Vettel

Formel 1: Gas und Bremse

— 29.08.2016

Geht Startkollision auf Vettels Kappe?

Sebastian Vettels Rennen in Belgien war schon nach dem Start ruiniert. Die einen zeigen mit dem Finger auf Max Verstappen, andere aber auf Vettel selbst.

Zu dritt durch eine Kurve bei einem Autorennen – das geht selten gut. Erst recht, wenn man wenig Platz lässt wie Sebastian Vettel. Oder in eine Mini-Lücke sticht, die viel zu klein ist, wie Max Verstappen. Wer hatte Schuld am Startcrash?
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Die Wünsche der Fans unter einen Hut zu bekommen ist nicht immer einfach. Vor zwei Jahren schimpften Zuschauer wie Rohrspatzen ob der Strafenflut gegen Fahrer, die das Herz in die Hand nahmen und mutige Manöver starteten – die dann auch mal schief gingen. Nach dem Belgien-GP fragten sich einige: Wieso bekam Verstappen keinen auf den Deckel Nicht nur das Blockieren Kimi Räikkönens bei Tempo 300 wird angeprangert, sondern auch die Startkollision.

Gas: Vettel mit unnötigem Risiko

Meiner Meinung nach geht der Crash am Start geht auf Sebastian Vettels Kappe! Er lässt Kimi Räikkönen und Max Verstappen keinen Platz zum Überleben.

Ja, Verstappen hätte nie in die Lücke stechen dürfen und ja, wahrscheinlich hätte es zwischen Kimi und ihm auch ohne Vettels Dazutun gekracht. Aber: Unabhängig davon kam es zwischen den beiden Ferraris auch zu einer Berührung. Weil Vettel die Kurve schnitt und damit unnötiges Risiko in Kauf nahm.

Es läuft momentan einfach nicht rund für Vettel

Es ging hier weder um den WM-Titel, noch um den Sieg. Stattdessen hätten beide wichtige Punkte für Ferrari im Kampf gegen Red Bull in der Konstrukteurswertung sammeln können. Nein, sammeln müssen. Denn Ferrari war – verglichen mit den letzten Rennen ausnahmsweise mal – schneller als Red Bull. Vettel kann da gegen Räikkönen nicht so fahren als gäbe es kein morgen mehr. Vettel hätte vielleicht nicht den Zusammenstoß von Kimi und Jos verhindern können, aber er hätte sein Rennen retten können.

Bremse: Ferrari ist Schuld

Bei einem Startunfall ist es von außen immer leicht nur einem Fahrer die Schuld in die Schuhe zu schieben. Auf den ersten Blick sieht es tatsächlich so aus, als würde Vettel unnötig hart reinziehen. Aber: Er konnte Verstappen im toten Winkel nicht sehen, wusste nicht, dass sich der Holländer per Harakiri-Manöver an beiden Ferraris vorbeipressen wollte. Und ohne den Red Bull auf der Innenbahn hätte auch Räikkönen eine viel engere Linie fahren können. Genau davon ist Vettel ausgegangen. Das Problem: Der Heppenheimer ist von Startplatz vier aus super gestartet. Soll man ihm dafür auch noch Vorwürfe machen?

Noch verhängnisvoller als Verstappen auf der Innenbahn ist aber die momentane Situation, in die Ferrari seine Piloten bringt. Deshalb sage ich: Am Ende ist die Scuderia selbst Schuld an dieser Kollision. Um Red Bull mit dem mittlerweile schlechteren Ferrari hinter sich zu halten, müssen die Fahrer mehr Risiko gehen als ihnen lieb ist. Dabei passieren eben auch Fehler, Missverständnisse und Kollisionen. Und wie sagte ein junger Nachwuchspilot während des Rennens in Red Bulls Energy Station nicht weit entfernt vom Ort des Geschehens über das Vettel-Manöver zu mir? „Auch Vorbilder machen Fehler."

Autoren: Michael Zeitler, Bianca Garloff

Fotos: Hersteller; picture-alliance

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