vermeintliches Bremsmanöver von Hamilton hinter dem Safety-Car absichtlich ans linke Vorderrad des Silberpfeil-Stars gefahren. Der viermalige Weltmeister wurde anschließend mit einer Zehn-Sekunden-Strafe belegt.
Trotz der Sanktion kam Vettel als Vierter vor Hamilton ins Ziel, weil der Brite wegen einer lockeren Nackenstütze einen Zusatzstopp einlegen musste. In der WM-Wertung hat der Deutsche nach dem achten Saisonlauf 14 Punkte Vorsprung auf seinen britischen Titelrivalen.
Für seine Rüpelattacke am Kaspischen Meer hatte Vettel zudem drei Strafpunkte im Sündenregister der FIA bekommen. Der Ferrari-Fahrer hat nun insgesamt neun auf seinem Konto. Erhöht sich diese Zahl auf zwölf, wird Vettel automatisch für ein Rennen gesperrt. Nach dem Grand Prix von Österreich am 9. Juli verjähren allerdings zwei seiner Strafpunkte aus der Vorsaison.
Vettels letzte Strafe stammt aus dem Oktober 2016 in Mexiko. Wegen eines verbotenen Bremsmanövers wurde der Heppenheimer von Platz drei auf Rang fünf zurückversetzt. Nach einem fragwürdigen Manöver von Max Verstappen beschimpfte Vettel jedoch via Boxenfunk sowohl den Red-Bull-Piloten als auch FIA-Rennleiter Charlie Whiting. Dies rief den Weltverband auf den Plan.
Die FIA ließ jedoch Milde walten. Vettel hatte sich nach seinem Ausraster entschuldigt und einsichtig gezeigt. Todt sah daher davon ab, die Causa vor das Sportgericht zu bringen. Zugleich kündigte die FIA jedoch an, künftig bei ähnlichen Fällen disziplinarische Maßnahmen zu ergreifen. Dieser Umstand könnte nun dazu beitragen, dass Vettel zum Rapport muss. (ABMS/dpa)

Autor: ABMS

Fotos: Picture-Alliance

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