Formel 1: GP USA 2012

— 19.11.2012

Hamilton stiehlt Vettel die Show

Die WM-Entscheidung ist vertagt: Sebastian Vettel musste sich in seinem 100. Formel 1-Rennen mit Rang zwei hinter Lewis Hamilton begnügen. Titelrivale Fernando Alonso landete auf Platz drei.



(dpa) Red Bull-Pilot Sebastian Vettel hat beim Großen Preis der USA am 18. November 2012 den zweiten Platz belegt. Der Brite Lewis Hamilton gewann im McLaren den vorletzten Saisonlauf der Formel 1-Weltmeisterschaft in Austin. Der Spanier Fernando Alonso wahrte durch Rang drei im Ferrari seine Titelchance. Die WM-Entscheidung fällt beim Saisonfinale am kommenden Sonntag (25. November 2012) in Sao Paulo. Vettel hat vor dem Großen Preis von Brasilien 13 Punkte Vorsprung vor Alonso. Sollte Alonso in Sao Paulo gewinnen, würde Vettel ein vierter Platz zum dritten WM-Titel hintereinander reichen. Red Bull sicherte sich in den USA vorzeitig die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft.

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Schampusdusche mit Cowboyhut: Vettel war auch mit Rang zwei sehr zufrieden. "Wir können sehr happy sein", funkte er an sein Team.

"Wir können sehr happy sein, sehr happy", funkte Vettel seiner Mannschaft, die sich auch noch über den dritten WM-Gewinn in Serie in der Konstrukteurswertung freuen durfte. "Fürs Team ist es fantastisch. Die Jungs dürfen sich heute Abend natürlich ein Bier aufmachen", kündigte Vettel an: "Und ich bin dabei." Bis Dienstag wird der 25 Jährige in Austin bleiben, dann geht es weiter zum letzten Saisonlauf nach Brasilien. "Alles hängt am nächsten Wochenende von den Fahrern ab", meinte Red-Bull-Teamchef Christian Horner zu bevorstehende Showdown in Interlagos.

Circuit of the Americas: Die neue Strecke im Portrait

WM-Rivale Fernando Alonso (hier bei der Fahrerparade vor dem Rennen) wahrt sich mit dem dritten Platz seine Chancen auf den Titel.

"Wir wollten unsere WM-Hoffnungen am Leben halten. Nach diesem Wochenende ist dieses Podium wie ein Sieg für uns. Dass wir nur drei Punkte verlieren, hätte wohl niemand gedacht", betonte Vettels einzig noch verbliebener Widersacher Alonso. Den womöglich entscheidenden Schachzug, um weiter im WM-Rennen gegen Vettel bleiben zu können, machte der Red-Bull-Rivale schon vor dem Start. "Jeder, der in unserer Position ist, würde das auch machen", sagte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali in beeindruckender Ehrlichkeit nach dem Rennen. Vor dem Lauf hatte am Wagen von Felipe Massa ganz plötzlich das Getriebe gewechselt werden müssen, der Brasilianer selbst konnte sich ein vielsagendes Grinsen nicht verkneifen. Vettel tat die Ferrari-Finte lapidar ab: "Das ist nicht unsere Sache." Durch die Zurückversetzung von Massa rutschte Alonso noch einen weiteren Platz nach vorne.

Blitzstart für Fernando Alonso

Als die Roten Ampeln dann ausgingen, hielten die 120.000 Zuschauer auf dem nagelneuen Circuit of the Americas den Atem an. Alonso katapultierte sich binnen weniger Sekunden an Nico Hülkenberg im Force India, Abu-Dhabi-Sieger Kimi Räikkönen im Lotus und auch noch Rekordchampion Michael Schumacher im Mercedes vorbei. Noch weiter vorn wurde schnell deutlich, dass es für Vettel keine Spazierfahrt auf dem 5,513 Kilometer langen Kurs würde. Nachdem er seine 36. Karriere-Pole souverän verteidigt hatte, konnte er den künftigen Mercedes-Piloten Hamilton nicht abschütteln. Der Brite blieb in Sekunden-Abstand hinter Vettel, dessen Fan-Club in Heppenheim jedes Manöver gebannt beim Public Viewing verfolgte.

Webber-Ausfall: Wieder einmal die Lichtmaschine

Mark Webber erlebte in Texas ein Debakel. Sein Red Bull blieb mit defekter Lichtmaschine liegen – null Punkte für den Australier.

Vettel sah hingegen vor allem den immer größer werdenden McLaren im Rückspiegel. Und dann auch das noch: In Runde 18 von insgesamt 56 rollte der Red Bull von Teamkollege Mark Webber aus: Schon wieder sorgte eine kaputte Lichtmaschine für einen Red Bull-Ausfall. Zum Glück für Alonso, der dadurch auf Rang drei vorrückte. Noch weiter vorne ließen Hamiltons Attacken etwas nach, der Champion von 2008 kam als erster zum Reifenwechsel, unmittelbar dahinter Alonso. Eine Runde später bekam auch Vettels Rennwagen Abbey die harten Pirelli-Pneus aufgezogen. Alles lief wie geschmiert beim Renn- und WM-Spitzenreiter: Alonso verlor bei seinem Boxenstopp einige Sekunden, konnte letztlich aber seinen dritten Rang halten.

Gegen Hamilton war kein Kraut gewachsen

Vettels noch größeres Problem hieß sowieso Hamilton: Auf der langen Geraden kam der Engländer immer wieder gefährlich nah. In der 42. Runde war es soweit: Vettel konnte die Attacke nicht mehr verhindern. Die vermeintlichen 20 Punkte Vorsprung zu diesem Zeitpunkt auf Alonso mit Blick aufs Finale schmolzen auf 13. Für Hamilton, der sich schon länger aus dem WM-Kampf verabschiedet hat, war es der 21. Sieg. "Sich mit den Red Bull und Sebastian zu messen, ist eine echte Herausforderung. Aber wir haben es geschafft", meinte der Brite.

"Schumi" erneut desolat: Mehr als Platz 16 war nicht drin

Desaströses Wochenende für Mercedes: Schumacher wurde nur 16., Teamkollege Rosberg blieb mit Rang 13 ebenfalls punktlos.

Für Vettel, der sich zum Schluss noch die schnellste Rennrunde sicherte, war es der sechste Podiumsplatz in den vergangenen sechs Rennen. Neben dem 25 Jahre alten Hessen, der 2007 beim bis dato letzten USA-Rennen seinen Einstieg in die Formel 1 gefeiert hatte (Sieger damals: Hamilton), schaffte es aus deutscher Sicht nur noch Hülkenberg als Achter in die Top Ten. Schumacher wurde in seinem vorletzten Formel 1-Rennen deprimierender 16, Rosberg landete drei Plätze davor. Glock kam auf Rang 19.

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