Formel 1: GP USA 2013

Formel 1: GP USA 2013

— 18.11.2013

Vettel unerbittlich

Sieg Nummer acht in Serie, der zwölfte im Jahr 2013: Auch im vorletzten Saisonrennen ist Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel nicht zu bremsen.

Austin (dpa) Zur emotionalen Liebeserklärung an sein Team brannte Sebastian Vettel seine Siegerkreisel auch in den amerikanischen Asphalt. Mit unerbittlicher Dominanz hat der viermalige Formel-1-Weltmeister seine Rekordjagd im Land der unbegrenzten Möglichkeiten fortgesetzt. Vettel feierte am 17. November 2013 beim Großen Preis der USA seinen achten Saisonsieg in Serie: Er ließ damit Rekordchampion und Kindheitsidol Michael Schumacher endgültig hinter sich, der in seinem letzten Titeljahr (2004) sieben Grand Prix nacheinander gewonnen hatte.
Vettel jagt Schumacher nächsten Rekord ab: Bester Seriensieger
Sebastian Vettel hat seinem Kumpel und einstigen Jugendidol Michael Schumacher einen weiteren Rekord abgejagt. Mit seinem achten Saisonsieg in Serie beim Großen Preis der USA übertrumpfte der Red-Bull-Pilot den ehemaligen Ferrari-Star. Vettel schaffte viel früher als Schumacher den Aufstieg in die Königsklasse. Der Heppenheimer gewann nicht nur als jüngster Grand-Prix-Pilot einen Punkt, er holte auch als Erster eine Pole-Position und einen Sieg. Zudem ist der inzwischen 26 Jahre alte Hesse der jüngste Weltmeister, Doppel-, Dreifach und inzwischen auch Vierfach-Champion. Vettel kann noch viele Bestmarken Schumachers brechen. Schon beim Saisonfinale am kommenden Sonntag in Sao Paulo kann er bei den Siegen in einer Saison mit seinem Landsmann gleichziehen.
"Fantastisch, Seb, Rekord gebrochen", lobte Teamchef Christian Horner, der einen Tag nach seinem 40. Geburtstag den nächsten Grund zum Anstoßen hatte. "Unglaublich", stammelte Vettel via Boxenfunk zurück. "Wir müssen diese Zeit genießen, solange es geht. Wir haben keine Garantie, dass diese Tage so bleiben. Ich bin so stolz auf euch. Ich liebe euch", sagte Vettel mit belegter Stimme, während er sich erneut zu seinen mittlerweile schon legendären Siegerkreiseln hinreißen ließ. "Es ist sehr schwierig, diesen Rekord zu realisieren”, meinte Vettel immer noch sichtbar bewegt. Auf dem Circuit of the Americas war er erneut in einer eigenen Liga gefahren, er bejubelte bereits eine Woche vor dem Finale in Brasilien erstmals in seiner Karriere zwölf Rennerfolge in einer Saison. Es war der insgesamt 38. Sieg in seinem 119. Rennen. "Vettel, Vettel, Vettel", sagte Ex-Weltmeister Niki Lauda und zog gleich dreimal die Kappe vor dem Saisonrekordsieger.

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Wichtige Punkte im Duell mit dem zweitplatzierten deutschen Mercedes-Team konnte Romain Grosjean im Lotus auf dem zweiten Rang einheimsen. Dritter wurde Mark Webber im zweiten Red Bull. Vorjahressieger Lewis Hamilton verpasste als Vierter im Silberpfeil das Podest, kletterte aber im WM-Klassement am verletzten Kimi Räikkönen (Lotus) vorbei auf den dritten Rang hinter Vettel und Fernando Alonso. Der Spanier landete im Ferrari in Austin auf dem fünften Platz und steht damit als WM-Zweiter hinter Vettel fest.

Für weitere Freude aus deutscher Sicht sorgte Nico Hülkenberg. Der Sauber-Pilot – noch immer ohne Anstellung im kommenden Jahr – reihte sich auf dem sechsten Platz ein. "Ich kann einigermaßen zufrieden sein", sagte der Emmericher mit breitem Grinsen. Nico Rosberg schaffte es nach einer verkorksten Qualifikation mit Platz 14 im zweiten Mercedes nur noch auf Platz neun. Adrian Sutil hatte den 18. WM-Lauf 2013 in seinem Force India nach wenigen Metern beenden müssen. Der Gräfelfinger sorgte für frühe Action vor rund 100.000 Zuschauern in dem ansonsten langweiligen zweiten Formel-1-Rennen in Austin.

Vettel verteidigte beim Erlöschen der Roten Ampeln erfolgreich seine 44. Pole. Teamkollege Webber aus Australien musste sich in seinem vorletzten Formel-1-Rennen vom Franzosen Grosjean und Briten Hamilton überholen lassen. Hülkenberg rutschte vom vierten auf den fünften Platz zurück. Ausgerechnet Landsmann Sutil bremste dann Vettel zunächst bei dem Vorhaben ein, sich schon zu Beginn seiner nächsten Rekordjagd einen Vorsprung herauszufahren. Der Gräfelfinger touchierte nach Startrang 16 mit dem Williams von Pastor Maldonado. Sutil rutschte mit seinem Force India quer über die Strecke und krachte in die Leitplanken. Nach nicht mal einer Runde musste das Safety Car raus. Vier Umläufe später war das Rennen wieder freigegeben und Vettel einmal mehr hellwach.

Der seit der Sommerpause ungeschlagene Deutsche, der schon bei der Fahrerparade in einem rassigen Sportwagen lieber selbst das Steuer übernommen und seinen eigentlichen Fahrer gut gelaunt chauffiert hatte, ließ sich aber ein bisschen Zeit, hielt den Vorsprung bei drei Sekunden. Grosjean, der in den vergangenen vier Rennen schon dreimal Dritter geworden war, ließ sich anfangs nur schwer abschütteln. Bis Vettel richtig Gas gab. Gleich dreimal nacheinander drehte der Heppenheimer die schnellste Rennrunde und baute sein Zeitpolster auf über sieben Sekunden aus. "Es ist wichtiger, dass wir so lange fahren wie möglich und nicht so schnell wie möglich", ermahnte ihn prompt sein Renningenieur Guillaume Rocquelin. Aber was machte Vettel? Schon bei der nächsten Runde unterbot der 26 Jahre alte Hesse sein vorherige Bestzeit abermals.

Für die Konkurrenz bleibt seit nunmehr vier Jahren nur der Kampf um die Plätze – die letzten Entscheidungen darum fallen am 24. November. Vettel kann in Brasilien zudem die nächste Schumacher-Marke egalisieren: Gewinnt er auch dort, kommt er auf 13 Saisonsiege – auch diese von vielen für fast unantastbar gehaltene Bestmarke hatte Schumacher vor neun Jahren aufgestellt. Vettel hat sich die Formel 1 aber längst zum Land der unbegrenzen Möglichkeiten gemacht.

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