Bildergalerie: Nachwuchsfahrer 2016

Formel 1: Halbzeitbilanz

— 12.08.2016

Die Nachwuchsstars der Zukunft

Auch die meisten Nachwuchsserien machen Sommerpause. Welche jungen Talente haben überzeugt? Und welche haben die Punkte für die Superlizenz schon erreicht?

In die Formel 1 zu kommen wird immer schwieriger. Das ist mehr als nur eine Floskel. In den 70er Jahren gab es noch 119 Rookies. Von da an ging es stetig bergab: In den 80er Jahren waren es nur noch 70, in den 90er Jahren 59, in den 00er Jahren 49 und in den letzten zehn Jahren (2007-2016) nur noch 44. Esteban Ocon, der ab dem Belgien-GP im zweiten Manor-Mercedes sitzen wird, schon eingerechnet.
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Seit zwei Jahren wird den Nachwuchsfahrern auch noch eine zusätzliche Hürde eingebaut: Sie müssen binnen drei Jahre durch Erfolge in den Nachwuchsserien mindestens 40 Punkte sammeln, um in den Besitz einer Formel-1-Superlizenz zu gelangen. 40 Punkte gibt es beispielsweise für den Titel in der GP2 oder der Formel-3-Europameisterschaft. Ein Gesamtrang fünf in der GP2 ist noch zehn Punkte wert.

Milliardärssohn Lance Stroll bahn sich seinen Weg in die Formel 1

Punkte gibt es auch für Serien wie IndyCar, WEC oder Super Formula. Die meisten Fahrer von dort werden aber kaum den Umstieg in die Formel 1 anpeilen. Von den Piloten in den Nachwuchsserien, die auf die Formel 1 ausgerichtet sind, haben nur zwölf derzeit die Aussicht auf den Formel-1-Führerschein. Allein: Gerade in der GP2 ist das Feld extrem dicht beisammen. Zwischen den besten fünf Fahrern liegen gerade Mal 14 Punkte, Sergey Sirotkin und Pierre Gasly liegen punktgleich an der Spitze. Es kann also noch zu diversen Verschiebungen kommen, die sich auch auf die Superlizenz-Punkte auswirken könnten.

Sirotkin, Gasly und Stroll die Besten

Stand jetzt würde Sergey Sirotkin die meisten Punkte haben (80). Der Russe war vor zwei Jahren schon Sauber-Formel-1-Testfahrer und sollte behutsam auf die Formel 1 vorbereitet werden. Doch die versprochenen Gelder aus Russland sind nie geflossen, darunter litt auch sein Ruf. In der GP2 liegt er jetzt an der Spitze, ist aber kein Überflieger wie Stoffel Vandoorne im Vorjahr. Chancen werden Sirotkin bei Renault (ist dort Testfahrer), Manor und Force India ausgerechnet.

Auf Platz zwei liegt Pierre Gasly (69). Sein Knoten ist geplatzt: Erstmals nach drei Jahren gewann er 2013 wieder ein Rennen im Formel-Sport. Als Red-Bull-Junior ist das womöglich zu wenig. ABMS weiß: Red-Bull-Talentscout Dr. Helmut Marko will auch 2017 an Daniil Kvyat festhalten. Damit sind alle vier Cockpits bei Red Bull/Toro Rosso besetzt. Gaslys Aufstiegschancen daher eher gering.

Pierre Gasly ist der nächste Junior aus dem Red-Bull-Programm

Formel-3-Tabellenführer Lance Stroll würde Stand jetzt auf 60 Punkte kommen. Sein Vater Lawrence Stroll ist ein reicher Geschäftsmann und investiert in das Williams-Team. Lance fährt daher rund 20 Testtage mit ausrangierten Williams-Modellen Probefahrten. Womöglich steigt er schon 2017 mit Williams in die Formel 1 ein, spätestens 2018 dürfte das dann der Fall sein.

Auch GP2-Pilot Oliver Rowland kommt derzeit auf 60 Punkte. Dem Briten fehlt aber wohl das nötige Kleingeld für einen Aufstieg in den GP-Sport. Und: Die Briten setzen schon jetzt alle Hoffnungen in Lando Norris (Formel-Renault-Eurocup). Er ist neben Ferrari-Junior Charles Leclerc derzeit der Überflieger der Nachwuchsszene schlechthin. Der 16-Jährige wird aber erst in zwei, drei Jahren bereit für die Formel 1 sein. Anders als Leclerc: Er wird mit einem Stammcockpit bei Haas in Verbindung gebracht und hätte mit 40 Zählern zum derzeitigen Stand der Dinge auch die nötigen Punkte für eine Superlizenz.

Superlizenz-Tabelle für Nachwuchsfahrer
1. Sergey Sirotkin (RUS) 80 (GP2 für ART, 1.)
2. Pierre Gasly (FRA) 69 (GP2 für Prema Power; 2.)
3. Lance Stroll (CAN) 60 (F3-EM für Prema Power, 1.)
3. Oliver Rowland (GBR) 60 (GP2 für MP, 5.)
5. Antonio Giovinazzi (ITA) 56 (GP2 für Prema Power; 4.)
6. Nyck de Vries (NED) 47 (GP3 für ART, 5.)
7. Louis Delétraz (SUI) 44 (Formel-3.5 für Fortec, 3.)
8. Felix Rosenqvist (SWE) 43 (Indy-Lights für Belardi, 9.)
9. Charles Leclerc (MON) 40 (GP3 für ART, 1.)
9. Tom Dillmann (FRA) 40 (Formel-3.5 für AVF, 1.)
9. Raffaele Marciello (ITA) 40 (GP2 für Russian Time, 3.)
9. Alex Lynn (GBR) 40 (GP2 für DAMS, 9.)

Bildergalerie: Nachwuchsfahrer 2016

Autor: Michael Zeitler

Fotos: GP2 Series; Hersteller; picture-alliance; GP3-Series

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