Formel 1 GP von Belgien 2008, Nick Heidfeld Sauber-BMW

Formel 1 GP von Belgien 2008

— 09.09.2008

Heidfelds Regen-Riecher

Der bisherige Verlauf der Saison verlief für BMW-Pilot Nick Heidfeld nicht gerade nach Wunsch. Beim GP von Belgien aber hatte er den richtigen Riecher und wurde am Ende mit Platz zwei belohnt.

Als der Große Preis von Belgien vom Formel-1-Rennen zum Vabanquespiel wurde, traf Nick Heidfeld eine goldrichtige Entscheidung. Kaum waren die ersten Regentropfen gefallen und hatten im Fahrerfeld kurz vor dem Ende für heilloses Durcheinander gesorgt, fuhr der deutsche Fahrer von BMW-Sauber an die Box und ließ Regenreifen auf seinen Boliden ziehen. Ein Volltreffer. Der Mönchengladbacher konnte Platz um Platz gutmachen, nachdem er zuvor lange zwischen den Rängen sieben und acht gependelt war. Am Ende schaffte er es durch einen beherzten Schlussspurt noch aufs Treppchen, später wurde ihm sogar der zweite Platz zugesprochen. Da ballte auch Teamchef Mario Theissen die Fäuste. Er hatte wie auch Heidfeld zuletzt Kritik einstecken müssen, nachdem die Ergebnisse in den vergangenen Rennen nicht stimmten. Nun stellte Theissen seinem Fahrer sogar eine Vertragsverlängerung über die laufende Saison hinaus in Aussicht: "Das war schon ganz schön gut."

Quick Nick würde gern bei BMW bleiben

Nick Heidfeld hat in Belgien bewiesen, dass sich der Mut zum Reifen-Risiko gelohnt hat.

Heidfeld würde liebend gern weitermachen: "Das ganze Team steht hinter mir, ich spüre großen Rückhalt. Ich hoffe, dass es so weitergeht." Der erste Schritt ist gemacht. Denn die Entscheidung zum Reifenwechsel fällte "Quick Nick" im Alleingang: "Ich habe gepokert. Es war riskant, auf Regenreifen zu gehen, aber es hat sich gelohnt. Ich habe mir gedacht, dass sich kein anderer traut, die Reifen zu wechseln, aber für mich war es die einzige Chance, noch was zu reißen. Ich hätte auch der Depp sein können." Als Heidfeld die ersten Regentropfen spürte, funkte er die Box an: "Reifenwechsel." Die Reaktion fiel verhalten aus. Heidfeld: "Als ich durchgegeben hatte, dass ich neue Reifen wollte, war erst mal Schweigen am anderen Ende. Aber es hat sich gelohnt. Dieses Rennen ist ein bisschen wie ein Spiegel der gesamten Saison. Zu Anfang hatte ich eine leichte Kollision, habe mich aber zum Glück nicht gedreht."

Das war das Maximum

Schon nach dem Qualifying, in dem Heidfeld sich auf den fünften Startplatz katapultierte, war er optimistisch: "Ich habe das Maximum herausgeholt. Es ist das ganze Wochenende toll gelaufen." Bereits am Samstagmorgen hatte der 31-Jährige seinen Aufwärtstrend mit der Bestzeit im dritten freien Training angedeutet. "Wir haben bei den Testfahrten in Monza ein paar Kleinigkeiten verbessert, das hat sich ausgezahlt", sagte er. Gedanken an einen Platz auf dem Siegertreppchen machte er sich da allerdings noch nicht: "McLaren-Mercedes und Ferrari sind zu schnell für uns." Nach dem Start fiel Heidfeld zunächst auf Platz elf zurück, kämpfte aber tapfer und wurde am Ende belohnt. In der Fahrerwertung belegt der Deutsche mit nun 49 Punkten einen guten fünften Platz, in der Teamwertung bleibt BMW-Sauber Dritter (107) hinter Ferrari (131) und McLaren-Mercedes (119).

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