Die besten Bilder aus Baku

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Formel 1: Freud und Leid bei Mercedes

— 18.06.2016

Hamiltons Suche nach dem Rhythmus

Während Lewis Hamilton im Qualifying patzt, fliegt Nico Rosberg zur Pole. Lob gibt es dafür von seinen Chefs. Der Samstag der Mercedes-Stars in Baku.

Vier Fehler waren einer zu viel für Lewis Hamilton am Samstag in Baku: Nachdem er sich bereits dreimal im Notausgang wiedergefunden hatte - zweimal in Q2, einmal in Q3 - traf der Weltmeister zwei Minuten vor Schluss im Zeittraining zum Europa GP eine Mauer mit dem rechten Vorderrad im falschen Winkel. Das Ende seines Qualifyings: Aus mit beschädigter Radaufhängung und Startplatz zehn am Sonntag. „Es war eine harte Session. Sowas braucht man natürlich nicht“, sagte Hamilton anschließend mit bedrückter Miene. „Gestern noch hatte ich einen tollen Rhythmus. Und heute: null. Ich bin einfach nicht reingekommen, aber das passiert eben manchmal.“ Doch wie konnte es dazu kommen?

Hamiltons Mercedes endete auf dem Abschleppwagen

„Das Team hat einen Fehler...“, sagte Hamilton in einer ersten, spontanen Reaktion und stoppte jäh ab. Es folgte ein „Ähm“. Dann begann der Brite den Satz erneut: „Das Team hat irgendeine Veränderung vorgenommen.“ Freudscher Versprecher oder unterschwellige Kritik vom Weltmeister? So oder so, man musste am Samstag genau hinhören. Allein: Was diese Veränderung war, darauf wollte Hamilton keine Antwort geben. Wenig später hörte sich die ganze Geschichte ohnehin schon wieder ganz anders an. „Nein, es lag heute nur an mir. Das Auto war gut, aber ich habe die Scheitel- und Bremspunkte nicht getroffen und war einfach nicht gut drauf“, sagte Hamilton auf die Frage eines Reporters, ob ihn die tiefstehende Sonne in der Kurve seines Unfalls geblendet habe.

Den Blick nach vorne gerichtet, erklärte der WM-Zweite: „Ab jetzt ist für mich nur noch Schadensbegrenzung angesagt. Dafür werde ich morgen alles geben, um so viele Punkte mitzunehmen wie möglich.“ Den Sieg hat Hamilton nach eigener Aussage schon abgeschrieben. „Ich bezweifle, dass ich hier noch gewinnen kann. Wenn Nico morgen den Start gewinnt, ist er weg. Dann hat er vorne ein ruhiges Rennen. Mein Job wird es hingegen sein, mich durch die Jungs vor mir durchzukämpfen.“ Eine Position, die sich Hamilton mit einem insgesamt unkonzentriert wirkenden Auftritt am Samstag selbst eingebrockt hat – fand auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff: „Wir haben das heute von ihm zum ersten Mal in diesem Jahr gesehen, bisher hat er immer geliefert. Aber heute war es sein Fehler“, sagte Wolff.

Vorzeitig Feierabend: Hamilton nach seinem Crash

„Er hat damit eine Chance vertan, denn das Auto war gut genug für die erste Reihe“, stimmte der Chef doch eher ungewohnte Töne an und auch Mercedes-F1-Aufsichtsrat Niki Lauda stellte in Bezug auf Hamilton fest: „Immer wenn es wichtig war, hat er sich heute das Leben selber schwer gemacht.“ Ganz anders fiel Laudas Fazit über Rosbergs Leistung aus: „Besser als Nico kann man es nicht machen. Er ist mit weniger Risiko auf die Pole gefahren“, lobte der Österreicher. Rosberg selbst strahlte nach seiner 25. Karriere-Pole: „Das ist heute echt cool gelaufen.“ Ob er damit seinen ersten Startplatz meinte, oder doch eher Hamiltons Fauxpas? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

„Wir haben auf jeden Fall eines der aufregendsten Qualifyings seit langer Zeit gesehen. Es ging wirklich drunter und drüber“, stellte Rosberg fest, der seinen ersten schnellen Versuch in Q3 noch abbrechen musste - weil sich Hamilton vor ihm verbremste und gelbe Flaggen hervorrief. „Das hat es etwas schwieriger gemacht, wir mussten unseren Plan danach neu organisieren“, verriet der Wiesbadener. „Am Ende hatte ich nur einen Versuch. Aber der hat gesessen“, strahlte Rosberg über beide Backen. „Damit bin ich natürlich sehr zufrieden. Allgemein haben wir das ganze Wochenende darauf hingearbeitet und genau jetzt im Qualifying das Optimum getroffen. Das hat sich gut angefühlt!“

Pole: Rosberg war am Samstag der Mann des Tages

Nur: Dass die Fahrt an der Spitze und ein möglicher Sieg für Rosberg am Sonntag ganz so leicht werden, wie Hamilton es prophezeit, daran glaubt weder der Deutsche noch sein Teamchef. „Vor allem Lewis darf man nie vergessen, er kann auch vom zehnten Platz noch nach vorne fahren“, warnte Rosberg vor der Pace seines Rivalen und Wolff vor der der Gegner: „Man hat es heute gesehen. Es sah vor dem Qualifying so aus, wie wenn wir eine Sekunde vor allen anderen sind. Und am Ende ist es dann doch knapp geworden, weil wir die Runden nicht zusammengebracht haben. Es geht einfach eng zu auf Stadtkursen.“ Außerdem glaubte der Österreicher: „Der erste Startplatz sichert einem hier noch lange keine Führung zu, weil die Geraden dafür zu lang sind. Das haben wir schon in der GP2 gesehen - und auch, wie es da zugegangen ist.“ Im Rennen der Rahmenserie beendeten am Samstag nämlich gerade einmal zehn von 22 Starten das Rennen...

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Getty Images / Picture-Alliance

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