Nico Rosberg

Formel 1: GP Ungarn 2007

— 03.08.2007

Da gehts lang in Budapest

Nico Rosberg (22) von Williams-Toyota erklärt die Formel-1-Piste exklusiv aus Fahrersicht. Sein Pisten-Protokoll diesmal: der Hungaroring.

Budapest ist eine der schönsten Formel-1-Städte überhaupt. Allerdings bekomme ich davon nicht wirklich viel mit. Denn um mich voll aufs Rennen konzentrieren zu können, wohne ich im Motorhome direkt an der Piste. Den Hungaroring nennen wir Fahrer scherzhaft Micky-Maus-Kurs, weil er so viele enge Kurven und wenig lange Geraden hat. Deshalb müsste die Strecke unserem Auto extrem gut liegen. Denn mein Williams-Toyota mag langsame Pisten. Weil der Bodenbelag ziemlich wellig ist, fahren wir mit einer extrem weichen Abstimmung. Außerdem nutzen wir das gleiche Aerodynamik-Paket wie in Monaco. Das heißt: so steil eingestellte Front- und Heckflügel und so viele Zusatzflügelchen wie möglich. Wir nehmen also bewusst etwas weniger Topspeed in Kauf, weil der auf dem Hungaroring eh nicht so wichtig ist. Überholen ist nämlich selbst Ende Start-Ziel fast unmöglich, wenn der Vordermann keinen gravierenden Fehler macht. Ganz wichtig sind deshalb Qualifikation und Strategie: Wenn du von hinten startest oder durch einen zu frühen Stopp ans Ende des Feldes fällst, hast du keine Chance auf Punkte. Und: In Ungarns Puszta wird es ganz sicher wieder richtig heiß sein. Wenn du da nicht genug trinkst, lässt die Konzentration ganz schnell nach. Erleben Sie die Formel-1 von der ersten Minute an. Hier geht es zum Live-Ticker von Adrivo.com und autobild.de.
GP Ungarn 5. 8. 2007 11. WM-Lauf
Hungaroring seit 1986 im Kalender
Länge 4,381 km
Durchschnittstempo Sieger 2006 163,773 km/h
Rundenrekord 1.19,071 Min; M. Schumacher, Ferrari, 2004
Runden/Distanz 2007 70 / 306,663 km
Sieger 2006 J. Button, Honda, 1:52.20,941 Std
Schnellste Runde 2006 F. Massa, Ferrari, 1.23,516 Min
Poleposition 2006 K. Räikkönen, McLaren-Mercedes, 1.19,599 Min

Die Highlights 2006

Der Hungaroring: 4,381 km lang und nach Monte Carlo der zweitlangsamste Kurs der Formel 1.

Im Jahr 2006 wurde der Ungarn GP bei chaotischen Wetterbedingungen ausgetragen. Der Regen machte die Reifenwahl zur Lotterie. Es gewann Honda-Pilot Jenson Button, der von Platz 14 ins Rennen gegangen war. Für Michael Schumacher sah es bis Runde 65 nach einem fünften Platz aus, aber nach einer Kollision mit Nick Heidfeld (BMW) sprang nur Rang acht raus, mit drei Runden Rückstand. Der spätere Weltmeister Fernando Alonso (Renault) musste in der 52 Runde nach einem Defekt an der Antriebswelle vorzeitig die Segel streichen. Robert Kubica (BMW) gab in Ungarn sein Formel-1-Debüt. Er wurde wegen Untergewichts aus der Wertung genommen: Nur dadurch erbte Schumi einen Punkt.

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