Formel 1: Galerie - Großbritannien GP

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Formel 1: Hamilton holt Heimsieg

— 06.07.2014

Getriebeschaden stoppt Rosberg

Die Technik kostet den Sieg: Nico Rosberg scheidet beim Großbritannien GP mit einem Defekt am Getriebe aus, Lewis Hamilton erbt P1 in Silverstone.

Die britischen Fans in Silverstone brauchten im Rennen am Sonntag vor allem einen langen Atem und Geduld. Am Schluss bekamen sie aber doch noch, was sie sich erhofft hatten: Einen Heimsieg Lewis Hamiltons. Bereits auf den ersten Metern hatte sich der Mercedes-Pilot von Startplatz sechs auf Rang vier vorgearbeitet, dann hieß es jedoch erst einmal wieder warten... und zwar fast eine Stunde. Schon wenige Kurven nach dem Start krachte es auf der Gegengeraden heftig. Kimi Räikkönen flog im Ferrari ab, riss anschließend noch Felipe Massa mit ins Aus. Wegen des harten Einschlags wurde das Rennen unterbrochen, da die Leitplanke an der Unfallstelle repariert werden musste.

Mercedes allein auf weiter Flur

Am Start lief es noch gut für Rosberg (vorne): Er münzte die Pole in die Führung um

Somit ging der Grand Prix mit fast einer Stunde Verspätung beim Re-Start zum zweiten Mal los. Hamilton machte dabei kurzen Prozess mit den McLarens von Kevin Magnussen und Jenson Button, die noch zwischen ihm und Titelrivale Nico Rosberg lagen – und anschließend Jagd auf diesen. Fünf Sekunden Vorsprung hatte sich der Deutsche zu Beginn schon rausgefahren, ehe Hamilton den Abstand Runde um Runde wieder etwas minimierte. Besonders nach der ersten Phase der Boxenstopps holte Hamilton dann stark auf, als bei Rosberg plötzlich das Getriebe streikte.

Hamilton lässt Fans feiern

Schon gut zehn Runden vorher hatte sich das Problem angekündigt, schließlich riss es den WM-Leader aus Deutschland in Führung liegend aus dem Rennen. Bitter für Rosberg, Glück für Hamilton, der unter dem frenetischen Jubel seiner Fans anschließend seinen zweiten Heimsieg nach 2008 ungefährdet ins Ziel tragen konnte. Der Brite nach seinem 27. GP-Erfolg überwältigt: „Das sind tolle Emotionen. Die Fans haben mich heute sehr unterstützt und nach vorne getragen.“ Hamilton zum Duell mit Rosberg: „Am Anfang hatte er einen guten Vorsprung, ich habe dann aber aufgeholt, später mit den harten Reifen sogar eine halbe Sekunde pro Runde.“

Bottas sorgt für Überraschung

Jubel bei den Briten: Hamilton holte seinen zweiten Heimsieg in Silverstone nach 2008

Dass sein Kontrahent dann von der Technik gestoppt wurde, sei zwar „schade, denn es hätte auf der Strecke noch ein gutes Duell mit Nico werden können. Aber ich habe gewonnen und das ist heute das Wichtigste.“ Mit seinem Sieg verkürzt Hamilton den Abstand in der WM auf Rosberg auf nur mehr vier Punkte. „Dieses Wochenende zeigt, dass man nie aufgeben darf – dann kann man alles schaffen. Gestern noch ist bei mir alles danebengegangen, ich war geschockt und angefressen“, so Hamilton in Bezug auf sein verpatztes Qualifying. „Aber heute ist es dafür umso besser gelaufen.“ Zweiter hinter Hamilton wurde Valtteri Bottas im Williams. Ausgerechnet beim Heimrennen seines Teams besorgte der Finne einen Podestplatz – umso überraschender, war es doch auch bei der Truppe aus Grove mit einem kollektiven Aus in Q1 in der Qualifikation am Vortag alles andere als gut gelaufen.

Ricciardo auf dem Podium

Bottas: „Heute haben wir gesehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ich habe den Jungs am Funk schon gesagt: 'Noch ein Platz und ich stehe ganz oben!' Mercedes war aber auch heute noch ein bisschen schneller, trotzdem haben wir ein starkes Auto.“ Der Finne: „Mein Rennen selbst war super, ich habe viele Überholmanöver gehabt und unser Plan, so weit vor wie möglich zu kommen, ist mehr als gut aufgegangen.“ Den letzten Platz auf dem Podium sicherte sich Daniel Ricciardo im Red Bull, knapp vor Lokalmatador Jenson Button im McLaren.

Vettel kämpft mit Alonso

Ricciardo (r.) hatte mal wieder die bessere Strategie, drufte mit Bottas (li.) & Hamilton auf's Podium

Ricciardo half dabei eine ausgeklügelte Einstopp-Strategie. „Am Ende war es mit den Reifen schon sehr eng und Jenson kam ran, aber schlussendlich habe ich die Position ins Ziel gerettet“, strahlte Ricciardo. Teamkollege Sebastian Vettel musste sich dem Australier einmal mehr geschlagen geben und kam mit zwei Stopps als Fünfter ins Ziel. Strategisch im Nachhinein die schlechtere Variante. Allerdings bescherte Red Bull den Zusehern so das Duell des Tages zwischen dem Deutschen und Fernando Alonso. Über viele Runden bekriegten sich die einstigen Titelrivalen auf der Strecke, zum Teil mit dem Messer zwischen den Zähnen. Und auch der Funkverkehr zu beiden Boxen hatte es in sich. Während sich Vettel über die harte Fahrweise des Spaniers beschwerte, monierte dieser, dass Vettel mehrfach die Strecke verlassen habe.

Duell an der Grenze

Nach dem Rennen hatten sich die beiden Kampfhähne dann wieder etwas beruhigt. Alonso: „Das Duell hat Spaß gemacht und für viel Action auf der Piste gesorgt. Leider hatte ich beim Zweikampf mit Sebastian am Auto in manchen Kurven ein Problem mit dem Fahrverhalten am Heck – zusätzlich musste ich noch Sprit sparen und auf die Reifen aufpassen - aber ich habe es trotzdem genossen.“ Vettel selbst sah die raue Gangart schon etwas kritischer. „Es war aufregend, knallhart und sicher an der Grenze, aber er hat es auch clever gemacht“, zollte der Deutsche Alonso Respekt, mahnte zeitgleich aber auch: „Zweimal habe ich zurückgesteckt, sonst wären wir beide rausgeflogen.“

Ferrari mit HD-Rückspiegel

Alonso kämpfte über viele Runden mit Vettel, musste sich am Ende aber knapp geschlagen geben

Weniger ernst nehmen wollte Vettel die Beschwerden am Funk wegen des Verlassens der Strecke. „Als diese Warnung von der Box kam, musste ich lachen, weil ich genau wusste, dass er jetzt am Funk sowas sagt. Dabei war ich ja dahinter, hatte also die bessere Position, um mir das alles und unsere Linienwahl anzuschauen. Es sei denn natürlich, der Ferrari hat Rückspiegel mit HD-Funktion...“, so Vettel mit einem Augenzwinkern. Hinter dem Heppenheimer und Rivale Alonso wurde Kevin Magnussen (McLaren) Siebter. Nico Hülkenberg (Force India) und die Toro Rossos von Daniil Kvyat und Jean-Eric-Vergne rundeten die Top-10 schlussendlich ab.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Getty Images

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