Formel 1 GP Italien Monza 2012

GP Italien 2012 Monza Lewis Hamilton Sergio Perez

Formel 1: GP Italien 2012

— 10.09.2012

Start-Ziel-Sieg für Hamilton

Lewis Hamilton hat sich den Sieg in Monza geschnappt. Sergio Perez wurde Zweiter, Fernando Alonso Dritter. Pech für Vettel: Der Deutsche schied mit Technik-Problemen aus.

(dpa) Der Brite Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Italien gewonnen. Der McLaren-Pilot setzte sich am 9. September 2012 mit einem Start-Ziel-Sieg vor dem Mexikaner Sergio Pérez im Sauber durch. Der WM-Führende Fernando Alonso landete im Ferrari auf Rang drei. Auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Monza schied Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel im Red Bull in der 48. Runde wegen technischer Probleme aus. Mercedes-Pilot Michael Schumacher fuhr beim 13. Saisonlauf als bester Deutscher auf Platz sechs. Nico Rosberg aus Wiesbaden wurde im zweiten Mercedes Siebter.

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Der Start: Hamilton (links) behauptet seine Pole gegen Felipe Massa. Dahinter folgt Button, der aber später ausschied.

Wütend kletterte Sebastian Vettel aus seinem kaputten Red Bull, stapfte zurück zur Box und mochte die tröstenden Worte seiner Chefs kaum noch hören. "Schade. So ist das manchmal", knurrte der Formel 1-Titelverteidiger. Eine defekte Lichtmaschine hatte den Doppel-Weltmeister am Sonntag in Monza fünf Runden vor Schluss gestoppt, in der WM rutschte der Hesse auf Rang vier zurück. Auf dem Podium lauschten nach dem Großen Preis von Italien stattdessen Sieger Lewis Hamilton (McLaren), der Überraschungszweite Sergio Perez (Sauber) und Ferrari-Star Fernando Alonso dem Triumphmarsch. Dank einer starken Aufholjagd von Startplatz zehn baute der Spanier seine Gesamtführung aus und filmte danach übermütig mit einer TV-Kamera die jubelnden Tifosi. "Es war sicher nicht einfach, aber wir hatten das schnellste Auto. So wollen wir jetzt weitermachen", rief Alonso in die feiernde Menge.

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Lewis Hamilton fuhr vorne ein einsames Rennen.

Mit 179 Punkten hat der zweimalige Champion nun satte 37 Zähler Vorsprung auf den neuen Zweiten Hamilton. Dritter ist jetzt der Monza-Fünfte Kimi Räikkönen (141) vor Vettel (140). "Es geht weiter, wir haben weiter unsere Chancen", urteilte Vettel sieben Rennen vor dem Saisonende. Für den Deutschen war es der zweite Ausfall des Jahres wegen Problemen mit der Lichtmaschine. Auch Teamgefährte Mark Webber, zuvor WM-Dritter, kam nicht ins Ziel. "Eine Riesenschande. Das Ganze ist frustrierend", schimpfte Teamchef Christian Horner.

Schumacher: "Ein ganz klarer Aufwärtstrend"

Ein harter Zweikampf zwischen Vettel (links) und Alonso endete mit einer Durchfahrtsstrafe für den Deutschen.

Zuvor hatte sich Vettel bereits über die Rennkommissare geärgert, die ihn nach einem harten Verteidigungsmanöver gegen Alonso mit einer Durchfahrtstrafe belegt hatten. "In dem Moment war ich sehr sauer", gestand der 25-Jährige, meinte dann aber: "Fertig und weiter." Rekordchampion Michael Schumacher fuhr in dem packenden Rennen auf Rang sechs. "Ein ganz klarer Aufwärtstrend", befand der 43-Jährige. Sein Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg kam als Siebter ins Ziel. "Der Start war ganz schlecht. Dann ging die Post ab", sagte Rosberg. Timo Glock steuerte seinen Marussia auf Rang 17. Der von ganz hinten gestartete Force-India-Fahrer Nico Hülkenberg musste kurz vor Schluss aufgeben.

Vettel erwischte keinen guten Start und konnte Platz fünf nur mit Mühe behaupten. Dagegen legte WM-Rivale Alonso mit Wut im Bauch gleich richtig los und preschte in den ersten zwei Runden von zehn auf sechs vor. So hatte der Spanier seinen deutschen Kontrahenten schon nach wenigen Kilometern vor sich. Beide schnappten sich danach mit geschickten Manövern den als Vierter gestarteten Schumacher. Noch weiter durchgereicht wurde Schumachers Mercedes-Teamgefährte Rosberg. Nach einem verunglückten Start und einem Rempler von Williams-Pilot Bruno Senna fand sich der als Sechster losgefahrene Wiesbadener auf Rang 13 wieder.

Harter Zweikampf zwischen Vettel und Alonso

Frust pur: Wütend stapfte Sebastian Vettel nach seinem Ausfall zurück in die Box.

Vorn verteidigte Hamilton souverän seine Führung, Ferrari-Pilot Felipe Massa eroberte Platz zwei von Spa-Sieger Jenson Button im zweiten McLaren. Nach 18 Runden zwängte sich Button aber wieder an Massa vorbei. Der Brasilianer steuerte seinen Ferrari danach an die Box, kurz darauf folgten Vettel und Alonso. Haarscharf konnte der deutsche Red-Bull-Fahrer seine Position gegen den Gesamtführenden behaupten, dicht hintereinander kam das Duo zurück auf die Strecke – und das hinter einem Pulk anderer Autos. Mit einiger Mühe schlängelten sich Vettel und Alonso durch das Feld, dann griff der Ferrari-Star an. Doch der Hesse fuhr Kampflinie, Alonso rauschte ins Gras. "Jetzt ist es genug", funkte der Asturier wütend. Zwei Runden später konnte sich Vettel dann nicht mehr wehren und musste Alonso ziehen lassen. Damit nicht genug: Die Rennleitung verdonnerte Vettel für sein Manöver zu einer Durchfahrtstrafe – ein zumindest fragwürdiges Urteil. Durch die Strafe rutschte Vettel auf Rang neun zurück.

Sergio Perez mit dem schnellsten Auto im Feld

Sauber, Sergio Perez! Der junge Mexikaner stellte erneut sein Talent unter Beweis und fuhr ein perfektes Rennen. Der Lohn: Platz zwei und 18 WM-Punkte.

Vorn büßte derweil Button eine Woche nach seinem beeindruckenden Erfolg in Spa wohl endgültig alle Titelchancen ein, als sein McLaren in der 33. Runde mit einer streikenden Benzinpumpe auf der Zielgeraden ausrollte. Das Ferrari-Duo Massa und Alonso rückte damit auf die Plätze zwei und drei vor. Wenig später funkte Massas Renningenieur an den Südamerikaner: "Denk an deine Reifen, Fernando ist hinter dir." Nach ein paar weiteren Kilometern zog Alonso vorbei. Die Tifosi hofften nun sogar, dass ihr Liebling noch den führenden Hamilton angreifen könnte. Doch sie hatten nicht mit dem Mexikaner Perez gerechnet. Der Sauber-Pilot hatte dank einer perfekten Strategie am Ende das schnellste Auto und schnappte sich Alonso noch. Doch für den Spanier war das nicht ganz so schlimm, weil kurz vor dem Ende sein ärgster Verfolger Vettel sein Auto abstellen musste. In die verbleibenden sieben Rennen geht er nun mit einem dicken Polster.

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