Formel 1: Großer Preis von Melbourne

Formel 1: Großer Preis von Australien in Melbourne

— 28.03.2011

Traumstart für Vettel

Der Vettel-Finger ist wieder da. Der Formel-1-Weltmeister zeigte gleich im ersten Saisonrennen, wo es langgeht. Für Michael Schumacher hätte es dagegen nicht schlechter laufen können.

(dpa/sb) Liebesbekundung und Streicheleinheiten für"Kinky Kylie", Pizza und Bier für die Mechaniker: Weltmeister Sebastian Vettel ist gleich zum Auftakt der Mission Titelverteidigung allen auf und davongerast. Während der Red-Bull-Pilot am Sonntag (27. März) mit seinem ersten Formel-1-Sieg in Australien allen Grund zum Feiern hatte, herrschte bei Kumpel Michael Schumacher und dem Mercedes-Team Enttäuschung auf ganzer Linie. Der 42 Jahre alte Rekordchampion und sein Stallrivale Nico Rosberg schieden nach nicht mal der Hälfte des ersten Laufs der neuen Saison mit ihren lahmen Silberpfeilen aus.

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Sebastian Vettel siegt beim ersten Formel 1-Rennen 2011 in Melbourne souverän mit einem Start-Ziel-Sieg.

Vettel erfüllte in seinem überlegenen Wagen mit dem Kosenamen "Kinky Kylie" hingegen alle Erwartungen: "Ein fantastisches Rennen. Sehr cool", freute er sich am Boxenfunk und lud nachher seine Crew ein: "Kompliment an die Mechaniker. Die können jetzt Pizza und Bier bekommen." Chancenlos, den Heppenheimer ernsthaft zu gefährden, landete Ex-Champion Lewis Hamilton im McLaren auf dem zweiten Platz. Dritter wurde überraschend Witali Petrow. Im Lotus Renault sorgte er für den ersten Podestplatz eines russischen Piloten in der Königsklasse des Motorsports. "Ich kann noch gar nicht glauben, jetzt hier zu sitzen. Unser Auto sieht sehr stark aus", sagte er. Ferrari-Star Fernando Alonso biss sich wie schon beim Finale in Abu Dhabi am Russen die Zähne aus und musste sich mit Rang vier begnügen.

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Bereits in der ersten Kurve kann sich Vettel absetzen. Zweiter wurde Lewis Hamilton vor Witali Petrow im Lotus Renault.

Von den restlichen deutschen Piloten schaffte es Adrian Sutil nachträglich noch in die Top Ten, weil die beiden Sauber-Piloten Sergio Perez (7.) und Kamui Kobayashi (8.) aus den Ergebnislisten gestrichen wurden. Die Heckflügel ihrer Wagen waren nicht regelkonform. Force-India-Pilot Sutil rückte dadurch auf Platz neun vor und Nick Heidfeld im zweiten Lotus Renault vom 14. auf den 12. Platz. Timo Glock wurde im Marussia Virgin nicht offiziell im Klassement geführt, er kam mit neun Runden Rückstand ins Ziel. Um 17:03 Uhr Ortszeit erloschen die Roten Ampeln erstmals in dieser Saison. Und Vettel setzte nach seiner grandiosen Fahrt auf die 16. Pole seiner Karriere am Vortag gleich das nächste Zeichen seiner Überlegenheit. Von den ersten Metern an baute der 23-Jährige seinen Vorsprung aus. Nach Runde eins lag der Heppenheimer fast zweieinhalb Sekunden vor Hamilton. Am Ende waren es nach 1:29:30,259 Stunden und 307,574 Kilometern satte 22,297 Sekunden – mit angezogener Handbremse. "Wir sind zum Schluss motorschonend gefahren. Da sind ohne weiteres Reserven drin", meinte Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko.

Schumi abgeschossen

Für mögliche Reserven blieb Schumacher gar keine Zeit mehr, nachdem ihm Jaime Alguersuari mit seinem Toro Rosso ins Heck des Mercedes gefahren war. Schumacher fiel ans Ende des Feldes zurück und musste nach nicht mal einem Drittel des Rennens die ersten Überrundungen über sich ergehen lassen. Chancenlos und frustriert stellte der 42-Jährige, der nach seiner Testbestzeit vor dem WM-Start schon als Siegkandidat gehandelt worden war, seinen beschädigten Silberpfeil in der Garage ab: "Irgendwann hat das Team dankenswerterweise gesagt, das hat keinen Sinn mehr.“ Als wäre das Wochenende für die Silbernen nicht schon düster genug gewesen, musste unmittelbar danach auch noch Rosberg den MGP W02 im Gras parken. "Außer Spesen nichts gewesen", meinte Motorsportchef Norbert Haug. Ursache für das Rosberg-Aus war ebenfalls ein Crash. Dem Wiesbadener fuhr Rubens Barrichello völlig unnötig ins Auto. "Ich habe nicht erwartet, dass da noch was kommt. Dann kam ein Schlag von hinten und das war's", meinte Rosberg.

Vettel auch ohne KERS übermächtig

Mit Kalkül und einem ebenso zuverlässigen wie pfeilschnellen Wagen fuhr Vettel dagegen den Sieg im ersten von 19 geplanten WM-Läufen ein. Infrage stand sein erster Erfolg in "Down Under" praktisch zu keiner Zeit. Die Boxenstopps klappten perfekt. Auf der Strecke leistete sich der listige Hesse keinen Fehler. "Es war ein bisschen das Rennen ins Ungewisse, weil man nicht wusste, was einen erwartet. Es ist uns gut gelungen", stellte Vettel fest. "Das ist ein guter Start, was die Beziehung angeht", fügte er über sich und seine "Kinky Kylie" schmunzelnd hinzu. Dass er bei seiner Demonstrationsfahrt nicht einmal der Energierückgewinnungssystem KERS benutzte (pro Runde für 6,7 Sekunden zusätzliche 82 PS), muss seinen Verfolgern indes wie ein verfrühter April-Scherz vorkommen.

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