Formel 1: Hamilton gewinnt Chaosrennen

Formel 1: Hamilton gewinnt Chaosrennen Formel 1: Hamilton gewinnt Chaosrennen

Formel 1: Hamilton gewinnt Chaosrennen

— 11.06.2007

Sieg nach Mega-Crash

Nach dem schweren Unfall von Robert Kubica holt sich Wunderkind Lewis Hamilton im Silberpfeil seinen ersten Formel-1-Sieg.

Ein Horror-Unfall des Polen Robert Kubica hat den ersten Sieg von Wunderkind Lewis Hamilton beim Chaosrennen in Montreal überschattet. Der BMW-Sauber-Pilot war mit Tempo 280 von der Strecke abgekommen, hatte sich überschlagen und hing danach reglos in seinem völlig zerstörten Auto. "Es ist ihm fast nichts passiert, das ist unglaublich", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen nach Minuten der Ungewissheit und gab erleichtert Entwarnung: "Sonst könnte ich mich jetzt auch nicht so über Nick Heidfelds zweiten Platz freuen." Die schrecklichen Bilder des Unglücks hatten zunächst das Schlimmste befürchten lassen.

Hamilton trommelte bei der Zieldurchfahrt vor Freude mit den Händen aufs Lenkrad und reckte danach stolz die Faust nach oben: Der 22 Jahre alte Brite lebt seinen Traum auf der Überholspur weiter und trug sich als erster dunkelhäutiger Rennfahrer in die Siegerliste der Formel 1 ein und ist nach dem 6. von 17 WM-Läufen mit acht Punkten Vorsprung vor dem Teamkollegen und Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) alleiniger Spitzenreiter in der Gesamtwertung.

Anthony Hamilton freut sich über den ersten Sieg von Sohn Lewis.

Hamilton widmet den Sieg seinem Vater

"Das ist ein fantastischer Tag für mich", sagte der junge Brite, der am Samstag erst seine erste Pole Position geholt hatte. "Die letzten paar Runden habe ich richtig genossen. Aber ich hoffe auch, dass es Robert gut geht, er ist ein Freund von mir." Hamilton widmete den Erfolg seinem Vater Anthony: "Ohne ihn wäre das alles nicht möglich gewesen." Auch Heidfeld freute sich riesig über den ersten Podiumsplatz in dieser Saison für das BMW-Sauber-Team und die Einstellung seines besten Resultates in der Königsklasse. "Das war ein fantastisches Wochenende für mich. Besonders glücklich macht mich die Tatsache, dass ich wohl auch ohne das ganze Chaos Zweiter geworden wäre", sagte Heidfeld, bevor er live im Fernsehen Freundin Patricia und Töchterchen Juli eine Liebeserklärung machte.

Der "Tiger Woods der Formel 1" triumphiert in seinem McLaren-Mercedes.

Wurz wird überraschend Dritter

Hamilton triumphierte vor mehr als 100.000 Zuschauern in seinem McLaren-Mercedes auf der malerisch gelegenen Ile de Notre Dame vor den Toren Montreals in der Manier eines großen Champions - und das in seinem erst sechsten Rennen in der Königsklasse. Der "Tiger Woods der Formel 1" verwies in einem völlig chaotischen Kanada-Grand-Prix mit vielen Unfällen, drastischen Strafen und vier Safety-Car-Phasen den Mönchengladbacher Heidfeld im BMW-Sauber mit 4,343 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. Dritter wurde überraschend Williams-Pilot Alexander Wurz (Österreich). Titelkandidat Kimi Räikkönen (Finnland) landete im Ferrari auf Rang fünf. Alonso wurde nach einem verkorksten Rennen nur Siebter. Der Spanier verpatzte den Start, drehte sich dreimal von der Strecke und musste noch eine 10-Sekunden-Strafe absitzen (bei Rot in die Boxengasse). Ralf Schumacher holte als Achter im Toyota einen Punkt und hofft nach einer wochenlangen Talfahrt nun auf die Wende.

Nach dem Crash in der 27. Runde hat Kubica das Krankenhaus verlassen.

Disqualifiziert: Massa und Fisichella

Ferrari-Pilot Felipe Massa (Brasilien) und Giancarlo Fisichella (Italien) im Renault wurden disqualifiziert, weil sie während einer Safety-Car-Phase bei roter Ampel aus der Boxengasse gefahren waren. Nico Rosberg (Wiesbaden) belegte nach einer Achterbahnfahrt den 10. Platz. Der Williams-Pilot hatte wie Alonso eine 10-Sekunden-Strafe in der Box absitzen müssen, nachdem er wie der Spanier bei Rot in die Boxengasse gefahren war. In der 27. Runde stockte den Zuschauern der Atem, als Kubica mit seinem BMW-Sauber nach einer kleinen Kollision plötzlich abhob und zunächst frontal in eine Streckenbegrenzung krachte. Danach überschlug sich das Auto mehrfach und schleuderte auf der anderen Seite in eine Mauer. "Das war brutal, der Aufprall ist für den Körper enorm gewesen", sagte der ehemalige Formel-1-Pilot und heutige Premiere-Experte Marc Surer.

Aufatmen dann im Fahrerlager, als die Nachricht aus dem Medical Center die Runde machte, dass Kubica offenbar einen Schutzengel hatte. Der Pole wurde nach einer ersten Untersuchung dann ins Krankenhaus nach Montreal geflogen. "Ich habe mit ihm gesprochen. Mein Eindruck war, dass es ihm gut geht. Er hat viel geredet, ich denke, das ist ein gutes Zeichen", sagte Kubicas Manager Daniele Morelli. Lehrgeld musste Neuling Adrian Sutil (Gräfelfing) zahlen. Der Spyker-Ferrari-Pilot rutschte in der 22. Runde mit dem Heck seines Autos in die Mauer und schied aus. Schwacher Trost: Im Qualifying war er mal schneller als sein Teamkollege Christijan Albers (Niederlande).

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