Formel 1 GP Japan

Formel 1 GP Japan

— 02.10.2009

Transfer-Chaos bei Toyota

Teamchef Howett bestätigt Vertragsgespräche mit Räikkönen und Kubica. An einem Wechsel zu Toyota dürften aber beide wenig interessiert sein. Glock muss beim Training in Japan sein Cockpit räumen.

Toyota sorgt beim Heimrennen im japanischen Suzuka für eine Menge Verwirrung. Grund: Teamchef John Howett redet ganz offen über Vertragsgespräche mit Noch-BMW-Pilot Robert Kubica und Noch-Ferrari-Fahrer Kimi Raikkönen. Das Problem: Robert Kubica ist gar nicht mehr auf dem Markt! AUTO BILD MOTORSPORT erfuhr: Kubica hat längst beim Rennstall Renault unterschrieben. Nächste Woche Dienstag wird der Pole offiziell als Nachfolger von Fernando Alonso präsentiert, der 2010 für Ferrari an den Start gehen wird. John Howett sagt trotzdem zu ABMS: "Wir reden mit dem Management von Kimi Räikkönen und kämpfen um Robert Kubica."

Öffentliche Ohrfeige für die Toyota-Piloten Glock und Trulli

Zu spät: Robert Kubica hat bereits unterschrieben. Der Pole wechselt nach der Saison von BMW-Sauber zu Renault.

Das Problem bei Räikkönen: Der Finne hat offiziell längst betont, dass er 2011 nur dann in der Formel 1 bleibt, wenn er in einem Siegerteam fahren kann. Toyota ist das bisher aber nicht. Das Buhlen um ihn und Kubica ist ergo eine Ohrfeige für die aktuellen Piloten Jarno Trulli und Timo Glock. Beide haben noch keinen Vertrag für 2010. Nach den offenen Worten von John Howett ist eine Verlängerung mehr als fraglich. Denn der Brite degradiert beide zu Lückenbüßern. Glock schaut sich deshalb längst bei Sauber, Renault und Lotus um.

Testpilot Kamui Kobayashi statt Timo Glock im Toyota-Cockpit

Glock niedergeschlagen: Keine Vertragsverlängerung und jetzt die öffentliche Ohrfeige von Teamchef John Howett.

Spekulationen gab es auch vorher schon um den Hessen. Aus gesundheitlichen Gründen setzte Toyota im Freitagstraining zum Großen Preis von Japan seinen japanischen Testpiloten Kamui Kobayashi statt des Deutschen ins Auto. Tatsächlich hat eine schwere Erkältung Glocks Einsatz im ersten freien Training verhindert. Im zweiten wäre er nach eigener Aussage gerne gefahren. Durfte er aber nicht. Provokative Andeutungen, ob Glock plötzlich an "Kobayashi-Fieber" erkrankt sei, schob Toyota-Teamboss Howett barsch beiseite: "Solche dummen Fragen werde ich nicht beantworten."

Stuck ist entsetzt von Toyota

Experten wie Ex-Formel-1-Pilot Hans-Joachim Stuck kritisieren Toyota hart für eine solche Fahrerpolitik. Stuck zu ABMS: "In meinen Augen ist Timo ein Pilot, der jedem Team gut zu Gesicht stehen würde. Auch Spitzenmannschaften. Sein zweiter Platz in Singapur hat das wieder einmal deutlich gezeigt." Stuck weiter. "Umso erstaunlicher ist die Aktion der Toyota-Teamführung. Sie sagten ihm, er könne sich umschauen auf dem Markt, weil er in der Qualifikation noch Schwächen habe. Die traurige Geschichte um Timo Glock passt so richtig ins Bild von Toyota. Ich habe noch nie einen Rennstall mit so viel Budget erlebt, der so viele Fehler machte. Nur, was kann Timo Glock dafür?"

Autor: Bianca Garloff

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