Red Bulls Windschutzscheibe

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Formel 1: Galerie - Russland GP

— 28.04.2016

Red Bull mit Windschutzscheibe!

Red Bull sorgt für Aufregung beim Großen Preis von Russland: AUTO BILD MOTORSPORT zeigt die ersten Bilder von der neuen Windschutzscheibe des Teams.

Aufregung im Fahrerlager beim Russland Grand Prix in Sotschi: Red Bull präsentierte der Weltöffentlichkeit erstmals die vom Team favorisierte Sicherheitslösung mit Windschutzscheibe! Fahrer Daniel Ricciardo nahm am Donnerstag unter den kritischen Augen von FIA-Renndirektor Charlie Whiting erst zur Sitzprobe im Cockpit Platz - im ersten Training am Freitag drehte er mit der Konstruktion dann auch eine Runde auf der Strecke.
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Gewöhnungsbedürftig: Die neue Scheibe im Einsatz

„Es ist natürlich schon ein Unterschied, aber der erste Eindruck war ziemlich gut“, lautete Ricciardos Einschätzung. „Die Sicht war eigentlich gut. So wie es gebaut ist, behindert es einen nicht mit den Rückspiegeln und so weiter. Man kann sehen, was um einen herum ist, auch das Auto davor und die Punkte auf und neben der Strecke“, so Ricciardo. „Alles war ziemlich unverändert und das ist positiv.“ Teamkollege Daniil Kvyat, der die Lösung am Freitag nicht ausprobierte, fand aus der Position des Betrachters: „Ich bin noch etwas unentschlossen. Von den Optionen, die wir gesehen haben, ist es die beste.“

Der Russe weiter: „Wir müssen aber sehen, wie die Fans reagieren: Ob es ihnen noch altmodisch genug aussieht und ob die Leute damit leben können.“ Ricciardo gab jedoch zu bedenken: „Wenn wir damit in den nächsten zehn Jahren auch nur ein Leben retten, lohnt es sich schon!“ Teamchef Christian Horner pflichtet seinem Fahrer bei. „Ich finde es sah gar nicht so schlecht aus. Und auch Daniels Feedback zur Sicht war gut, es gab keine Probleme“, so Horner. Der Brite räumte aber ein: „Aus Sicht eines F1-Puristen gehe ich konform: Zur Formel 1 gehören offene Cockpits. Aber ein Umdenken wird langsam unausweichlich. Es gab zu viele Fälle, wo so eine Lösung geholfen hätte.“

Dafür oder dagegen: Nicht allen gefällt das Konzept

Horner weiter: „Wir müssen etwas für den Schutz des Kopfes der Fahrer tun. Wenn die FIA dieses Bestreben weiter vorantreibt, hoffe ich, dass sie auf unseren Vorschlag eingehen und nicht auf das Halo-Konzept, das wir im Winter gesehen haben. Das sieht aus wie ein Flip-Flop.“ In Sachen Aussehen gar nicht mit den Konzepten anfreunden kann sich übrigens Weltmeister Lewis Hamilton. Der Mercedes-Star murrte am Freitag in Sotschi: „Ich war gerade selbst im Auto, deshalb habe ich die Scheibe noch nicht in Action sondern nur gestern auf den Bildern in der Box gesehen. Ich bin mir aber sicher, es sieht auf der Strecke genauo scheiße aus!“
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Die Formel-1-Piloten hinter Glas - ist das wirklich die Zukunft der Königsklasse? Nicht unbedingt! Denn noch debattieren der Weltverband FIA und die Teams über die perfekte Lösung. Hintergrund: Bereits bei den Testfahrten vor der Saison sorgte das neue Halo-Konzept, ein Bügel über dem Cockpit, für Aufsehen. Diese Konstruktion wird von der FIA klar favorisiert, um ab 2017 die Sicherheit zu erhöhen und bei ähnlich schlimmen Unfällen wie etwa dem von Jules Bianchi einen derart tragischen Ausgang zu verhindern. Es gibt jedoch auch kritische Stimmen: Was etwa, wenn das Auto von einem umherfliegenden Teil getroffen wird, wie die Feder bei Felipe Massas schwerem Unfall 2009 in Ungarn? Wird es vom Bügel nach unten abgelenkt und trifft den Fahrer am ungeschützten Körper, wäre die Folgen nicht auszudenken.

Daniel Riciardo inspiziert die neue Lösung hinter Glas

Bei Red Bull plädiert man daher für eine andere Lösung als den sogenannten Halo-Heiligenschein. Red-Bull-Chefberater Helmut Marko erklärt AUTO BILD MOTORSPORT: „Beim normalen Halo gibt es immer noch die Möglichkeit, dass ein Rad seitlich einschlägt oder kleinere Teile durchkommen. Das ist bei unserer Kapsel aus Sicherheitsglas dagegen kaum noch möglich!“ Und es gibt weitere Vorteile: „Im Brandfall kann sich bei unserem System der Pilot aus eigener Kraft aus dem Auto befreien. Das geht bei dem anderen System nicht so einfach.“ Marko fügt hinzu: „Außerdem ist es ästhetischer.“ Ein Punkt, der bei aller Sicherheitsoptimierung vor allem den Zuschauern wichtig ist.

Mehr Infos zum neuen Red-Bull-System, wie es funktioniert, erste Fahraufnahmen und alle weiteren Bilder von der neuen Windschutzscheibe gibt es hier:

Red Bulls Windschutzscheibe

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Autoren: Frederik Hackbarth, Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Getty Images / Picture-Alliance

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