Die besten Bilder aus Spielberg

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Formel 1: Hamilton gewinnt in Spielberg

— 03.07.2016

Silberpfeile crashen in letzter Runde

Erneuter Mercedes-Crash in Spielberg: Lewis Hamilton siegt, Nico Rosberg nur Vierter. Sebastian Vettel fliegt in Führung liegend mit einem Reifenplatzer ab.

Ein Crash mit Lewis Hamilton in der Schlussrunde hat Nico Rosbergs Sieg-Hattrick in Österreich verhindert und den Zoff der Silberpfeil-Stars neu entfacht. Nach einem knallharten Überholmanöver gewann der britische Formel-1-Titelverteidiger am Sonntag noch das neunte Saisonrennen in Spielberg, WM-Spitzenreiter Rosberg schleppte sich mit seinem beschädigten Mercedes gerade noch als Vierter ins Ziel. „Mannomann, das ist echt hart. Ich war überzeugt, dass ich das nach Hause fahre“, bekannte Rosberg, der in beiden Vorjahren in Österreich gewonnen hatte.

Top-3 am Podium: Verstappen, Hamilton, Räikkönen

Auf den letzten Kilometern musste Rosberg nach Hamilton auch noch Red-Bull-Fahrer Max Verstappen und Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen passieren lassen. „Er hat einen Fehler gemacht und hat mir nicht viel Platz gelassen. Deshalb sind wir halt kollidiert“, sagte Hamilton. Bei der Siegerehrung wurde der 31-Jährige zwar ausgepfiffen, die Teamspitze aber sah auch eher Rosberg als den Schuldigen für den Crash. „Er hat ihm da nicht genug Platz gegeben. Das ist einfach schade, das darf nicht passieren“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Auch für Rosbergs Landsmann Sebastian Vettel endete das Rennen mit einer Enttäuschung. Der Hesse schied an seinem 29. Geburtstag nach einem spektakulären Reifenplatzer vorzeitig aus. „Ich hab nichts falsch gemacht. Wir haben nichts Aggressives oder Dummes versucht, fertig“, sagte Vettel, nachdem ihm bei Tempo 300 der rechte Hinterreifen explodiert war. In der WM-Gesamtwertung liegt Rosberg nun nur noch elf Punkte vor Hamilton. Vettel hat als WM-Dritter punktgleich mit Teamkollege Räikkönen schon 57 Zähler Rückstand.

Rosberg schleppte den beschädigten Mercedes ins Ziel

Auch für Nico Hülkenberg, der als Zweiter gestartet war, gab es keine Punkte. Er schied in seinem Force India ebenfalls vorzeitig aus. Dagegen eroberte Neuling Pascal Wehrlein im Manor als Zehnter völlig unerwartet seinen ersten WM-Zähler. „Ich hatte so zu kämpfen mit meinen Reifen, wir hatten ein unglückliches Timing mit dem Boxenstopp. Dann noch auf Platz zehn nach vorn zu fahren, super. Wir feiern diesen Punkt wie einen Sieg“, beschrieb der amtierende Champion des Deutschen Tourenwagen Masters seinen harten Arbeitstag. Als einziger deutscher Fahrer verließ Wehrlein Spielberg mit einem breiten Lächeln. Denn Rosberg und Vettel waren bereits mit einem Handicap in das neunte Saisonrennen gegangen. Beide wurden am Start wegen eines außerplanmäßigen Getriebewechsels zurückversetzt: Rosberg fuhr daher als Sechster los, Vettel nur als Neunter.

So bot sich an der Startampel ein ungewohntes Bild. Neben Hamilton, der zum 54. Mal in seiner Karriere auf der Pole Position parkte, ordnete sich Hülkenberg ein. Der Rheinländer hatte es nach sechs Jahren wieder in Startreihe eins geschafft. Doch schon in den ersten Runden wurde Hülkenberg nach hinten durchgereicht. Dagegen lief die Aufholjagd von Rosberg und Vettel zunächst nach Plan. Beide machten in den ersten Runden einige Plätze gut und durften sich Hoffnungen auf einen Besuch bei der Siegerehrung machen. Rosberg legte einen frühen Boxenstopp ein und war danach der schnellste Mann im Feld. Zudem profitierte er davon, dass die Mechaniker von Teamkollege Hamilton bei dessen Reifenwechsel patzten. So konnte Rosberg auch den Titelverteidiger passieren und wenig später sogar die Führung von Vettel übernehmen.

Sebastian Vettel flog in Führung liegend ab

Vettel hatte nämlich lange mit seinem Reifenwechsel gezögert - und wurde dafür bestraft. In der 27. Runde explodierte sein rechter Hinterreifen bei Vollgas auf der Zielgeraden. Der viermalige Weltmeister konnte zwar noch einen schweren Crash verhindern, das Rennen aber war für ihn beendet. „Das war's. Ich konnte nichts machen. Es tut mir leid, Jungs“, funkte er an die Box.Nach Vettels Aus schien sich an der Spitze das alte Duell zwischen Rosberg und Hamilton um den Sieg zu entwickeln.

Dann aber machte eine Strategie-Entscheidung an der Mercedes-Box die Schlussphase richtig spannend. Hamilton und Rosberg wurden noch einmal zum Reifenwechsel beordert und bekamen unterschiedliche Mischungen aufgezogen. „Warum bekommt Nico die weicheren Reifen?“, fragte Hamilton verwundert. Doch er blieb an seinem Kollegen dran. Vorn allerdings lag plötzlich Red-Bull-Fahrer Verstappen. Dann wurde es dramatisch. Beide Mercedes zogen an Verstappen vorbei. Hamilton rückte Rosberg immer näher, dann kam die harte Attacke. Rosberg und Hamilton kollidierten, nur der Brite kam unbeschadet davon - und fuhr kurz darauf als Erster ins Ziel.

Rennergebnis - Österreich GP 2016:

1. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes 1:27:38,107 Std.
2. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull + 5,719
3. Kimi Räikkönen (Finnland) - Ferrari + 6,024
4. Nico Rosberg (Wiesbaden) - Mercedes + 26,710 (inklusive + 10 Sek. Zeitstrafe)
5. Daniel Ricciardo (Australien) - Red Bull + 30,981
6. Jenson Button (Großbritannien) - McLaren + 37,706
7. Romain Grosjean (Frankreich) - Haas + 44,668
8. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Toro Rosso + 47,400
9. Valtteri Bottas (Finnland) - Williams + 1 Rd.
10. Pascal Wehrlein (Worndorf) - Manor Racing + 1 Rd.
11. Esteban Gutierrez (Mexiko) - Haas + 1 Rd.
12. Jolyon Palmer (Großbritannien) - Renault + 1 Rd.
13. Felipe Nasr (Brasilien) - Sauber + 1 Rd.
14. Kevin Magnussen (Dänemark) - Renault + 1 Rd.
15. Marcus Ericsson (Schweden) - Sauber + 1 Rd.
16. Rio Haryanto (Indonesien) - Manor Racing + 1 Rd.
17. Sergio Perez (Mexiko) - Force India + 2 Rd.
18. Fernando Alonso (Spanien) - McLaren + 7 Rd.
19. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Force India + 7 Rd.
20. Felipe Massa (Brasilien) - Williams + 8 Rd.

Ausfälle: Daniil Kvyat (Russland) - Toro Rosso (3. Rd.); Sebastian Vettel (Heppenheim) - Ferrari (27. Rd.)
Fotos: Picture-Alliance

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