Nico Rosberg

Formel 1: Geheimnisse im Mercedes-Duell

— 22.06.2014

Rosberg, der Silberfuchs

Warum fährt Nico Rosberg auf einmal Lewis Hamilton um die Ohren? AUTO BILD MOTORSPORT kennt die Antwort - sie hat mit dem Datenaustausch zu tun.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff (42) hätte nach dem Großen Preis von Österreich eigentlich allen Grund zur Freude gehabt. Seine beiden Piloten Nico Rosberg (28) und Lewis Hamilton (29) fuhren den sechsten Doppelsieg im achten Saisonrennen ein. Rosberg führt mit 29 Punkten Vorsprung auf Hamilton die Fahrer-WM an. Mercedes scheint in der Konstrukteurswertung schon jetzt mit 158 Punkten Vorsprung vor Red Bull nahezu uneinholbar. Trotzdem macht sich der Wiener Sorgen: „Die Atmosphäre war nicht wie in den Rennen zuvor. Die Transparenz leidet etwas unter dem intensiven Wettbewerb zwischen unseren Fahrern. Wir brauchen das Wissen der gesamten Gruppe, um zu lernen. Aber wir können nur lernen, wenn wir offen und transparent miteinander arbeiten.“

Tricksen & täuschen

Der geringe Vorsprung auf die Williams im Rennen und die Pole-Position von Felipe Massa haben dem Österreicher zu denken gegeben! AUTO BILD MOTORSPORT weiß: Seine Kritik richtet sich hauptsächlich an WM-Leader Rosberg. Der arbeitet offenbar nicht mehr ganz so offen wie erwünscht mit Partner und WM-Rivale Hamilton zusammen. Wolff: „Es geht darum Meinungen auszutauschen, was das Auto macht. Es kann nicht sein, dass die Runde, die zeigt, was das Auto wirklich kann, erst im letzten Qualifyingabschnitt ausgepackt wird. Denn wir müssen verstehen, wo und wie wir das Auto weiterentwickeln können.“ Was Wolff meint: Es ist auffällig, dass Rosberg seinen Silberpfeil schon seit drei Rennen immer erst in allerletzter Sekunde am Limit bewegt. Tricksen, tarnen, täuschen! Rosberg wiegt Hamilton lange in Sicherheit und packt erst in der Qualifikation den Hammer aus.

Wolff macht sich Sorgen

Hamilton sieht derzeit nur Rosbergs Rücklicht - und das hat Gründe...

Wolff erweitert seine These noch: „Da geht es nicht nur um die Fahrer, sondern um die beiden Crews in der Garage.“ Rosbergs Erfolg hat System. Seit Monaco behält der gebürtige Wiesbadener einige Geheimnisse über die Fahrzeugabstimmung für sich und ändert das Set-Up für sein Auto erst im letzten entscheidenden Trainingsumlauf. Instinktpilot Hamilton, weniger versiert in Sachen Fahrzeugabstimmung, kann da nicht mehr reagieren. So hängte Rosberg Hamilton in den letzten drei Rennen und Qualifikationen ab. „Bei uns liegen alle Daten offen“, sagt der WM-Führende. „Aber natürlich versuche ich ein paar Geheimnisse für mich zu behalten. Ist doch ganz normal!“ Ganz böse kann Wolff 'Silberfuchs' Rosberg aber dann doch nicht sein. Zwei Herzen schlagen nämlich in seiner Brust.

Rosberg mit Reserven

Als Teamchef muss er den totalen Datenaustausch fordern. Als ehemaliger Rennfahrer weiß er, dass Rosberg seine Vorteile nutzen muss. Der Teamchef Wolff fordert deshalb: „Erst müssen wir die Konstrukteurs-WM gewinnen, dann können wir unsere Fahrer von der Leine lassen.“ ZU AUTO BILD MOTORSPORT spricht er aber anschließend als „Rennfahrer“. Wolff: „Nico macht einen Mega-Job und in gewisser Weise ist es verständlich, dass er seine Geheimnisse für sich behalten will. Er hätte noch schneller können, wenn Lewis attackiert hätte.“ Mercedes-F1-Boss Niki Lauda sieht die Sache ganz pragmatisch: „Solange sich die beiden nicht in die Kiste fahren, ist doch alles gut!“ Das heißt: Auch in Zukunft klarer Vorteil für 'Silberfuchs' Rosberg.

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Getty Images

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