Formel 1 GP Australien 20009, Nico Rosberg Williams FW31

Formel 1: GP Australien 2009

— 27.03.2009

Paukenschlag durch Williams!

Mit einer Williams-Doppelbestzeit endete das erste Freie Training zum Grand Prix von Australien. Lewis Hamilton landet wie erwartet weit hinten und Adrian Sutil verbuchte die Topspeed für Force India.

Noch ist das Rätselraten nicht ganz beendet, denn richtig runtergelassen werden die Hosen wohl erst im Qualifying am Samstagnachmittag, aber erste Anhaltspunkte über das neue Kräfteverhältnis in der Formel 1 gibt es nach dem ersten Freien Training in Melbourne schon - und die sind überraschend: Williams-Toyota war in den ersten 90 Minuten des Grand-Prix-Jahres 2009 die stärkste Kraft!Bereits beim letzten Test in Jerez hatte das Traditionsteam eine Rekordrunde hingelegt, doch das am Rennwochenende umzusetzen, hätte Williams kaum jemand zugetraut. Angesichts dieses Ergebnisses musste sogar der sonst immer knorrige Patrick Head lächeln: Nico Rosberg (19 Runden) fuhr in 1:26.687 Minuten Bestzeit und setzte sich damit 0,049 Sekunden vor seinem Teamkollegen Kazuki Nakajima (21 Runden) an die Spitze.

Bestzeit auf harten Reifen

Besonders beeindruckend ist diese Performance, weil Rosberg und Nakajima im Gegensatz zu Ex-Champion Kimi Räikkönen (3./Ferrari/+ 0,063/24 Runden) nicht mit der weicheren Gummimischung der Bridgestone-Slicks unterwegs waren. Und: Die Formel 1 war im ersten Freien Training 2009 nur um zwei Zehntelsekunden langsamer als im ersten Freien Training 2008 - allen aerodynamischen Einschnitten zum Trotz. Losgegangen war es zunächst sehr verhalten, schließlich müssen die acht Rennmotoren für die gesamte Saison auch an den Freitagen eingesetzt und geschont werden. Der Erste, der ein seriöses Programm aufnahm, war der einzige Rookie im Feld, Sébastien Buemi. Der Schweizer im Toro-Rosso-Ferrari absolvierte insgesamt 27 Runden und belegte mit 2,098 Sekunden Rückstand den 15. Platz. Ganz vorne gaben aber andere den Ton an.Das neue Brawn-Mercedes-Team zum Beispiel, das mit Rubens Barrichello (+ 0,539/21 Runden) und Jenson Button (+ 0,780/12 Runden) die Positionen vier und sechs belegte und die starken Testzeiten aus dem Winter bestätigen konnte. Zu Beginn gab es kurzzeitig sogar eine Doppelführung für Ross Brawn, aber das hatte noch nicht viel zu bedeuten: "Die Strecke ist wie immer in Melbourne am Anfang sehr dreckig. Das ist schlimmer als erwartet", erklärte Nick Heidfeld.

Sutil hat den besten Topspeed

Der BMW Sauber F1 Team Pilot sicherte sich seines Zeichens nach 20 Runden mit 1,450 Sekunden Rückstand den elften Rang und war damit hinter Rosberg, Timo Glock (8./Toyota/+ 1,023/24 Runden) und Überraschungsmann Adrian Sutil (9./Force-India-Mercedes/+ 1,306/20 Runden) viertbester Deutscher. Apropos Sutil: Mit 307 km/h setzte er sich an die Spitze der Topspeedwertung - bei insgesamt fünf Mercedes-V8-Piloten unter den Top 6! Nicht nach Wunsch lief es für die gesamte Red-Bull-Flotte und vor allem für Sebastian Vettel: Der Monza-Sieger von 2008 musste seinen Red-Bull-Renault knapp vor Halbzeit mit sinkendem Hydraulikdruck abstellen und konnte anschließend nicht mehr in die Session eingreifen. Aus diesem Grund blieb ihm nach mickrigen vier Runden mit knapp über sechs Sekunden Rückstand nur der 20. und letzte Platz. Weitere nennenswerte Zwischenfälle waren ein Reifenschaden bei Nakajima und ein recht heftiger Dreher von Nelson Piquet (18./Renault/+ 2,774/25 Runden) in der ersten Kurve. Generell erwies sich die erste Kurve als neuralgische Stelle, weil dort der Bremspunkt am schwierigsten zu finden ist. Sobald sich etwas mehr Gummiabrieb auf der Strecke ansammelt, sollte die Häufigkeit der Ausritte aber abnehmen. Zu Schaden kam zunächst niemand.

Viele Ausritte in der ersten Kurve

Piquet war übrigens in guter Gesellschaft, denn selbst die beiden Ferrari-Piloten und Barrichello wurden nebst mehreren anderen Fahrern neben der Strecke gesehen. Das blieb Weltmeister Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes/18 Runden) zwar erspart, aber zufrieden kann der Brite trotzdem nicht sein: 2,355 Sekunden Rückstand, 16. Platz - damit schrillen die Alarmglocken noch lauter als im Winter. Vor allem wirkte sein Silberpfeil vom Fahrverhalten her äußerst unruhig. Teamkollege Heikki Kovalainen (+ 0,766/15 Runden) konnte seinen MP4-24 wie schon im Winter wesentlich besser bändigen und belegte den soliden fünften Platz - für McLaren-Mercedes ist also noch nicht Hopfen und Malz verloren. Allerdings muss man die Ausgangslage ähnlich schwierig einschätzen wie für Renault, wo das Feuer offenbar noch einen Tick intensiver lodert: Fernando Alonso (+ 1,436/16 Runden) wirkte als Zehnter alles andere als zufrieden. Allzu aussagekräftig ist dieses Ergebnis natürlich noch nicht, denn niemand weiß, wer wie viel Benzin an Bord hatte. In der zweiten Session sollte das Bild aber weiter aufklaren. Apropos aufklaren: Der Albert Park präsentierte sich mit Temperaturen von knapp unter 20 Grad von seiner besten Seite, auch wenn die anfängliche Wolkendecke nur nach und nach die Sonne durchließ. Prognosen zufolge wird es aber das gesamte Wochenende trocken bleiben.

Fotoquelle: xpb.cc

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