Formel 1: GP der Türkei

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Formel 1: GP der Türkei

— 09.05.2011

Start-Ziel-Sieg für Vettel

Die Konkurrenz war chancenlos. Sebastian Vettel konnte am Bosporus niemand das Wasser reichen. Für Mercedes blieb der erhoffte Podestplatz dagegen aus. Der Optimismus war zu groß.

(dpa) Erst die Bullen-Schande getilgt, dann mit einem kecken Grinsen die Mütter in aller Welt zum Mitfeiern eingeladen: Sebastian Vettel hat im Schongang die Konkurrenz beim Großen Preis der Türkei vorgeführt und den dritten Sieg im vierten Saisonrennen bejubelt. Ein Jahr nach dem peinlichen teaminternen Unfall mit Mark Webber verwies der Formel 1-Weltmeister beim Boxen- und Reifenpoker am Bosporus seinen australischen Stallrivalen auf Platz zwei. "Heute hat alles wirklich gepasst von vorne bis hinten", sagte der Red Bull-Pilot nach seinem ersten Erfolg auf dem Istanbul Park Circuit und lud zum kollektiven Jubel ein: "Wenn ihr wollt, könnt ihr heute mit uns anstoßen."

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Nico Rosberg (vorn) kam trotz guter Startposition nur als Fünfter ins Ziel: "Ich war zu optimistisch."

Den so ersehnten und erhofften Podestplatz verpasste Vettels Landsmann Nico Rosberg: Der Mercedes-Pilot kam nach Startplatz drei als Fünfter ins Ziel. "Ich war viel zu optimistisch diesmal", meinte Rosberg: "Heute war die Wahrheit wieder da." Platz drei holte sich der zweimalige Champion Fernando Alonso im Ferrari. Rosbergs Teamkollege Michael Schumacher war vom Podest einmal mehr weit entfernt. Nach einer frühen und folgenreichen Karambolage landete der Kerpener nur auf Platz zwölf und damit nicht mal in den Punkten. "Ich muss das wahrscheinlich auf meine Kappe nehmen", meinte Schumacher zu der frühen Berührung. "Damit war das Rennen schon gezeichnet." Nick Heidfeld wurde im Lotus Renault Siebter. Adrian Sutil kam im Force India auf Platz 13. Timo Glock im Marussia Virgin konnte wegen eines Getriebeschadens gar nicht starten.

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Alles richtig gemacht: Nach dem dritten Saisonsieg hatten Sebastian Vettel (Mitte) und seine Red Bull-Truppe allen Grund zum Feiern.

Dafür war Vettel einmal mehr nicht zu bremsen. "Es war für Mark und mich nach den ersten fünf Runden schon vorbei, um den Sieg kämpfen zu können", konstatierte Ferrari-Star Alonso. Vettel verteidigte seine vierte Pole in diesem Jahr bis ins Ziel, ohne seinen Red Bull richtig zu fordern. "Es war ein perfektes Rennen für Sebastian. Die Strategie hat perfekt gepasst", lobte Teamchef Christian Horner. "Man kann nur vor Ehrfurcht erstarren", meinte Ex-Champion Niki Lauda. Zumal das Grand Prix-Wochenende für Vettel alles andere als gut begonnen hatte. Am Freitag hatte der Hesse seinen Wagen mächtig demoliert – ein bisschen Kosmetik reichte für "Kinky Kylie" bei weitem nicht. "Marks Mechaniker mussten sogar mithelfen", schilderte Vettel. "Zusammen ist man einfach füreinander da", betonte er und dankte es allen im Team mit seinem 13. Karrieresieg: "Das ist der Lohn für all die, die am Freitag so lange arbeiten mussten."

In der WM-Wertung baute Vettel seinen Vorsprung weiter aus, zumal der zweitplatzierte McLaren-Mann Lewis Hamilton gebremst von Fahrfehlern und Boxenpannen nicht über Rang vier hinauskam. Der Titelverteidiger hat vor dem nächsten Rennen in zwei Wochen in Barcelona 93 Punkte, Hamilton 59. Webber ist Dritter mit 55 Zählern. Schon der Start lief optimal für Vettel. Webber verlor dagegen seinen zweiten Rang an Rosberg, Schumacher machte weiter hinten einen Platz gut und ließ den Russen Witali Petrow hinter sich. Die Freude währte aber nicht lange. Als der Lotus-Renault-Pilot in Runde drei innen am Rekordchampion vorbeiziehen wollte, verteidigte Schumacher seine Position – vergeblich und auf Kosten eines demolierten Frontspoilers. Schumi musste an die Box, reihte sich als 22. wieder ein. Für den 42-Jährigen war das Rennen gelaufen.

Pech für Hamilton: Seine Boxencrew patzte beim Reifenwechsel, der Brite verlor viel Zeit und verpasste das Podium.

Unzählige Boxenstopps und der Einsatz des verstellbaren Heckflügels zusammen mit dem Energierückgewinnungssystem beschleunigten das Überholspektakel: Wie schon in China änderten sich die Platzierungen – mit Ausnahme der Führungsposition – immer wieder. "Ich habe überhaupt nicht durchgeblickt", meinte Rosberg. Vettel, der sich auf seinen Rennhelm als Glücksbringer das "Auge Fatimas" hatte lackieren lassen, sah die Konkurrenten fast nur im Rückspiegel. Sein Vorsprung wuchs und wuchs. Vor der 40. Runde, in der er vor einem Jahr an gleicher Stelle mit seinem Teamkollegen den wenig famosen Bullen-Crash gebaut hatte, führte der Sieger der Rennen in Australien und Malaysia zwischenzeitlich mit über zehn Sekunden.

Nachdem die Rivalen ihren vierten Stopp absolviert hatten, riefen die Red Bull-Ingenieure auch ihren Weltmeister zum neuerlichen Reifenwechsel. Mit den harten Pirelli-Pneus fuhr Vettel die restlichen zehn Runden der insgesamt 58 auf dem 5,338 Kilometer langen Kurs, während Webber dahinter schnell noch am Spanier Alonso vorbeizog und sich Platz zwei sicherte. Nach den 309,396 Kilometern war Vettel in 1:39:17,558 Stunden fast neun Sekunden vor Webber.

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