Formel 1: GP Singapur 2012

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Formel 1: GP Singapur 2012

— 24.09.2012

Vettel meldet sich zurück

Sebastian Vettel hat seine Aufholjagd eingeläutet. Wie schon 2011 jubelte der Weltmeister beim Großen Preis von Singapur. Allerdings stand sein Sieg stundenlang unter Vorbehalt.

(dpa) Sebastian Vettel streichelte zärtlich seinen Red Bull, dann stimmte er sichtlich ergriffen und mit feuchten Augen die deutsche Hymne an. Passend zum ersten Formel 1-Sieg des Doppelweltmeisters nach fünf Monaten erleuchtete nach dem krachenden Nachtrennen mit zwei Safety-Car-Phasen und einem heftigen Auffahrunfall von Michael Schumacher ein Feuerwerk den Nachthimmel über Singapur. "Es hat lange gedauert, bis ich wieder ein Rennen gewinne, aber jetzt bin ich hier", sagte Vettel stolz. Da wusste er noch nicht, dass er weitere drei Stunden bangen musste.

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Mit seinem ersten Sieg seit seinem Erfolg am 22. April 2012 in Bahrain verkürzte Vettel letztlich den Rückstand auf WM-Spitzenreiter Fernando Alonso im Ferrari von 39 auf 29 Punkte. Der Spanier wurde Dritter hinter Vettel und Jenson Button im McLaren. "Du bist zurück in der WM", gratulierte der ebenfalls glückselige Teamchef Christian Horner Vettel via Boxenfunk. Allerdings wurde sein Starpilot wegen seiner Fahrweise in der ersten Safety-Car-Phase vor die Rennkommissare zitiert. Button hatte sich über das seiner Meinung nach abrupte Abbremsen und Beschleunigen beschwert, wodurch es beinahe zu einem Unfall gekommen wäre. Erst am Montagmorgen (24. September 2012) um 1.00 Uhr Ortszeit nach über 40-minütiger Vernehmung konnte sich Vettel seines 23. Karrieresieges endgültig sicher sein.

Dabei war der Hesse selbst erst durch das Pech eines anderen erst in die Siegspur gekommen. Nach nicht mal der Hälfte der Renndistanz konnte Lewis Hamilton nicht mehr schalten und musste seinen McLaren auf dem Seitenstreifen parken. "Es ist, wie es ist. Es war eigentlich ein ganz leichtes Rennen für mich", meinte Pole-Mann Hamilton, der nach seinen Erfolgen in Kanada, Ungarn und Italien auch in Singapur wie der klare Sieger ausgesehen hatte. Im Klassement wurde der Weltmeister von 2008 von Vettel überholt. Der Heppenheimer kletterte vom vierten auf den zweiten Platz, auch vorbei an Kimi Räikkönen, der sich im Lotus mit Platz sechs zufriedengeben musste. Vettel hat nach seinem 23. Karrieresieg 165 Punkte, Alonso 194. Räikkönen kommt auf 149 Zähler, Hamilton bleibt bei 142. "Es sieht besser als vorher aus", kommentierte der erleichterte Vettel das neue Klassement: "Ich bin kein Genie, aber mein Rückstand ist jetzt zehn Punkte geringer."

Punkten konnte auch Nico Rosberg. Der Wiesbadener wurde im zweiten Mercedes Fünfter. Nico Hülkenberg kam nach einem Reifendefekt im Force India letztlich nicht über Rang 14 hinaus. Zwei Plätze davor durfte Timo Glock als Zwölfter nach der Maximalfahrzeit von zwei Stunden sein mit Abstand bestes Ergebnis im Marussia bejubeln. Wegen der Verzögerungen konnten nicht alle der angesetzten 61 Runden gefahren werden, Vettel wurde nach 59 Umläufen mit der schwarz-weiß karierten Flagge abgewunken. Kumpel Schumacher war da schon längst nicht mehr im Rennen. Kaum war die erste Safety-Car-Phase überstanden nach einem Unfall des Inders Narain Karthikeyan, rauschte der Rekordchampion mit seinem Silberpfeil ins Heck des Toro Rosso von Jean-Eric Vergne. Schon vor einem Jahr war der siebenmalige Weltmeister ebenfalls nach einem Crash in Singapur ausgeschieden.

"Was ist denn da passiert?", fragte die perplexe Mercedes-Rennleitung. "Ich habe definitiv nicht zu spät gebremst", verteidigte sich der 43 Jahre alte Schumacher. Vor den Rennkommissaren gestand er seinen Fehler ein. Beim nächsten Grand Prix in zwei Wochen in Japan muss Wiederholungstäter Schumacher – einen ähnlichen Unfall hatte er auch schon in Barcalona verursacht – zehn Plätze in der Startaufstellung zurück. Wie wichtig aber ein guter Start ist, bewies einmal mehr Vettel. Schon in der zweiten Kurve huschte er innen an Pastor Maldonado vorbei, der Williams-Pilot aus Venezuela war von Rang zwei gestartet, Vettel von drei. Lange passierte dann so gut wie nichts. Alles sah nach einem weiteren Sieg von Hamilton aus.

Doch dann das: Leichter Rauch stieg hinter dem McLaren auf dem lichtdurchfluteten 5,073 Kilometer langen Marina Bay Street Circuit auf. Hamilton versuchte verzweifelt zu schalten. Aber nichts ging. Hilflos musste der Brite Vettel vorbeiziehen lassen, der das Unheil des WM-Rivalen schon hatte kommen sehen. "Ich habe zwei Runden vor dem Ausfall von Lewis gemerkt, dass er Öl verliert. Sonst wär es sicher schwer geworden", gab Vettel zu. Nehmen ließ sich der Deutsche die Chance nicht mehr.

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