Die besten Bilder aus Abu Dhabi

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Formel 1: Finale in Abu Dhabi 2016

— 27.11.2016

Rosberg ist Weltmeister!

Nico Rosberg ist Formel-1-Weltmeister 2016! Dem Deutschen reicht in einem spannenden Finale Platz zwei. Lewis Hamilton gewinnt, Sebastian Vettel Dritter.

Überwältigt von seinem ersten Titel-Glück herzte Nico Rosberg innig seine Frau Vivian, dann stemmte er übermütig Formel-1-Chef Bernie Ecclestone in die Höhe. In der funkelnden Wüsten-Dämmerung von Abu Dhabi hat Rosberg endlich sein Formel-1-Meisterstück vollbracht. Platz zwei beim Zitter-Finale hinter dem nun entthronten Titelverteidiger Lewis Hamilton genügte dem 31-Jährigen am Sonntag, um sich als dritter Deutscher nach Michael Schumacher und Sebastian Vettel zum Champion der Königsklasse zu krönen.
Alle Ergebnisse hier im Überblick: Hamilton holt Sieg, Rosberg den Titel

Erst blockte Hamilton Rosberg, dann aber gratulierte er

Zehneinhalb Jahre nach seinem Formel-1-Debüt und 34 Jahre nach dem Titelgewinn von Papa Keke holte sich Rosberg mit kalkuliertem Risiko und letztlich fünf Punkten Vorsprung den so lange ersehnten WM-Triumph. Im 206. Grand Prix seiner Karriere - so spät wie noch kein anderer Pilot in der Geschichte. „Ich bin sehr stolz, dass ich in die Fußstapfen meines Vaters treten konnte“, sagte Rosberg sichtlich gerührt, nachdem er zuvor eher gequält den geschlagenen Hamilton kurz umarmt hatte.

Es war nur ein winziger Schönheitsfleck, dass Hamilton das vierte Rennen hintereinander gewann und damit insgesamt mit zehn Siegen in dieser Saison sogar einen mehr feierte als Rosberg. Nie zuvor machte Rosberg ein zweiter Platz so glücklich wie diesmal. Vergessen waren für den 33. Weltmeister der Formel-1-Geschichte auch die zwei bitteren Niederlagen gegen Dauerrivale Hamilton in den Titelkämpfen 2014 und 2015.
Absichtlich langsam gefahren: Kritik an Hamiltons Bummelzug

Zwei Deutsche Champions: Vettel feiert mit Rosberg

Dritter in Abu Dhabi wurde Ferrari-Pilot Vettel, der am Ende den beiden Silberpfeilen noch gefährlich nah gekommen war - auch weil Hamilton gegen die Anweisungen der Teamspitze offenbar absichtlich langsamer fuhr, um den Verfolgern noch die Chance zu geben, Rosberg zu überholen. Nico Hülkenberg belegte im Force India Platz sieben. Manor-Pilot Pascal Wehrlein beendete sein Debütjahr auf Rang 14.

In einer wechselhaften Saison verhalf Rosberg sein Superstart mit vier Siegen in Serie und das erneute Formhoch nach der Sommerpause, als er vier von fünf Grand Prix gewann, letztlich zum Titel. Hamilton hatte zwar trotz vieler Rückschläge und Technik-Pannen nie aufgegeben, doch auch seine Siegesserie in den letzten Saisonrennen reichte nicht mehr zum Gewinn seiner vierten WM-Krone. Cool und geschickt verteidigte Rosberg in der Schlussphase des Jahres seinen stetig schmelzenden Vorsprung.

Applaus von den Reportern nach Rosbergs Triumph

Auch in Abu Dhabi ging Rosberg kein unnötiges Risiko. Zwölf Punkte Vorsprung hatte er mit in die Emirate gebracht. Er wusste, Platz drei würde ihm selbst bei einem Hamilton-Sieg genügen. In der Qualifikation war Rosberg einmal mehr ohne Chance gegen den Briten, mit Startplatz zwei aber war die Pflicht erfüllt. Als die Roten Ampeln dann erloschen, reihte sich Rosberg wie so oft in den gemeinsamen Mercedes-Jahren hinter Hamilton ein. Dass Red-Bull-Jüngling Max Verstappen sich nach einer Kollision mit dem Force India von Nico Hülkenberg drehte, sahen die führenden Mercedes-Piloten bestenfalls im Rückspiegel.

Spannend wurde es daher erst durch die Reifenwechsel. Rosberg musste wegen des ebenfalls in die Box kommenden Vettel kurz seine Abfahrt verzögern und kam deshalb als Dritter hinter Hamilton und Verstappen zurück auf die Strecke. Der Niederländer hatte sich nach seinem verpatzten Start nach vorn gekämpft, auch weil er mit seinem ersten Reifentausch viel länger wartete als seine Konkurrenten. Diese Situation konnte Rosberg gar nicht passen, zumal weitere Verfolger dicht hinter ihm lauerten. Nur ein Missgeschick - und der Titel wäre weg.
Vettel gratuliert Rosberg: Hamilton mit "schmutzigen Tricks"

Ziel: Hamilton gewinnt das Rennen, Rosberg den Titel

Rundenlang hing Rosberg hinter Verstappen fest. Im 20. Umlauf dann zeigte der Deutsche aber seine neue Härte und den Mut, der ihn in dieser Saison ausgezeichnet hatte. Mit einem weltmeisterlichen Manöver zwängte er sich im Kurvengeschlängel an Verstappen vorbei zurück auf den zweiten Platz.

Auch den Rest der Nervenprobe bestand Rosberg mit Bravour. Der zwischenzeitlich führende Vettel musste Platz eins bei seinem zweiten Boxenstopp wieder abgeben und kam trotz eines starken Endspurts nicht mehr an das Mercedes-Duo heran. Hamiltons taktische Manöver brachten letztlich nichts, auch wenn durch seine Bummelrunden die Spitze noch einmal ganz eng zusammenrückte. „Könnt Ihr nichts tun? Ich könnte viel schneller fahren“, funkte Rosberg an die Box. „Fahr schneller“, befahl Technikdirektor Paddy Lowe dem verbitterten Hamilton, der aber widersprach. Am Ende war es egal - Rosberg war am Ziel.

Rückblick: So lief der Samstag

Die Ausgangslage für das große Formel-1-Finale in Abu Dhabi steht fest: Nico Rosberg geht als Zweiter in das Rennen, an dessen Ende sein erster Titel in der Königsklasse stehen soll. Der deutsche Mercedes-Pilot erreichte damit am Samstag sein Minimalziel auf dem Yas Marina Circuit, auf dem sich WM-Rivalen Lewis Hamilton wie schon in den letzten Rennen die Pole sicherte - seine vierte in Folge, die zwölfte in diesem Jahr und die 61. in seiner Karriere.

"61! Wow, damit fehlt mir nur noch eine, um Ayrton (Senna; d. Red.) einzuholen", strahlte Hamilton und gab an: "Bisher war es ein tolles Wochenende." Der Plan des Briten für den letzten Grand Prix 2016 am Sonntag (14.00 Uhr MEZ/RTL und Sky) ist denkbar einfach: "Vorne bleiben." Doch selbst bei einem Sieg braucht Hamilton Schützenhilfe. Kommt Rivale Rosberg aufs Podium, ist der Deutsche Weltmeister. Mit Platz zwei erarbeitete sich der WM-Führende am Samstag schon einmal eine gute Ausgangslage.
Rosberg vor Titelgewinn: Wolff fordert Fairness von Hamilton

"Es hat leider nicht ganz gereicht, um Lewis zu knacken, obwohl ich alles versucht habe. Er hat einen tollen Job gemacht", sagte Rosberg, der 0,303 Sekunden hinter seinem Teamkollegen lag und darüber "nicht gerade begeistert" war. Denn: "Ich würde das Jahr sehr gerne mit einem Sieg beenden. Dabei hilft die Pole natürlich immer. Aber es gibt noch alle Möglichkeiten für morgen." Was dem Deutschen Zuversicht gibt: "Je länger das Qualifying ging, desto besser habe ich mich gefühlt. Auch die Balance im Auto war gut", sagte Rosberg.

Das Silberpfeil-Duell in der Wüste geht bis zum Ende

"Im letzten Run hat Nico im Mittelsektor einen Fehler gehabt. Ich schätze, er hätte sonst noch zwei Zehntel schneller sein können", meinte Mercedes-Sportchef Toto Wolff nach dem Zeittraining. "Lewis war hier zwar in einer eigenen Liga. Aber einen Fehler hätte auch er sich nicht erlauben dürfen", so der Österreicher. Landsmann Niki Lauda urteilte derweil mit Blick auf den Druck, der auf den Titelaspiranten lastet: "Das ist kein Problem. Die beiden machen das nicht zum ersten Mal." Allerdings warnte Lauda: "Es gibt noch genug Risiken. Wenn Mercedes irgendeinen Fehler bei der Strategie macht, werden die anderen da sein..."
Alternative Reifenstrategie: Funkt Red Bull Rosberg dazwischen?

In Sachen WM muss gerade Rosberg seine Augen deshalb wachsam nach hinten richten. Zwar hatte Daniel Ricciardo als Drittplatzierter schon über acht Zehntel Rückstand auf die Bestzeit und immer noch eine halbe Sekunde auf den Deutschen - aber: Red Bull setzt am Sonntag auf eine alternative Reifenstrategie. Sowohl Ricciardo, als auch Teamkollege Verstappen auf Startplatz sechs, fahren auf den superweichen Reifen los, die länger halten werden. Mercedes startet auf den ultraweichen Pneus, genauso wie die Ferraris von Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel, die sich auf den Rängen vier und fünf qualifizierten.

"Ich bin happy mit dem Resultat. Wir waren im Qualifying vielleicht bisschen zu aggressiv, aber alles in allem war das Auto viel besser als gestern", berichtete Vettel, der glaubt: "Wir hatten heute schon den Speed, um Red Bull zu schlagen. Am Ende hat es knapp nicht gereicht. Aber morgen strebe ich auf jeden Fall das Podium an." Ebenfalls positiv verlief der Tag für die beiden anderen Deutschen im Feld: Force-India-Pilot Nico Hülkenberg startet als Siebter. Pascal Wehrlein schaffte im Manor den Sprung in Q2 und darf von Position 16 aus losfahren.

Rückblick: So lief der Freitag

Nico Rosberg winkte noch kurz einem Fan, Lewis Hamilton marschierte direkt zur Teambesprechung: Der deutsche WM-Spitzenreiter hat sich in den ersten beiden Duellen vor dem Formel-1-Finale in Abu Dhabi seinem Rivalen geschlagen geben müssen. Nach der Bestzeit im ersten Freien Training fuhr Hamilton am Freitag auch in der Dämmerung auf dem erleuchteten Yas Marina Circuit die schnellste Runde. Rosberg lag vor seiner ersehnten Titelfahrt aber am Ende gerade mal 0,079 Sekunden hinter Hamilton, der im ersten Training noch 0,374 Sekunden Vorsprung hatte.

"Das war ein ordentlicher Start ins Wochenende, weil der Wagen im richtigen Bereich eine gute Balance hatte", sagte Rosberg. Es sei immer interessant, wie das Auto vom Übergang aus der Hitze in die Kühle reagiere. "Unser Wagen arbeitet aber unter beiden Bedingungen gut", analysierte der gebürtige Wiesbadener. Dennoch: Ganz reibungslos liefen die ersten Kilometer in der Wüste für beide Silberpfeil-Rivalen nicht. Rosberg verließ einmal die Strecke, Hamilton leistete sich sogar einen Dreher.

Noch deutlich schlimmer erwischte es Sebastian Vettel. Zwar konnte sich der Heppenheimer im Ferrari am Nachmittag hinter den Mercedes-Stars Rang drei sichern. Rund zehn Minuten vor Ende des ersten Arbeitstags blieb Vettel mit seinem Dienstwagen allerdings auf der Strecke liegen. "Ich denke, wir haben einen Defekt am Getriebe", funkte der viermalige Weltmeister an seine Box. Die Schalteinheit ist und bleibt die Achillesferse des Ferrari.

"Natürlich ist es nicht ideal. Ich hätte den Run gerne beendet, mehr Runden gedreht und einen Start geübt", sagte Vettel über seine Panne kurz vor Schluss, gab aber auch Entwarnung: "Ich glaube nicht, dass sie weiteren Einfluss auf unser Wochenende hat." Drei Getriebestrafen hat Vettel 2016 schon absitzen müssen. Eine vierte ist jedoch unwahrscheinlich, denn im Training setzen die Teams meistens alte Teile ein. Defekte können da natürlich gerade zum Jahresende hin auftreten.
Vettel glaubt an Besserung: Keine überzogenen Erwartungen

Hinzu kommt: Auch Vettels Ex-Team Red Bull hatte am Freitag im Wettstreit um den Status als erster Mercedes-Verfolger noch zu kämpfen. "Am Ende der Session hatten wir ein paar Probleme. Wir untersuchen noch, was da los war", sagte Max Verstappen und prophezeite: "Mit Ferrari wird es eng hier, sie sehen ziemlich stark aus." Vor allem die kühleren Temperaturen gegen Abend kamen der Scuderia entgegen. Auch Qualifying und Rennen steigen am Wochenende zu späterer Stunde.

"Vettel war sehr stark. Wir müssen die optimale Abstimmung finden, um morgen vor ihnen zu stehen", warnte daher Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko. Nur eine Tausendstel hinter Verstappen landete Daniel Ricciardo auf Rang fünf. Damit bleib der Australier zwar vor Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari. Doch die Abstände sind eng - auch, was die Longrun-Zeiten betrifft. "Im Renntrimm sieht es so aus, als ob Mercedes, Ferrari und wir näher zusammenrücken", meinte Marko.

Force-India-Mann Nico Hülkenberg wurde am Freitag Neunter, Manor-Fahrer Pascal Wehrlein belegte zum Auftakt die 17. Position.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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