Vettels Funk-Frust: Von 2009 bis heute

Formel 1: Gas und Bremse

— 06.07.2017

Kracht’s nochmal zwischen Vettel und Hamilton?

War Baku erst der Auftakt zum harten WM-Fight? Kommen sich Sebastian Vettel und Lewis Hamilton nochmal in die Quere? Wir diskutieren.

Gas: Keiner steckt zurück!

Sebastian Vettel und Lewis Hamilton werden definitiv nochmal aneinander geraten. Zum ersten Mal fahren die beiden Alphatiere alleine um die Meisterschaft. Der viermalige gegen den dreimaligen Weltmeister. In diesem Jahr geht es eben nicht nur um den Titel. Es geht ums Ego und der Welt zu zeigen, der beste Fahrer der Welt zu sein.

Dazu: Die Mehrfachweltmeister streben akribisch nach ihren Zielen: Vettel will es seinem Idol Michael Schumacher gleichtun, mit Ferrari Weltmeister werden. Und den sieben WM-Titeln vom Rekordweltmeister näher kommen. Während Hamilton alles daran setzt mit Vettels vier WM-Triumphen gleichzuziehen und der Brite mit den meisten Weltmeistertiteln zu werden.

Hamilton kollidierte im Titelkampf schon mit Rosberg

Um die Ziele zu erreichen, zeigen beide Piloten grenzenlosen Ehrgeiz. Vettel und Hamilton sind Vollblutrennfahrer mit einer unfassbaren Leidenschaft für die Formel 1 und den Erfolg. Außerdem sind sie sehr emotional, kochen bei Misserfolg im Cockpit vor Wut und schlagen dabei hin und wieder über die Stränge.
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Das, gepaart mit dem Machtkampf um den Nummer-1-der-Welt-Status, wird dafür sorgen, dass sie dieses Jahr noch mal kollidieren. In diesem Kampf wird keiner zurückstecken, denn jetzt werden für beide Piloten die wichtigsten Seiten in den Formel-1-Geschichtsbüchern geschrieben. Und in diesen will weder der Brite noch der Deutsche als Vizeweltmeister stehen. (Alexander Warneke)

Bremse: Statistik spricht gegen neuen Crash

Es ist lange her, dass wir einen so packenden Zweikampf um die Weltmeisterschaft erlebt haben. Immer wenn zwei Fahrer auf Augenhöhe kämpfen, herrscht höchste Crashgefahr. Trotzdem: Ich bin mir sicher, es wird zwischen Hamilton und Vettel nicht mehr krachen!

Erstens: Die Statistik spricht dagegen. Nur wenige WM-Duelle liefen ohne Kollision ab. Sebastian Vettel gegen Fernando Alonso 2012, Alonso gegen Michael Schumacher 2006, Alonso gegen Kimi Räikkönen 2005 oder auch Mika Häkkinen gegen Michael Schumacher 1998 und 2000. Aber wenn es kracht, dann meistens auch nur einmal. Zwei Kollisionen zwischen WM-Rivalen sind äußerst selten. 1995 kollidierten Damon Hill und Michael Schumacher in Silverstone und Monza, zuletzt 2016 Hamilton und Nico Rosberg in Spanien und Österreich.

Vettel hat bereits neun Strafpunkte gesammelt.

Aber was nützt uns die Statistik, wenn wie im Fall Vettel und Hamilton absolute Egomanen und Alphatiere aufeinandertreffen? Daher zweitens: Vettel steht unter doppelter Beobachtung. Entgleisungen darf er sich nicht mehr erlauben. Kollisionen aber auch kaum mehr. Er hat neun Strafpunkte auf dem Konto, ist von einer Rennsperre nicht mehr weit weg. Er muss aufpassen, was auf der Strecke passiert.
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Drittens: Die Formel-1-Autos 2017 sind schwer zu überholen. Es muss schon deutliche Geschwindigkeitsunterschiede geben, damit ein Fahrer überhaupt aus der verwirbelten Luft zum Manöver ansetzen kann. Ferrari und Mercedes sind derzeit aber auf Augenhöhe. Auf schnelleren Strecken ist Mercedes vorn, auf langsameren Ferrari. Bei kälteren Bedingungen hat Mercedes einen Vorteil, bei heißeren Ferrari. Aber im Prinzip sind beide Teams ähnlich schnell und fahren daher meistens hintereinander her. Platzverschiebungen werden in der Regel über die Strategie durchgeführt. Duelle Rad an Rad sind Mangelware, das lindert die Kollisionsgefahr. Wenn’s zwischen Vettel und Hamilton kracht, dann nur am Start. Hier ist besonders Vettel extrem aggressiv... (Michael Zeitler)

Autoren: Michael Zeitler, Alexander Warneke

Fotos: Picture-Alliance

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