Die besten Bilder aus Spielberg

Die besten Bilder aus Spielberg Die besten Bilder aus Spielberg Die besten Bilder aus Spielberg

Formel 1: Gefährliche Randsteine

— 02.07.2016

Vibrationen killen Aufhängungen

Die Kerbs werden nach den Unfällen zur größten Herausforderung am Red Bull Ring. Die Randsteine des neuen Asphaltbands erwiesen sich als extrem gefährlich.

Max Verstappen war der Erste. Bereits gestern knickte beim Red Bull vorne rechts die Aufhängung ab. Gleich wurde diskutiert: Sind die Randsteine zu gefährlich? Nach AUTO BILD MOTORSPORT-Informationen entschieden die Piloten im Fahrermeeting: nein. Änderungen sind nicht notwendig.
So lief der Samstag in Spielberg: Hamilton holt Österreich-Pole

Daniil Kvyat schlug im Qualifying hart in die Reifen ein

Doch heute killten die neuen Randsteine des Red Bull-Rings reihenweise weitere Aufhängungen. Zunächst bei Nico Rosberg im dritten Training. Da brach hinten links zunächst der untere Querlenker, dann der obere. Rosberg krachte in die Mauer, musste die gesamte Hinterachse wechseln lassen und startet wegen des erforderlichen Getriebewechsels statt von Platz zwei von Rang sieben.

Im Qualifying erwischte es zwei weitere Piloten. Bei Sergio Perez und Daniil Kvyat brach die Radaufhängung hinten rechts. Während Perez mit dem Schrecken davonkam, krachte der Russe heftig in die Reifenstapel.

Aber warum sind die Kerbs so aggressiv?

"Auf den Fernsehbildern ist deutlich zu erkennen", erklärt Sky-Experte Marc Surer, "dass die rot-weißen Kerbs Schwingungen in einer Frequenz auslösen, die gegen die normale Bewegung des Rades arbeitet und deshalb die Aufhängung brechen lässt."

Die Kerbs in Spielberg bereiten den Teams Probleme

AUTO BILD MOTORSPORT weiß: Die Randsteine auf dem Red Bull-Ring sind negativ gebaut (siehe Zeichnung unsers Experten Paolo Filisetti). Das heißt: Sie sind in ihrer Mitte niedriger als der Asphalt und ihre äußere Begrenzung. Das löst die hochfrequenten Vibrationen in alle Richtungen aus.

Nico Rosberg sorgt sich: "Es ist ziemlich einfach. Wir alle wissen - wenn wir auf die gelben Zusatzkerbs fahren, dann macht man sich definitiv das Auto kaputt. Besorgniserregender ist es aber, wenn wie bei mir etwas auf den eigentlich normalen Randsteinen aus dem Leim geht. Das müssen wir besser verstehen."

Mercedes-Teamchef Toto Wolff fordert: "Es muss eine Reaktion geben. Ich weiß nicht, was die FIA macht und ob sie die Kerbs verändern. Aber wir haben Schäden an mehreren Autos mit verschiedenen Aufhängungen gesehen. Alle sind kaputtgegangen."

Auch die Mercedes-Aufhängung hielt im Training nicht

Bei der Ursachenforschung ist Mercedes derweil noch nicht klüger. "Wir wissen nicht genau, was es ist", sagt Wolff, unterstreicht aber auch Surers Theorie. Denn: "Als wir die Daten analysiert haben, konnte man sehen, dass keine große Belastung auf der Aufhänung war. Es handelt sich also um eine komische Art von Frequenz, die für den Schaden sorgt."

Kurios: Fürs Qualifying hatte Mercedes die Aufhängungen deshlab mit Klebeband gestärkt. "Auch wenn das keine ideale Lösung und nicht gerade Formel-1-like ist", wie Wolff einräumt. Nico Rosberg mahnt: "Im Rennen sollten wir uns von den Kerbs fernhalten."

Auch Lewis Hamilton ist durch die Vorfälle gewarnt. "Die Kerbs fühlen sich ganz normal an, man merkt keinen Unterschied. Aber sie sind gefährlich." Für den Briten ist die Lösung mit den Randsteinen und Zusatzkerbs sowieso ein Ärgernis. "Es sollte wieder wie früher sein. Da war dort einfach Gras, man wäre nie so weit rausgefahren und hätte die Kurve einfach langsamer nehmen müssen."
 

Die Piloten sind vor dem Rennen am Sonntag gewarnt

McLaren-Pilot Fernando Alonso beurteilt die Thematik dagegen ganz pragmatisch: "Ich gebe zu, dass die Randsteine recht aggressiv sind. Aber sie sind ja aus einem klugen Grund angebracht worden. Sie sollen verhindern, dass die Fahrer ständig neben der Bahn herumfahren. Wenn wir das dann trotzdem tun, dann sind wir zu einem guten Teil daran selber Schuld. Wir Piloten müssen eben im Grand Prix weniger über die Kerbs brettern, dann halten auch die Aufhängungen."

Und auch Ferrari-Star Sebastian Vettel bewertet die Randsteine als "an sich nicht gefährlich", regt aber für das kommende Jahr dennoch eine "andere Lösung" an.

Autoren: Bianca Garloff, Frederik Hackbarth

Fotos: Paolo Filisetti / Picture-Alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.