Die besten Bilder aus Abu Dhabi

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Formel 1: Hamilton gewinnt Abu Dhabi GP

— 27.11.2016

Kritik an Hamiltons Bummelzug

Nico Rosberg und Lewis Hamilton lieferten sich ein dramatisches WM-Finale in Abu Dhabi. Hamiltons schmutziges Spiel sorgt allerdings für Kritik.

 

Die Formel 1 hat schon viele WM-Fouls in Finalrennen erlebt. Ayrton Sennas Crash mit Ansage 1990 in Japan, Michael Schumachers Rammstoß 1997 in Jerez gegen Jacques Villeneuve. Aber Lewis Hamiltons Bummelzug war eine neue Form von Trickserei.

Hamilton ignorierte mal wieder alle Anweisungen

Die Ausgangssituation: Bei zwölf Punkten Rückstand auf Rosberg reichte Hamilton der Sieg in Abu Dhabi nicht. Rosberg durfte maximal Vierter werden. Dafür wollte er selbst sorgen. In dem er an der Spitze das Tempo stark reduzierte und Rosberg in eine Falle locken wollte. Sebastian Vettel und Max Verstappen schlossen prompt auch auf Rosberg auf.

Zunächst versuchte Rosberg am Funk die Mercedes-Crew dafür zu motovieren, Hamilton anzuweisen, schneller zu fahren. „Diese langsame Fahrt wäre für ein spätes Safety-Car sehr schlecht.“ Denn: Vettel war auf wesentlich frischeren Reifen und daher viel schneller als das Mercedes-Duo an der Spitze.

Als Hamilton das Tempo trotzdem nicht anhob, versuchte Rosberg sein Team für eine eigenartige Idee zu begeistern: „An irgendeinem Punkt sollten wir die Plätze tauschen und wenn Lewis am Ende immer noch Zweiter ist, gebe ich ihm den Platz wieder zurück. Ich weiß, das ist eine seltsame Anfrage.“ Aber nicht unberechtigt: In Monaco ließ Rosberg seinen Stallgefährten und WM-Kontrahenten ebenfalls schon passieren, als er seine Bremsen nicht auf Temperaturen brachte.

Am Ende durfte Nico Rosberg den Titel feiern

Mercedes forderte Hamilton auf, aufs Gas zu drücken. „Okay, Lewis, das ist eine Anweisung: Wir brauchen eine 1:45,1 (Minuten, d. Red.) – für den Sieg“, so Renningenieur Peter Bonnington. Hamiltons Bummelzug ging weiter. Sogar Mercedes-Teamchef Paddy Lowe mischte sich ein: „Lewis, hier spricht Paddy. Wir müssen das Tempo wirklich steigern, um das Rennen zu gewinnen. Das ist ein Befehl.“

Doch Hamilton konterte ganz gelassen: „Ich verliere gerade die WM, es würde mich nicht ärgern, wenn ich das Rennen verliere.“

Ex-Weltmeister Niki Lauda, Vorstandsvorsitzender des Mercedes-Formel-1-Teams, erklärte bei „RTL“: „Ich freue mich für Nico, aber ärgere mich über Lewis, weil er seinen Sieg und Nicos zweiten Platz gefährdet hat. Wir müssen uns das anschauen, vielleicht war etwas am Auto, aber ich fürchte, das war Lewis.“

Auch Teamchef Toto Wolff wurde deutlich: „Es geht ja nicht nur darum, dass wir das Rennen hätten verlieren können, da geht es um mehr. Er unterwandert damit die ganze Strategieabteilung und schafft damit einen Präferenzfall. Wir müssen uns jetzt überlegen, was wir mit ihm tun.“ Und weiter: „Seit drei Jahren – egal, ob es sich um das erste Rennen der Saison handelt oder um das letzte – haben wir die Vorgabe: Wir wollen den Sieg absichern. Und das haben wir auch heute getan. Daher erhielt Lewis die Anweisung, Tempo zu machen.“

Hamilton versuchte es am Sonntag mit allen Tricks

Wolff zeigt aber auch Verständnis: „Auf der anderen Seite schlägt in meiner Brust auch ein Racer-Herz, und ich sage mir: Vielleicht hätte ich das Gleiche getan. Er hatte ja keine Wahl – in der Ferne entschwinden und gewinnen, das hätte ihm in der WM aber nichts geholfen, oder ein wenig aktiv zu werden und etwas zu versuchen. Wir müssen uns das alles in Ruhe anschauen. Ich bin mir da selber noch nicht im Klaren.“

Hamilton anschließend in der Presserunde: „Ich habe es chillig angehen lassen am Ende. Ich denke nicht, dass jemand sauer ist. Ich habe nichts Unfaires gemacht. Ich habe geführt, ich kontrolliere das Rennen. So sind die Regeln. Ich habe diese Saison viele Punkte verloren, hier ging es nur um Nico und mich.“
Vettel gratuliert Rosberg: Kritik an Hamiltons "schmutzigen Tricks"

Sebastian Vettel attackierte Rosberg nicht mehr. Ob er seinen Landsmann abgeschirmt hat? Vettel mit schelmischen Grinsen in der Pressekonferenz: „Lewis muss ein Problem gehabt haben.“ Gelächter im Pressesaal.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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