Formel 1, GP von Singapur 2008, Fernando Alonso, Renault

Formel 1: GP von Singapur 2008

— 29.09.2008

Alonso kann noch siegen

Das erste Nachtrennen der Formel-1-Geschichte gewinnt Fernando Alonso vor Nico Rosberg und Lewis Hamilton. Ferrari erlebt ein Desaster und macht sich zum Deppen der Königsklasse.

Der Start des ersten nächtlichen Formel-1-Spektakels verlief am 28. September 2008 ziemlich unspektakulär: Polesitter Felipe Massa (Ferrari) zog in Singapur vor rund 100.000 Zuschauern davon, Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) verteidigte seinen zweiten Rang gegen Kimi Räikkönen (Ferrari). Nach einem Unfall des Brasilianers Nelson Piquet, der seinen Renault nach einem Dreher in der 15. Runde entgegen der Fahrtrichtung an der linken Streckenmauer mächtig demolierte, selbst aber mit dem Schrecken davonkam, wurde es dann aber noch richtig spannend. In der folgenden Safety-Car-Phase schob sich das Feld zusammen, und Fernando Alonso profitierte einerseits von seinem frühen ersten Tankstopp und außerdem davon, dass Rosberg und Kubica unter Gelb zum Tanken an die Box mussten. Die Folge: zehn Sekunden Stopp-and-Go-Strafe für beide Piloten. Den Sieg ermöglichte aber das Chaos bei Ferrari.

Der Ferrari-Blackout

Felipe Massa hatte von der Pole alle Chancen auf den Sieg, das Pitstop-Desaster zerstörte aber alle Träume.

Bei Massas Tankstopp schaltete die Boxen-Ampel auf Grün, der Brasilianer preschte los und riss mit dem noch arretierten Tankschlauch die halbe Boxen-Crew von den Beinen. "Das war ein Alptraum", gab Massas Renningenieur Rob Smedley zu. "Das grüne Licht hätte nicht da sein dürfen. Das war ein Fehler des Teams. Was schief laufenkonnte, ist schiefgelaufen." Massa stoppte am Ende der Boxengasse und musste warten, bis sich die verfügbaren Reste seiner Mannschaft in Bewegung setzten, um mit vereinten Kräften den verkeilten Tankrüssel wieder zu entfernen. Anschließend kassierte der Südamerikaner auch noch eine Durchfahrt-Strafe. Damit war für ihn das Rennen gelaufen. Am Ende Platz 13 und sieben Punkte Rückstand auf Lewis Hamilton sind das desaströse Ferrari-Resultat für Massa, das durch einen selbstverschuldeten Crash von Kimi Räikkönen kurz vor Rennende zusätzlich belastet wurde.

Das Rennen der Deutschen

Sebastian Vettel wurde in Singapur Fünfter und fuhr zum vierten Mal in Folge in die Punkte.

Imposant war der Auftritt der deutschen Piloten. Nico Rosberg (Williams) war als Zweiter der Beste einer starken schwarz-rot-goldenen Flotte. Hinter dem WM-Führenden Hamilton im McLaren-Mercedes reihten sich Toyota-Pilot Timo GlockSebastian Vettel im Toro Rosso und Nick Heidfeld im BMW-Sauber auf den Plätzen vier, fünf und sechs ein. Shootingstar Vettel unterstrich durch diese Platzierung seine Superleistung in den vergangenen Wochen. In vier Rennen holte Super-Seb hintereinander 21 Punkte, Hamilton 22 und Massa trotz des Singapur-Debakels 23 Zähler. Vor den letzten drei Rennen der Saison hat Hamilton nun sieben Punkte Vorsprung auf Massa, der bei 77 Zählern verharrt. "Eine Sieben-Punkte-Führung ist unbezahlbar bei noch drei ausstehenden Rennen", meinte McLaren-Boss Ren Dennis. Dritter bleibt Robert Kubica (64) vor Räikkönen (57). Als bester Deutscher verbesserte der fünftplatzierte BMW-Sauber-Mann Heidfeld sein Konto um drei Zähler. In der Konstrukteurswertung überholte McLaren-Mercedes mit 135 Punkten Ferrari (134). Dritter ist BMW-Sauber (120). Das nächste Rennen findet am 12. Oktober in Fuji/Japan statt.

Autor: Sven-Jörg Buslau

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