Fernando Alonso siegt in Silvestone

Formel 1: Grand Prix von Großbritannien 2011

— 11.07.2011

Alonso siegt in Silvestone

Alles sah nach einem weiteren Vettel-Triumph aus, doch dann brach beim zweiten Boxenstopp der Wagenheber. Alonso konnte die Führung übernehmen und holte den ersten Saisonsieg für Ferrari.

(dpa/) Für das schwach in die Saison gestartete Ferrari-Team war es der erste Sieg in diesem Jahr. Fernando Alonso triumphierte beim Grand Prix von Großbritannien 2011. Sebastian Vettel wurde nur Zweiter, sein Teamkollege Mark Webber landete auf dem dritten Platz. Den siebten Saisonsieg gekostet hat den Weltmeister ein gebrochener Wagenheber beim zweiten Boxenstopp. "Es kann nicht jedesmal alles perfekt passen", sagte Vettel im Anschluss. Red Bull-Teamchef Christian Horner ärgerte sich: "Das sind Sachen, die nicht passieren dürfen." Vettels Boxen-Crew brauchte wegen des defekten Werkzeugs zu lange, Alonso zog vorbei und war nicht mehr zu stoppen. "Ein fantastischer Tag", rief der Spanier in den Boxenfunk.

Schon beim Start setzte sich Sebastian Vettel gegen Mark Webber, der die Pole Position inne hatte, durch.

Stolz nahm Alonso den Siegerpokal aus den Händen von Prinz Harry entgegen und verpasste der Trophäe einen dicken Schmatzer. Zuvor war vermutet worden, dass die Scuderia vom vorerst nur für Silverstone geltenden Verbot des Zwischengas-Systems am meisten profitieren würde. "Ferrari war sehr stark. Sie haben deutlich gemacht, dass wir hart arbeiten müssen", erklärte Vettel. Mercedes GP stagniert dagegen im Mittelfeld: Nico Rosberg beendete das Rennen auf Rang sechs, Michael Schumacher wurde trotz einer Zehn-Sekunden-Strafe wegen eines Rennunfalls Neunter. "Es wäre definitiv noch mehr drin gewesen", haderte Schumacher. Der Rekordweltmeister bezeichnete die Strafe als zu hart. "Ein respektables Resultat2, sagte dagegen Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

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Er profitierte vom Zwischengas-Zoff und den Red Bull-Fehlern: Fernando Alonso.

Die leidige Zwischengas-Debatte beinflusste die Red Bull-Performance zunächst nicht. Webber schnappte Vettel um einen Wimpernschlag die Pole Position weg, musste sich im Rennen aber schon nach wenigen Metern hinter dem Deutschen einreihen. Vettel flog auf nasser Strecke auf und davon, der Australier behauptete sich mit Mühe gegen den drittplatzierten Alonso. Stark startete auch Schumacher, der sich von Rang 13 schnell auf Position neun vorarbeitete. In der neunten Runde aber rauschte der siebenmalige Weltmeister auf abtrocknender Strecke in den Sauber des Japaners von Kamui Kobayashi und musste mit kaputtem Frontflügel unplanmäßig in die Box. "Das war 100 Prozent meine Schuld", sagte der 42-Jährige. Die Rennkommissare kannten keine Gnade und verurteilten ihn wegen des Unfalls zum Zwangsstopp

Doppelter Boxenpfusch

In Runde 25 startete Fernando Alonso seine Aufholjagd. Der Spanier kassierte Lewis Hamilton und eroberte Platz drei zurück. Kurz darauf vermurkst Red Bull die Stopps seines Führungsduos. Alonso staubte die Führung ab, auch Hamilton ging noch am WM-Spitzenreiter vorbei. „"ei geduldig. Es gibt noch eine Menge Boxenstopps", funkte der Red Bull-Kommandostand an Vettel. Bitter für den Hessen: Während Alonso rasant davonzog, kam Vettel einfach nicht an Hamilton vorbei. Also zogen die Red Bull-Strategen den dritten Stopp des 24-Jährigen vor – mit Erfolg. Diesmal klappte alles perfekt. Vettel ging an Hamilton vorbei und überholte Felipe Massa auf der Strecke. Als Button dann in Runde 40 von seinen Mechanikern mit lockerem rechten Vorderrad losgeschickt wurde und aufgeben musste, war Vettel zurück auf Platz zwei.

Webber ignoriert Stallorder

Mehr aber ging nicht. In den Schlussrunden musste sich der Weltmeister sogar noch gegen Webber verteidigen, der gefährlich nahe kam. Die Red Bull-Box versuchte, den Australier per Funkspruch einzubremsen. Er habe "wohl vier oder fünf Nachrichten" erhalten, Vettel nicht anzugreifen, berichtete Webber angesäuert. "Ich habe das ignoriert", sagte der 34-Jährige. An Vettel kam er aber nicht mehr vorbei.

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