Formel 1: Galerie - Italien GP

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Formel 1: Hamilton gewinnt Italien GP

— 06.09.2015

Untersuchung gegen Mercedes folgenlos

Lewis Hamilton gewinnt in Monza vor Sebastian Vettel, für Wirbel sorgten allerdings falsche Reifendrücke. Nico Rosberg mit Motorschaden ausgerollt.

Lewis Hamilton hat Sebastian Vettel bei seiner Ferrari-Premiere in Monza keine Chance gelassen und nach einem Motorschaden von Nico Rosberg einen Riesenschritt im WM-Kampf gemacht. Direkt nach seiner Triumphfahrt musste der Brite allerdings vor einer möglichen Strafe zittern, denn nach dem Rennen bestellte der Internationale Automobilverband FIA die Teamverantwortlichen von Mercedes zu den Rennkommissaren. Der Vorwurf lautete zunächst, dass der Reifendruck an beiden Silberpfeilen unterhalb der Minimalgrenze lag. Mercedes-Motorsportchef Toto Toto Wolff versicherte nach Rennende aber, dass sich die Mechaniker beim Reifendruck an den Autos an die vorgegebenen Daten gehalten haben. „Es war alles innerhalb dessen, was gemacht werden durfte und wir haben es unter Pirelli-Aufsicht gemacht”, sagte Wolff.

Hamilton feierte auf dem Podium seinen Sieg: Eine Strafe für die niedrigen Reifendrücke blieb aus

Der italienische Hersteller Pirelli hatte nach den Reifenplatzern zuvor in Spa-Francorchamps neue Richtwerte ausgegeben. Gegen 18 Uhr folgte dann die Entwarnung für Mercedes aus dem Fahrerlager in Monza: Die Rennleitung gab nach Anhörung der Verantwortlichen und ihrer Untersuchung der Causa an, keine weiteren Konsequenzen gegen das Team zu verhängen. Hamilton darf seinen Sieg somit behalten. Sein Renningenieur hatte den Briten zuvor gegen Rennende extra angehalten, seinen Vorsprung noch weiter auszubauen, obwohl er bereits über 20 Sekunden vor dem zweitplatzierten Sebastian Vettel gelegen hatte. „Wir wollten einfach die größtmögliche Lücke rausholen für die verschiedensten Szenarien”, erklärte Wolff später. Das Team wollte damit absichern, dass Hamilton auch bei einer möglichen 25-Sekunden-Strafe immer noch auf Platz eins liegen würde.

Der Brite hatte seinen siebten Saisonsieg und den 40. Erfolg seiner Karriere schlussendlich mit 25,042 Sekunden Vorsprung gefeiert. Bei seinem überlegenen Start-Ziel-Triumph beim Italien GP profitierte Hamilton in Sachen WM-Kampf außerdem vom bitteren Aus seines Stallrivalen Rosberg wenige Kilometer vor dem Finish. Freude gabe es hingegen bei Ferrari: Trotz der klaren Niederlage bejubelten die Tifosi am Sonntag ihren Vettel enthusiastisch. Force-India-Mann Nico Hülkenberg schnappte sich als Siebter noch wichtige Punkte. Hamilton hat nach seiner Spazierfahrt zum siebten Saisonerfolg 252 Zähler auf dem Konto. Fast schon beiläufig gelang ihm an diesem Wochenende auch sein zweiter Grand Slam aus Sieg, Pole, schnellster Runde und alle Umläufe in Führung nach Malaysia 2014.
Ferrari-Star Vettel im Interview: Traum in Rot

Großer Dämpfer für Rosberg

Der Vorsprung auf seinen schärfsten Rivalen Rosberg beträgt nach dessen Ausfall vor dem Übersee-Auftakt am 20. September in Singapur schon 53 Punkte. Vettel als WM-Dritten fehlen nach dem Europa-Finale 74 Zähler auf Hamilton. Für Spannung sorgte der Start in Monza: Ausgerechnet Vettels Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen kam von Startplatz zwei zunächst gar nicht vom Fleck und wurde durchgereicht. Rosberg musste um das finnische Hindernis erstmal herumkurven und fiel von Rang vier auf sechs zurück. Vettel hingegen profitierte und ging hinter dem souveränen Hamilton als Zweiter in die erste Kurve. Mehr Aufreger gab's zunächst nicht im Königlichen Park, denn vor allem Hamilton zeigte einmal mehr seine Klasse. Runde um Runde setzte sich der Brite auf dem 5,793 Kilometer langen Kurs immer weiter von Vettel ab.

Hamilton vorne: Erst in der Schlusspahse des Monza-Rennens wurde es noch einmal richtig spannend

Rosberg hatte als Fünfter indes gehörig mit seinen Bremsen zu kämpfen und steckte hinter den Williams-Männern Felipe Massa und Valtteri Bottas fest. Der gebürtige Wiesbadener kam schließlich in Runde 19 als erster der Top-Fahrer an die Box und hatte freie Fahrt. Die Williams-Strategie dagegen erwies sich einmal mehr als nicht clever. Räikkönen schob sich in der Zwischenzeit immer weiter nach vorne. Nach knapp einem Drittel Renndistanz lag der „Iceman” schon auf Position fünf. Vettel mühte sich am Ort seines ersten Grand-Prix-Siegs 2008 nach Kräften, Hamilton nicht komplett außer Reichweite zu verlieren. Der Brite ließ keine Zweifel an seinem 40. Karrieresieg aufkommen. Ayrton Senna und Vettel sind nur noch einen Erfolg von ihm entfernt.

Einen Umlauf nach dem Heppenheimer kam der 30-Jährige in Runde 27 an die Box, zog frische Reifen auf und setzte seine Solofahrt fort. Fast auf den Tag genau neun Jahre nach Michael Schumachers letztem Monza-Triumph für Ferrari schrumpften die Scuderia-Hoffnungen auf die Neuauflage mit einem deutschen Fahrer immer weiter. In der Schlussphase machte sich Rosberg als Dritter auf die Jagd nach Vettel. Hamilton leistete sich an der Spitze vier Runden vor Schluss noch einen Verbremser. Mehr als ein Schönheitsfehler war das für ihn an diesem Tag aber nicht. Aus Rosbergs Silberpfeil schossen dann zwei Umläufe vor dem Finish auf einmal Flammen - Platz drei war nach diesem bitteren Motorschaden verloren. (fh/spa)
Alle News aus Monza: Italien GP im Splitter

Rennergebnis Italien GP 2015:

1. Lewis Hamilton (England) Mercedes 1:18:00,688 Std. (Schnitt: 235,902 km/h)
2. Sebastian Vettel (Heppenheim) Ferrari + 25,042 Sek.
3. Felipe Massa (Brasilien) Williams + 47,635
4. Valtteri Bottas (Finnland) Williams + 47,996
5. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari + 1:08,860 Min.
6. Sergio Perez (Mexiko) Force India + 1:12,783
7. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force India + 1 Runde
8. Daniel Ricciardo (Australien) Red Bull + 1 Runde
9. Marcus Ericsson (Schweden) Sauber + 1 Runde
10. Daniil Kvyat (Russland) Red Bull + 1 Runde
11. Carlos Sainz jr. (Spanien) Toro Rosso + 1 Runde
12. Max Verstappen (Niederlande) Toro Rosso + 1 Runde
13. Felipe Nasr (Brasilien) Sauber + 1 Runde
14. Jenson Button (England) McLaren Honda + 1 Runde
15. Will Stevens (England) Manor + 2 Runden
16. Roberto Merhi (Spanien) Manor + 2 Runden
17. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes + 3 Runden
18. Fernando Alonso (Spanien) McLaren Honda + 6 Runden

Ausfälle: Romain Grosjean (Frankreich) Lotus (2. Runde); Pastor Maldonado (Venezuela) Lotus (2. Runde)
Schnellste Rennrunde: Lewis Hamilton (Mercedes) 1:26,672 Min.
Fotos: Picture-Alliance

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