Sebastian Vettel (rechts), Christian Horner

Formel 1: GP von China

— 15.04.2011

Vettel Schnellster im Training

Zum Auftakt des China-GP hat Sebastian Vettel die Bestzeit im Training hingelegt. Für einen Lichtblick sorgten auch die Silberpfeile: Platz vier und fünf für Rosberg und Schumacher.

(dpa) Perfekte Einstimmung auf den doppelten Hattrick für Sebastian Vettel, Hoffnungsschimmer für die Silberpfeile: Der Formel 1-Weltmeister hat im Red Bull auch im Reich der Mitte seine Vorherrschaft vorerst unterstrichen. Der WM-Spitzenreiter sorgte am Freitag (15. April) beim Training zum Großen Preis von China mit der schnellsten Runde wieder für klare Verhältnisse. Während die beiden McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button als Zweiter und Dritter ihre Ambitionen unterstrichen, Vettels Siegesserie zu beenden, überraschte das Mercedes-Duo Nico Rosberg und Michael Schumacher auf den Plätzen vier und fünf. Insgesamt schafften es im zweiten Training in Shanghai sogar fünf der sechs Deutschen unter die Top Acht.

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Erleichterung bei Schumi: "Neue Herangehensweise hat sich ausgezahlt."

Spürbar war das erste Aufatmen bei Mercedes. "Wir haben unsere Herangehensweise geändert und ich denke, dass sich das ausgezahlt hat", meinte Rekordweltmeister Schumacher. Motorsportchef Norbert Haug sprach vom bisher besten Freitag in dieser Saison. "Es sieht so aus, als ob wir uns gesteigert haben", so Haug. Zumal bei Schumacher offenbar noch ein bessere Zeit möglich gewesen wäre. Der siebenmalige Titelträger hatte Probleme mit dem Hybridsystem KERS. Schumachers Stallrivale Rosberg gab die dritte Startreihe als Ziel für die Qualifikation auf dem Shanghai International Circuit aus und stellte nach den Rückschlägen in den ersten beiden Rennen und dem Rätseln über die Ursachen erfreut fest: "Wir haben einiges verstanden und gefunden."

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Demoliert: Nick Heidfeld leistete sich beim Training in Shanghai gleich zwei Abflüge und beschädigte den Frontflügel.

Allerdings wähnt auch Vettel das Potenzial seines bis dato so überlegenen Red Bulls noch nicht ausgereizt. "Es gibt noch ein bisschen Luft nach oben. Wir müssen schauen, dass wir das über Nacht noch finden", meinte der Heppenheimer, der sowohl seine dritte Pole in China schaffen kann als auch den dritten Sieg im dritten Saisonlauf und den fünften insgesamt nacheinander. Doch Vettel wäre nicht Vettel, wenn er derartige Prognosen nicht auf seine Art beantworten würde: "Soweit ich weiß, wenn ich heute Nacht in die Kiste geh, wach ich morgen auf und es ist Samstag."

An Schlaf denken die Verfolger nicht. "Wir müssen rausbekommen, warum die Veränderungen nicht die erhofften Verbesserungen gebracht haben", meinte der WM-Zweite Button. Auch Teamkollege Hamilton, der 0,166 Sekunden langsamer war als Vettel, klagte: "Wir haben ein bisschen mit dem Set-up zu kämpfen gehabt." Das Auto sei nicht in allen Bereichen wie man es sich vorgestellt habe. "Wenn wir das Balance-Problem in den Griff kriegen, werden wir näher an Red Bull sein", prophezeite Button allerdings auch. Der Weltmeister von 2009 hat vor dem dritten von derzeit 19 geplanten Saisonrennen 26 Punkte und damit 24 Zähler weniger als Vettel. Hamilton, Champion von 2008, hat 22 Punkte, genauso wie der viertplatzierte Mark Webber im zweiten Red Bull. Der Australier kam am Freitag nach Platz 2 im ersten Training auf Rang zehn in der zweiten Session.

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Fernando Alonso gibt sich kämpferisch: "Ich habe keinerlei Zweifel, dass ich um den Titel mitfahren werde."

Abzuwarten bleibt, wie sich der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso schlagen wird. Beim Training kam er im Ferrari nur auf die Ränge 12 und 14. Gleichwohl sind Rückschlüsse immer schwierig. Die Teams nutzen die drei Stunden unterschiedlich. In einem Interview der "Gazzetta dello Sport" stellte der Spanier aber schon klar: "Ich habe keinerlei Zweifel, dass ich um den Titel kämpfen werde." Ferrari schaffte es in diesem Jahr noch nicht mal aufs Podest. Das gelang indes Nick Heidfeld. Fünf Tage nach dem dritten Platz von Malaysia leistete sich der Lotus Renault-Pilot in China allerdings gleich zwei kleinere Abflüge und demolierte beide Male den Frontflügel. Am Ende schlug die achtbeste Zeit zu Buche. Ein Platz vor Heidfeld reihte sich Force India-Fahrer Adrian Sutil ein. Nur für Timo Glock war wieder mal nichts zu holen – im Marussia Virgin wurde er nur Vorletzter.

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