Formel 1: GP von Malaysia 2011

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Formel 1: GP von Malaysia 2011

— 11.04.2011

Erneute Meisterleistung von Vettel

Sebastian Vettel setzt seinen Siegeszug durch die neue Formel 1-Saison fort. Auch im zweiten Rennen war der Pole-Mann nicht zu stoppen. Für Furore sorgte aber auch Nick Heidfeld.
 

(dpa) Souveräner Sebastian Vettel, sensationeller Nick Heidfeld: Formel 1-Champion Vettel stieß nach einer erneuten Meisterleistung und dem zweiten Sieg im zweiten Saisonrennen freudetrunken mit seinem Landsmann auf dem Podium an. Cool und taktisch clever behauptete der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim am Sonntag (10. April 2011) beim Großen Preis von Malaysia seine Pole Position und wies die abermals chancenlose Konkurrenz trotz teilweise fehlender Zusatz-PS in die Schranken. "Das war ein großer Tag. Ich denke, ich kann in dem Stadium der Saison nicht glücklicher sein", stellte Vettel fest. Das traf auch auf Heidfeld zu. Überraschend raste der Rheinländer nach einem famosen Start hinter Vettel und Ex-Weltmeister Jenson Button zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder aufs Podest. "Liebe Grüße nach Hause, das hab ich versprochen", sagte der Lotus-Renault-Pilot, nachdem er bei der Pressekonferenz der ersten Drei Platz genommen hatte. "Ich habe nicht damit gerechnet, hier zu sitzen."

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Die beiden Mercedes-Piloten Michael Schumacher und Nico Rosberg erlebten dagegen das nächste Fiasko: Rekordchampion Schumacher kam nur auf Platz neun, Rosberg wurde gar nur Zwölfter hinter Adrian Sutil im Force India. "Man muss ganz klar sagen, dass wir 'ne ganze Ecke zu langsam sind", so das ernüchternde Fazit Schumachers, der sich dann auch in schwäbische Weisheiten flüchtete: "Wie man im Schwabenland sagt: schaffe, schaffe Häusle baue." Timo Glock landete im Marussia Virgin auf dem 16. Rang. Vettel schaffte es indes wie in Australien nach Pole auf Platz 1. Eine Woche vor dem Großen Preis von China führt er mit der Optimalausbeute von 50 Zählern die WM-Wertung klar an. Zweiter ist Button (26). "Er hat 24 Punkte Vorsprung und ist der Mann, den es zu schlagen gilt", meinte der Brite. Sollte Vettel im Reich der Mitte der Auftakt-Hattrick gelingen, hätte er bereits einen Vorsprung von mindestens 31 Punkten. "Wir wollen den Schwung beibehalten und ins nächste Rennen mitnehmen", kündigte Vettel "überglücklich" an: "Zwei Siege in zwei Rennen - besser geht's nicht, aber der WM-Titel ist noch weit weg."

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Vettel legte einen Klassestart hin, nur Heidfeld stahl ihm die Show. Der Mönchengladbacher, der nur durch den Rallye-Unfall von Robert Kubica doch noch ein Renncockpit bekommen hatte, überholte gleich drei Ex-Weltmeister. Frech und forsch raste "Quick Nick" dabei sogar in der ersten Kurve außen am Qualifikationszweiten Lewis Hamilton vorbei. Für Hamilton ging der Ärger noch nach dem Rennen weiter, als er wegen mehrfacher regelwidriger Manöver eine 20-Sekundenstrafe aufgebrummt bekam und auf Platz acht abrutschte. Ferrari-Star Fernando Alonso bekam die gleiche Strafe, er blieb aber auf dem für ihn nicht minder enttäuschenden Rang sechs. Vorne machten vor allem zwei Deutsche die Musik. "Ich hab' mich ein bisschen gewundert, als der Nick im Spiegel auftauchte. Ich dachte, was will der denn?", schilderte Vettel mit einem Schmunzeln und gratulierte dem Landsmann, nachdem dieser schon Kritik nach Platz zwölf zuletzt in Melbourne hatte einstecken müssen. "Ich freu mich auch für den Nick, das hat er verdient", sagte Vettel, der die 17. Pole seiner Karriere ebenso souverän wie vor zwei Wochen bei seinem Sieg in Australien verteidigte.

Kaum hatte sich das Zittern nach dem aufregenden Start gelegt, da machte die bange Frage die Runde: Wann kommt der erste Regen? Doch der blieb gänzlich aus. Auf der trockenen Strecke vergrößerte Vettel stetig seinen Vorsprung auf Heidfeld, der sich zu Beginn wiederum den Attacken von Hamilton erwehren musste. In der 14. Runde herrschte dann Rush Hour in der Boxengasse. Vettel, Heidfeld, Button und Ferrari-Mann Felipe Massa ließen neue Walzen aufziehen. Allesamt für trockene Verhältnisse. "Sebastian, wir bleiben bei Plan B", bekam Vettel etwas kryptisch danach via Boxenfunk mitgeteilt. Klarer hingegen die nächste Durchsage: "Benutze dein KERS nicht." Vettel musste also auf die zusätzlichen 82 PS (6,7 Sekunden lang pro Runde) verzichten. Ungläubig fragte er noch einmal nach. Die Antwort: "Benutze KERS gar nicht mehr." Selbst das konnte den 23-jährigen Heppenheimer aber nicht mehr aufhalten, der Dank ans Team via Boxenfunk ließ nach der Zieldurchfahrt auch nicht auf sich warten: "Ein fantastischer Job. In der Hitze haben wir kühlen Kopf bewahrt, es ist eine Freude."

In den Runden zuvor wurde es hinter Vettel aber noch mal richtig heiß. Heidfeld schob sich immer weiter nach vorn und wie schon am Start erneut an Hamilton vorbei. In der letzten Runde hing dem Mönchengladbacher dann Vettel-Kollege Webber im Nacken, doch der Rheinländer verteidigte tapfer seine Position. Heidfeld kam 25,075 Sekunden nach Vettel (1:37:39,832 Stunden über 310,408 Kilometer) ins Ziel. Auf dem Podium stießen beide dann gleichzeitig an.

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