Formel 1- Großer Preis von England

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Formel 1- Großer Preis von England

— 09.07.2002

Das Versagen der Ferrari-Gegner

Siegen leicht gemacht: Michael Schumacher profitiert von Fehlern und Reifenproblemen der Konkurrenz.

McLaren-Mercedes patzte vier Mal

"Wir haben Fortschritte gemacht. Jetzt müssen wir weiter hart arbeiten." Klingt nach Berti Vogts, ist aber BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. "Wir müssen aus unseren Fehlern lernen und uns aufs nächste Rennen konzentrieren", sagt Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Zwei Aussagen, eine Botschaft. Die Konkurrenz der Scuderia Ferrari kurvt hinterher. Bei BMW und Mercedes, bekannt für zuverlässige Serienmodelle, haben sich beim Großen Preis von England neue Fehler eingeschlichen.

Bei vier der acht Boxenstopps wurde die McLaren-Mercedes-Crew auf dem falschen Fuß erwischt. Mechaniker registrierten die Ankunft von David Coulthard erst, als der Schotte schon an der Servicestation stand. Sie konnten keine Kommandos empfangen, weil ihr Boxenfunk gestört war. In den Kopfhörern brabbelten TV-Kommentatoren in vier verschiedenen Sprachen durcheinander. "Wir waren offensichtlich das einzige Team, das diese Probleme hatte", sagte Coulthard. Die Misere komplettierten ein Bremsendefekt beim WM-Zweiten und ein Motorschaden bei Kimi Räikkönen.

Der Finne hatte vergessen, den Tempomaten nach der Boxenausfahrt auszuschalten. Bei BMW versagte wie schon in Montreal beim Stopp von Ralf Schumacher die Zapfanlage. "Es kann nicht sein, dass ein Team ständig Probleme beim Tanken hat", zürnte Motorsportdirektor Gerhard Berger über das französische Fabrikat, das alle Teams benutzen. Auffällig, dass der Rüssel BMW größte Schwierigkeiten bereitet. Partner Williams hat einen Tankdeckel entwickelt, der Präzisionsarbeit erfordert. Wird der Stutzen nicht millimetergenau aufgesetzt, bleibt der Tank trocken.

Ärger mit den Michelin-Reifen

Es sind hausgemachte Probleme der Konkurrenz, die es Ferrari leicht machen zu siegen. So konnte selbst Rubens Barrichello das Feld von Platz 21 bis auf Rang zwei aufrollen, sich dabei sogar einen Dreher leisten. Bei der Reifenfrage sind den beiden deutsch-britischen Rennställen indes die Hände gebunden. Wann Besserung in Sicht ist? Die Antwort von BMW-Mann Theissen fiel in Silverstone deutlich aus. "Das hängt von den Leute da hinten ab", sagte der promovierte Ingenieur und deutete auf den blau-gelben Michelin-Container. Die Franzosen diktieren das Tempo, BMW-Williams und McLaren-Mercedes können nur reagieren.

Seit Monaten verspricht der Chef aus Clermont-Ferrand, Pierre Dupasquier, einen konkurrenzfähigen Pneu - bisher bloß ein vollmundiges Versprechen. In Silverstone rangierten unter den ersten Zehn nur drei Michelin-Kunden. Besonders schwerwiegend wirkt sich das Fehlen passabler Intermediate-Reifen aus. "Die kannst du wegschmeißen", so Ralf Schumacher. Michelin-Ingenieure beklagen ihrerseits fehlendes Feedback. Wie zum Beweis verließ Ralf Schumacher unmittelbar nach dem Rennen entnervt das Fahrerlager, während Bruder Michael im Zelt von Promi-Wirt Karl-Heinz Zimmermann seine Siegerzigarre schmauchte und einem Bridgestone-Ingenieur seine Eindrücke diktierte. Für den 33-Jährigen ist diese WM bereits ein Testlauf für nächste Saison. In der Schlussphase des Rennens stellte er drei Bestzeiten auf, obwohl er klar in Führung lag.

Auf Ralf Schumacher wird der Druck immer größer, die Zahl der Montoya-Bewunderer nimmt zu. Williams-Technikchef Patrick Head schlug sich vor Freude auf die Schenkel, als Michael Schumacher in den ersten Runden vom vor ihm fahrenden Kolumbianer geschnitten wurde. Auch aus Gerhard Berger sprach Bewunderung: Montoya, der dem Teamkollegen fast eine Runde abgenommen hatte, sei "ein super Rennen gefahren".

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