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Formel 1: Funkverbot erklärt

— 19.03.2016

Fahrer wieder Chef im Cockpit

Mit dem Saisonauftakt 2016 treten in der Formel 1 auch verschärfte Funkregeln in Kraft. ABMS verrät, welche das sind und was die Fahrer dazu sagen.

Rennfahrer als unmündige Marionetten, die von ihrem Ingenieur um den Kurs getragen werden? Dieses Vorurteil ist Vergangenheit! Wenn die Formel 1 am Sonntag in ihr erstes Saisonrennen startet, sind die Piloten wieder stärker auf sich allein gestellt. Das Regelwerk verbietet seit diesem Jahr Fahrer-Coaching per Boxenfunk.
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In Zukunft wird es deutlich weniger Funkverkehr geben

Sauber-Pilot Felipe Nasr findet das gut: „Wenn man auf der Strecke ist, muss man selbst wissen, wie man sich anzupassen hat - ob man zum Beispiel im vierten Gang in Kurve drei gehen, oder ob man zehn Meter später bremsen sollte.“ Toro Rossos Max Verstappen ist gleicher Meinung: „Ich rede sowieso nicht so viel über Funk. Ich mag die neue Regel.“

Schwierig für die Fahrer: Selbst über Motoreinstellungen, Spritsparen oder Strategieänderungen müssen sie jetzt allein aus dem Cockpit heraus entscheiden. Nasr sieht das schmerzfrei: „Was die Strategie angeht, sollte man als Fahrer sowieso in der Lage sein, die Situation einzuschätzen.“
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Ganz so leer wird es an der Boxenmauer nicht werden

Ferrari-Chefingenieur Jock Clear glaubt trotzdem nicht, dass der Einfluss der Boxenmauer langfristig sinken wird. „Das Gute an uns Ingenieuren ist, dass wir Herausforderungen lieben. Die Fahrer müssen sich im Kopf umstellen und etwas anders arbeiten, was in gleichem Maße für die Ingenieure gilt.“

Fakt ist aber auch: Schummeln wird bestraft! „In der Rennleitung sitzen vier Leute, die jeweils drei Fahrer auf dem Ohr haben“, verrät Rennleiter Charlie Whiting. „Und dann gibt es noch vier oder fünf Ingenieure, die ebenfalls bei zwei oder drei Piloten reinhören. Es ist eine einfache Angelegenheit. Und so viel reden die Piloten auch nicht. Wir werden sicher jeden Funkspruch mitbekommen.“

Qual der Wahl am Kommandostand: Nico oder Lewis?

Nur einer redet das Funkverbot schlecht: Ausgerechnet Fernando Alonso. Der Spanier gilt als Fahrer, der ein Rennen perfekt lesen kann. Der McLaren-Pilot: „Ich will vorab nicht negativ sein. Aber der Schuss könnte am Ende nach hinten losgehen. Wenn wir nicht mehr die Möglichkeit haben, gewisse Dinge mit der Box zu diskutieren, werden viele Teams dazu übergehen, Standardprozeduren vorzuschreiben. Und du wirst dann im Rennen das tun müssen, was am Morgen in der Strategiebesprechung gesagt wurde.“

Alonso wünscht andere Autos statt weniger Diskussion am Boxenfunk. „Rennfahrer werden wieder zu Helden, wenn sie in Autos sitzen, die acht Sekunden pro Runde schneller und anstrengend zu fahren sind. Das Funkverbot bringt die Heldenverehrung nicht zurück.“

Die neuen Funkregeln im Detail

Erlaubt sind fortan nur noch folgende Kommunikationsinhalte:

-       Bestätigung des Erhalts einer Nachricht
-       Warnung vor Problemen am Auto
-       Info über Beschädigung am Auto
-       Einstellungsänderung bei Schäden, die nicht per Software vornehmbar sind
-       Instruktion, das Auto an die Box zu bringen, um es zu reparieren oder aufzugeben
-       Info über Probleme am gegnerischen Fahrzeug
-       Informationen von Streckenposten
-       nasse Fahrbahn, Öl oder Trümmerteile in gewissen Kurven
-       Infos über das Wetter
-       Infos über Runden- und Sektorzeiten des Piloten
-       Rundenzeit eines Gegners
-       Koordination im Verkehr
-       Stallorder
-       Info über verbleibende Runden und Position
-       Anfeuerung
-       Boxenbefehle (nur in der Runde, in der planmäßig der Reifenwechsel ansteht)
-       Erinnerung an Geschwindigkeitslimit oder weiße Linien am Boxenausgang
-       regelwidrige Fahrfehler melden, z.B. Abkürzen von Schikanen
-       Infos über DRS
-       Öltransfer

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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