Hamilton konnte sich auch auf nasser Fahrbahn überlegen die Pole sichern

Formel 1: Hamilton holt Regen-Pole in China

— 19.04.2014

Red Bull vor Rosberg

In dem wie erwartet nassen Qualifying zum Großen Preis von China sicherte sich Lewis Hamilton im Mercedes überlegen die Pole vor Ricciardo und Vettel.

Lewis Hamilton (Mercedes) sicherte sich in Shanghai die Pole-Position für den Grand Prix von China . Zum insgesamt 34. Mal steht der Brite auf dem ersten Startplatz, was ihn zum erfolgreichsten britischen Qualifyer der Königsklasse macht. Im teaminternen Stallduell gegen Rosberg stellt Hamilton auf 3:1.

Bei regnerischen Bedingungen lagen am Samstag 1,283 Sekunden zwischen den beiden, wobei Rosberg das Potenzial seines Mercedes nicht ausschöpfen konnte. Selbst auf seinen ersten Verfolger Daniel Ricciardo (Red Bull) hatte Hamilton 0,595 Sekunden Vorsprung. "Es war eine schwierige Session", spielt der Polesetter auf die kniffligen Wetterbedingungen an. Für morgen ist er nun zuversichtlich: "Das Auto fühlte sich großartig an. Wir sind in einer guten Ausgangsposition."

Die Top-3 vom Samstag: Ricciardo (li.), Hamilton & Vettel (re.)

Rosberg hätte eigentlich in der ersten statt in der zweiten Startreihe stehen sollen, doch eine zu kalte Bremse vor der Haarnadelkurve machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Am Ende musste er sich mit dem vierten Platz zufrieden geben. "Ich habe mich auf der Bremse nicht wohl gefühlt, sonst war ich überall schnell", seufzt Rosberg. "Das ist momentan ein Knackpunkt, auch im Trockenen. Der letzte Sektor war mein Problem. Das Rennen ist wieder anders, weil es trocken ist."

Ricciardo zum dritten Mal schneller als Vettel

Bei Red Bull darf man nach dem Qualifying zumindest vorsichtig lächeln, auch wenn der Zeitabstand noch groß ist. Weltmeister Sebastian Vettel fehlten 1,100 Sekunden auf Hamilton. Im teaminternen Stallduell gegen Ricciardo steht es damit schon 1:3. "Es geht sicherlich aufwärts mit denen", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer. "Die jammern auf hohem Niveau, aber Red Bull kommt. Die werden schon bald wieder siegfähig sein."

WM-Leader Nico Rosberg konnte mit P4 nicht zufrieden sein

Insgesamt scheint sich der im Vorhinein geäußerte Verdacht zu bestätigen, dass Mercedes in China nicht so dominant ist wie zuletzt in Bahrain. "Im dritten Abschnitt dachte ich, dass doch noch mehr drin ist und ich Lewis deutlich mehr ärgern kann, als ich es zum Schluss konnte", sagt Vettel. "Ein bisschen schade, weil ich dachte, wir können Lewis doch ein bisschen auf die Pelle rücken. Für morgen ist der dritte Startplatz eine sehr gute Ausgangsposition."

Hülkenberg zumindest wieder in den Top-10

Hinter Mercedes und Red Bull sicherte sich Fernando Alonso (Ferrari/+1,777) den Platz als erster Verfolger. Der Spanier steht damit morgen neben seinem ehemaligen Teamkollegen Felipe Massa (+2,287) und vor Valtteri Bottas (beide Williams/+2,422). Nico Hülkenberg (Force India/+2,506) wurde Achter. "Q3 ist nicht schlecht. Dennoch hätte ich mir mehr erhofft", sagt der Deutsche. "Speziell die zwei Williams sind mir ein Dorn im Auge."

Zum Einstand des neuen Ferrari-Teamchefs schaffte es Alonso immerhin auf Rang fünf

Hinter Jean-Eric Vergne wurde Romain Grosjean Zehnter, sein Lotus-Teamkollege Pastor Maldonado konnte hingegen wegen eines Antriebsdefekts gar nicht erst am Qualifying teilnehmen. Kimi Räikkönen (Ferrari) verpasste den Einzug ins dritte Segment um 13 Tausendstelsekunden gegen Hülkenberg. Adrian Sutil (Sauber) wurde 14. Sein Fazit: "Wir waren besser, als wir womöglich im Trockenen gewesen wären. Wir sind näher dran."

An der Spitze zeichnet sich recht deutlich ab, dass Mercedes momentan auch nasse Streckenverhältnisse nichts anhaben können. Red Bull etabliert sich immer mehr als zweite Kraft. Allerdings heißt es aufpassen: Shanghai gilt als besonders reifenmordende Strecke, sodass sich morgen ganz andere Kräfteverhältnisse entwickeln könnten. Vorjahressieger Alonso zählt dabei bestenfalls zu den Außenseitern auf einen Podestplatz - trotz der Ankunft des neuen Ferrari-Teamchefs Marco Mattiacci, der unter der Woche die Führung bei der Scuderia von Stefano Domenicali übernommen hatte.

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