Aston Martin

Formel 1: Geschichte von Aston Martin

— 29.03.2016

Noch nie ein Durchbruch

Der Name Aston Martin kehrt 2016 als Sponsor von Red Bull in die Formel 1 zurück. Einen eigenen Motor wird es wohl nicht geben - dafür endlich Erfolg?

Die ersten GP-Gehversuche von Aston Martin reichen ins Jahr 1922 zurück. Treibende Kraft: Graf Louis Zborowski. Er verkörpert das Musterbeispiel eines damaligen Rennfahrers: Reiche Herkunft (seine Wurzeln gehen auf die Astor-Familie aus Deutschland zurück, die nach Amerika auswanderte und dort durch Pelz- und Immobilienhandel die ersten Multimillionäre hervorbrachte), eine tiefe Leidenschaft für Autos und ein gewisser Mut, sich in das Mienenfeld der damaligen Rennen als Fahrer zu wagen.

Bereits beim Auftakt zierte das Logo die Red-Bull-Autos

Die Zeit war für Automobilhersteller schwierig. Der Auto-Boom der ersten Jahre flachte ab, die wirtschaftliche Situation war nicht besonders gut - und die Entwicklung ging in Siebenmeilenstiefel rasant voran. Viele Marken konnten dieses Tempo nicht mitgehen und sperrten zu. Aston Martin stand mehrmals kurz davor, aber immer wieder wurde die heutige Traditionsmarke dank Investoren über Wasser gehalten. Einer dieser Investoren war Zborowski. Seine Bedingung: Es sollte ein GP-Rennwagen gebaut werden, den er pilotieren dürfe.

Beim Großen Preis von Frankreich 1922 war es so weit: Zwei Aston-Martin-Rennwagen gingen auf die Piste, schieden aber schon bald mit Motorschaden aus. Zborowski war entmutigt, warf die Rennhandschuhe hin und wechselte zu Mercedes. Aber Aston Martin hat Gefallen an der GP-Idee gefunden. Immer wieder tauchte man bei Rennen auf, aber Erfolge blieben immer wieder aus. Nach dem englischen Grand Prix 1926 zog die heutige Traditionsmarke frustriert die Reißleine.

Erfolg nur mit den Sportwagen

Das Comeback war für 1955 angepeilt. Doch innerhalb des Konzerns konnte man sich für ein Formel-1-Projekt nicht erwärmen. Tödliche Unfälle in Serie - die Katastrophe von Le Mans mit 83 toten Zuschauern war erst wenige Monate alt - und die hohen Kosten warfen kein gutes Bild auf den Rennsport. Trotzdem entwickelte der ehemalige Auto-Union-Designer Eberan Eberhorst einen Wagen, der nur in Neuseeland eingesetzt wurde. Geoff Richardson kaufte sich einen dieser Boliden, baute einen Jaguar-Motor ein und bestritt damit 1957 den nicht zur Meisterschaft zählenden F1-Lauf in Silverstone. Natürlich wieder ohne Erfolg.

Red-Bull-Teamchef Horner freut die neue Partnerschaft

Anders bei den Sportwagen: Hier feierte Aston Martin einen stetigen Aufstieg. Gekrönt 1959 mit dem Sieg beim 24-Stundenrennen von Le Mans, mit Roy Salvadori und Carroll Shelby am Steuer. Jetzt wollte man es auch wieder im GP-Sport versuchen. Die Zutaten waren da: Als Teamchef heuerte John Wyer an, der in der Sportwagenszene mit verschiedenen Marken wie Ford und Porsche zahlreiche Erfolge feierte und dort zu einem der erfolgreichsten Teamchefs aller Zeiten wurde. Die Fahrer waren Salvadori und Shelby, zwei routinierte und gute Piloten. Und auch das Debüt lief viel versprechend: Salvadori qualifizierte sich beim nicht zur WM zählenden Lauf in Silverstone auf Pole, wurde im Rennen nur von Jack Brabham im Cooper-Climax geschlagen - dem späteren Fahrerweltmeister.

Allein: In der WM lief nichts zusammen. Zwei sechste Plätze waren das höchste der Gefühle, aber immer abgeschlagen von der Spitze. Die Technik war veraltet: Der 2,5-Liter-Reihen-6-Zylinder-Motor brachte zwar 250 PS auf den Asphalt, aber es war ein Frontmotor, während die Konkurrenz längst auf Mittelmotoren umgerüstet hat. 1960 brachte Aston Martin nochmal eine Weiterentwicklung in die Formel 1 - wieder ohne Erfolg.

Pilot Daniel Ricciardo wird sich nicht beschweren, wenn er in Zukunft wie James Bond einen Aston Martin fährt

Einen GP-Rennwagen von Aston Martin gab es bis heute nicht mehr. Am 23. April 2009 gab Ex-F1-Teamchef David Richards bekannt, mit seinem Prodrive-Team in die Formel 1 einsteigen zu wollen - womöglich mit Aston Martin als Partner. Prodrive betreute bereits die GT-Einsätze von Aston Martin. Man erhielt vom Automobilweltverband FIA aber keinen Startplatz, das Projekt war damit gestorben.

Seit letztem Jahr halten sich die Gerüchte über eine Rückkehr der Traditionsmarke hartnäckig. Fünf Prozent von Aston Martin gehören Mercedes. Schnell wurde die Idee geboren, die Mercedes-Kundenmotoren bei Williams oder Force India in Aston Martin zu benennen, im Gegenzug eines Sponsoring-Pakets. Jetzt wird also Red Bull der Partner. Cheftechniker Adrian Newey wird für Aston Martin einen Supersportwagen für die Straße bauen. Zielvorgabe: Er soll den Kurs in Silverstone schneller umrunden können als ein Formel-1-Rennwagen!

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Getty Images / Picture-Alliance

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