Formel 1: GP Indien 2011

Formel 1: GP Indien 2011

— 31.10.2011

Vettel gewinnt Indien-Premiere

Auch die Indien-Premiere wurde zur großen Show des Sebastian Vettel. Der Weltmeister feierte einen Start-Ziel-Sieg und verblüffte mit Hindi-Kenntnissen. Im Gedenken an zwei tote Kollegen fiel sein Jubel jedoch gedämpft aus.

(dpa/jkr) Für Sebastian Vettel war es Liebe auf den ersten Blick. Nach seinem Sieg bei der Indien-Premiere richtete der Formel 1-Rekordjäger sogar einige Hindi-Worte an seine verblüfften neuen Fans. "Einmal habe ich gesagt: Dankeschön und du hast schöne Augen. Ich musste ja ein bisschen glänzen mit den Hindikenntnissen", erklärte der kesse Hesse, nachdem er am Sonntag die indischen Herzen vor den Toren Neu Delhis im Sturm erobert hatte. Erster Indien-Sieger überhaupt – der Formel 1-Champion schreibt auch nach seiner WM-Titelverteidigung weiter Geschichte. "Ich bin richtig stolz. Indien ist ein beeindruckendes Land", sagte Vettel nach einer perfekten Leistung auf dem staubigen Buddh International Circuit. Es war sein 11. Erfolg im 17. Saisonrennen. Der 24-Jährige hat damit weiter Michael Schumachers Bestmarke von 13 Siegen aus dem Jahr 2004 im Visier.

Überblick: Mehr Motorsport bei autobild.de

Die neue Strecke liegt am Rande von Delhi und bekommt reichlich Smog ab. Hier kämpft sich Paul di Resta durch den Nebel.

"Ja, Jungs, wir haben es geschafft", brüllte Vettel in den Boxenfunk. Zweiter beim gelungenen Debüt in Greater Noida wurde McLaren-Pilot Jenson Button, der in dieser Form Vize-Weltmeister werden dürfte. Als Dritter kam der Spanier Fernando Alonso in seinem Ferrari ins Ziel. Der Jubel des Formel 1-Regenten Vettel fiel diesmal allerdings spürbar gedämpft aus. "Ich habe sehr gemischte Gefühle", bekannte der Heppenheimer und erinnerte an die tödlichen Unfälle der Rennfahrer-Kollegen Marco Simoncelli und Dan Wheldon in den vergangenen beiden Wochen. "Unsere Gedanken sind bei ihnen. Wir beten alle, dass so etwas nie passiert", sagte Vettel nachdenklich.

Fernando Alonso legte eine saubere Performance hin und landete auf Rang drei.

Sein Red-Bull-Teamgefährte Mark Webber musste sich mit Rang vier begnügen. Der Plan des Teams, den Australier zur Not auch mit Vettels Schützenhilfe auf Gesamtrang zwei zu lotsen, ging diesmal nicht auf. Hinter dem längst als Champion feststehenden Hessen hat Button als WM-Zweiter zwei Rennen vor Saisonschluss nun 240 Zähler. Alonso liegt 13 Punkte dahinter, Webber fehlen 19 Punkte auf den Briten. Ein starkes Rennen gelang Altmeister Schumacher. Der 42-Jährige fuhr von Startplatz elf noch auf Rang fünf vor und ließ dabei auch seinen Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg hinter sich. "Wir haben die Fehler der anderen genutzt und unsere Stärke ausgespielt", urteilte Schumacher. "Schade, weil meine Strategie die langsamere war. Und dann ist noch beim Boxenstopp etwas schiefgegangen", klagte Rosberg.

Adrian Sutil rettete als Neunter beim Heimrennen seines Sahara-Force-India-Teams noch zwei WM-Zähler. "Diese Punkte waren wichtig, wir können zufrieden sein. Es war einfach nicht mehr Speed im Auto", erklärte der Gräfelfinger. Für Timo Glock war das Rennen mit einem kaputten Auto dagegen schon nach einer Runde vorbei. Vor vollen Tribünen erlebte die Formel 1 in Indien allen Bedenken zum Trotz eine überzeugende Premiere. Vergessen war am Sonntag auch der kleine Ärger um streunende Hunde auf der Strecke bei der ersten Trainingseinheit zwei Tage zuvor.

Lkw-Loge: Wer sich keinen der sündhaft teuren Tribünenplätze leisten konnte, behalf sich anders.

An der Spitze sammelte Vettel wieder reichlich Führungskilometer. Bis auf seinen Heim-Grand-Prix am Nürburgring hat der Champion in diesem Jahr bislang alle Rennen zumindest phasenweise angeführt. Mit vier Sekunden Vorsprung vor Button kontrollierte Vettel das Rennen. Für den einzigen echten Aufreger sorgte ein erneuter Unfall von McLaren-Pilot Lewis Hamilton mit Felipe Massa, den Dauerkonkurrenten der vergangenen Wochen. Diesmal wurde der Ferrari-Fahrer schuldig befunden und erhielt eine Durchfahrtstrafe.

Am Ende des Rennens brachte das teaminterne Duell um Platz fünf zwischen den Mercedes-Rivalen Schumacher und Rosberg noch einmal Spannung. Nach dem letzten Stopp kam der Kerpener knapp vor Rosberg zurück auf die Strecke. "Ihr dürft ein Rennen fahren, aber bleibt sauber", lautete die Ansage von der Mercedes-Box. Doch Rosberg kam nicht mehr heran. Auch vorn gab es keine Zweifel mehr. Vettel holte sich sogar noch die schnellste Rennrunde. "Fantastische Fahrt", lobte ihn Teamchef Christian Horner. "Danke für die harte Arbeit", erwiderte Vettel.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.