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Formel 1: Force India unter Druck

— 30.09.2016

Perez, Wehrlein oder Hülkenberg?

Obwohl beide Fahrer Verträge haben, ist Force India die heißeste Adresse auf dem Fahrermarkt für 2017. AUTO BILD MOTORSPORT erklärt die Hintergründe.

Bei Force India regiert gerade das Chaos. Grund: Obwohl die Stammpiloten Sergio Perez (26) und Nico Hülkenberg (29) laut Teamauskunft gültige Verträge für 2017 besitzen, wurden bisher weder der Mexikaner noch der Deutsche bestätigt. Perez gießt zusätzlich Öl ins Feuer. Er setzt Force India unter Druck. "Ich will bei Force India bleiben", sagt er am Rande des Malaysia GP, "aber ob ich auch wirklich dort fahren werde, kann ich nicht sagen."

Geld regiert die Welt: Sponsor Carlos Slim Jr. mit Perez

Perez macht Ernst: "Ich habe auch andere Möglichkeiten. In einer Woche will ich Gewissheit haben." Unglaublich, aber war: Force India und Perez wollen weiter zusammenarbeiten, aber es liegt nicht mehr in ihrer Hand. Grund sind die komplizierten Verträge, die das Team des Inders Vijay Mallya mit Perez' Sponsoren aus Mexiko abgeschlossen hat.

Die Gruppe um Telefonmilliardär Carlos Slim und seine Firma Telmex bestimmt, wo Perez zu fahren hat und nicht mehr der Pilot selbst. So hat der Vertrag von Perez nur Gültigkeit, wenn die Sponsoren eine bestimmte Summe aufbringen. Tun sie das nicht, ist der Kontrakt aufgelöst. Die Mexikaner liebäugeln schon seit Wochen mit Renault. Im französischen Werksteam sehen sie ihren Schützling langfristig besser aufgehoben als beim Mercedes-Kunden Force India.
Mittlerweile bringt Perez sogar Haas-Ferrari ins Spiel. Bei den US-Amerikanern sieht der Mexikaner eine gute Chance, sich für ein Ferrari-Cockpit 2018 in Position zu bringen. Dagegen spricht: Mit Esteban Gutierrez müsste ein Telmex-geförderter Mexikaner gegen einen Telmex-geförderten Mexikaner getauscht werden.

Perez umarmt ein Teammitgleid - schon zum Abschied?

Force-Indias Verantwortlicher Bob Fearnley jedenfalls ist in der Zwickmühle. Das Team gerät immer mehr in finanziellen Schlingerkurs, seit Teambesitzer Vijay Mallya mit der Pleite seiner Fluggesellschaft Kingsfisher in die Mühlen der indischen Justiz geriet. Force India geht langsam das Geld aus, das Team braucht dringend Geldgeber. So sollen alleine die Schulden bei Motorenlieferant Mercedes im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Deshalb versucht Mercedes-Teamchef Toto Wolff Mercedes-Junior Pascal Wehrlein 2017 von Manor zu Force India zu transferieren. Als Gegenleistung würde Mercedes Force India ein Teil der Schulden erlassen. Der junge Deutsche soll dort dann den nächsten Entwicklungsschritt für ein zukünftiges Cockpit im Mercedes-Silberpfeil machen. Wehrlein weiß das. "Es liegt nicht an mir, wo ich nächstes Jahr fahren werde. Mercedes hat es in der Hand", sagt er zu ABMS. So viel ist so gut wie sicher: Sollte Perez wirklich gehen, wird Wehrlein zu Force India wechseln.

Nico Hülkenberg ist wenig begeistert von der Situation

Allein: Der Druck bei Force India ist mittlerweile so groß, das selbst Nico Hülkenbergs Zukunft dort nicht mehr sicher ist – trotz gültigen Vertrags. Grund: Hülkenberg, der von den Experten als einer der besten sechs Formel-1-Piloten gehandelt wird, bringt Force India kein Geld, sondern kostet nur. Der Emmericher verdient geschätzte drei Millionen Euro im Jahr. Deshalb gibt es hinter den Kulissen Gedankenspiele, ihn an Renault zu verkaufen – oder ebenfalls zu Haas abzuschieben.

Fakt ist: Renault sucht dringend Weltklassepiloten wie Hülkenberg oder eben Perez. Ihren aktuellen Fahrern Kevin Magnussen und Jolyon Palmer traut man in der Firmenzentrale in Paris nicht zu, das Team kontinuierlich zu verbessern. Hülkenberg wirkt überrascht, wenn man ihn darauf anspricht. "Ich weiß nur, dass ich einen Vertrag bei Force India habe. Ich werde keinem den Gefallen tun, das Team freiwillig zu verlassen", äußert er sich bei ABMS.

Auch Wehrlein klopft bei Force India weiter an der Tür

Entscheiden wird am Ende bei Force India die finanzielle Situation über die Fahrerbesetzung. Es ist kaum vorstellbar, dass sie sich noch lange Perez und Hülkenberg leisten können. Wehrlein und Hülkenberg bei Force India und Perez und der Franzose Esteban Ocon (20) bei Renault sind eine mögliche Variante.

Der Mercedes-Junior, der nach der Sommerpause von der DTM als Teamkollege von Wehrlein zu Manor wechselte, gilt als gesetzt bei den Franzosen. Ocon wurde schon am Anfang der Saison von Mercedes an Renault ausgeliehen, um Tests zu fahren. Sollte Perez doch bleiben, könnte Hülkenberg stattdessen zu Renault wechseln und an der Seite Ocons fahren. Und Perez wäre Teamkollege von Wehrlein bei Force India. Fest steht: Das Kuddelmuddel bei Force India soll in den nächsten 14 Tagen gelöst sein.

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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