Die besten Bilder aus Austin

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Formel 1: Hamilton selbstbewusst

— 24.10.2016

"Nur Defekte können mich stoppen"

Trotz Sieg: Lewis Hamilton beklagt auch in Austin die Haltbarkeit seines Mercedes. Für die Experten liegt darin der Unterschied zu Michael Schumacher.

Die meisten Zuschauer waren schon nach Hause gegangen, da spritzte Lewis Hamilton erst Boxengast Venus Williams nass und kam dann noch einmal raus auf die Start-Ziel-Gerade in Austin, um sich von den letzten Fans auf der Tribüne feiern zu lassen, ein paar Selfies zu machen und Autogramme zu geben. Vor einem Jahr hatte er an Ort und Stelle seinen dritten WM-Triumph gefeiert. Ob ein vierter dieses Jahr hinzukommt, steht trotz seines Sieges am Sonntag in Texas in den Sternen.
So lief das Rennen: Mercedes-Doppelsieg in Austin

Party mit Venus Williams: Austin-Sieger Hamilton

„Der Kampf geht weiter und zwar hoffentlich so wie heute“, sagte Hamilton im Anschluss an seine Ehrenrunde, rund anderthalb Stunden nach Rennende, bei den britischen Kollegen von Sky Sports. Und fügte in Bezug auf WM-Rivale Rosberg, der mit 26 Punkten Vorsprung in die letzten drei Saisonrennen geht, an: „Ich werde alles probieren, um ihn zu kriegen. Aber ich kann nur mein Bestes geben und weiter so fahren wie dieses Wochenende.“

Die Konkurrenz dominierte Hamilton in Austin. Doch sein größter Gegner fuhr nicht in einem anderen Auto mit, sondern in seinem: „Heute war der längste Nachmittag. Ich habe das ganze Rennen lang nur an die Haltbarkeit gedacht, auf jedes kleine Geräusch geachtet und mich praktisch ins Ziel gezittert“, erklärte Hamilton überraschend. Ehe er selbstbewusst anfügte: „Nico hatte das ganze Jahr über keine Probleme, die Haltbarkeit ist nur mein Problem. Und ich glaube, sie ist das einzige, was mich stoppen oder mir im Weg stehen kann.“

Beim USA GP ließ Hamilton den Gegnern keine Chance

Eine deutliche Ansage gegen Rivale Rosberg. „Lewis denkt klar, dass er der Beste ist. Und von seinem Team fordert er deshalb auch das beste Material“, kommentierte Ex-Weltmeister Damon Hill die Worte des Titelverteidigers. Hamiltons Sorgen waren in Texas allerdings nicht unbegründet: Noch vor dem Qualifying war ein Defekt am Wagen des WM-Zweiten aufgetreten. Seine Mechaniker tauschten über Nacht das Benzinsystem aus, brachen dafür extra die Sperrstunde.

Laut Hamilton hatte das Problem auch im Rennen eine Nachwirkung. „Ich hatte weniger Leistung als Nico“, sagte der Brite schon direkt nach dem Grand Prix. Allein: Mercedes-Sportchef Toto Wolff widersprach dieser Theorie auf Nachfrage von Sky. Hamilton wollte das später aber nicht auf sich sitzen lassen, wiederholte trotz Wolffs Kommentar: „Doch, doch: Im Vergleich zu Nico habe ich wegen des Problems heute zwei bis 1,8 Sekunden verloren - auf das ganze Rennen verteilt.“

Hamilton fühlt sich gegenüber Rosberg benachteiligt

Haarspalterei von Hamilton oder eine berechtigte Beschwerde in der F1-Welt, in der jede Zehntelsekunde zählt? Darüber diskutierten auch die britischen TV-Experten rund um Hill. „Lewis will Druck auf das Team ausüben und betonen: 'Es war mal wieder ein Problem bei mir!'“, glaubte Ex-F1-Pilot Martin Brundle. Hill erklärte indes: „Die Defekte dieses Jahr haben ihn viele Punkte gekostet. Daran will er alle Leute erinnern. Damit muss er aber vorsichtig sein, sonst fliegt ihm das im Team irgendwann um die Ohren.“

Keinen Gefallen hat sich Mercedes nach Meinung des Weltmeisters von 1996 damit getan, vor der Saison die Mechaniker zwischen beiden Fahrern zu tauschen. Hill: „Das ist nach hinten losgegangen. Sicher ist es Pech, dass die Probleme vor allem an Lewis' Auto auftraten. Aber die Leute macht das natürlich hellhörig und es feuert Verschwörungstheorien an.“

Hamilton neben den TV-Experten Herbert und Hill

Johnny Herbert sah die Angelegenheit weniger kritisch: „Die ganze Welt weiß doch, dass es nicht an ihm lag, wenn er dieses Jahr nicht den Titel holt.“ Für den Briten ist Hamiltons Reaktion völlig verständlich: „Egal bei wem: Prost, Mansell, Senna. Sie alle hätten sich beschwert und gesagt, dass es unfair ist. Senna dachte sogar immer, das ganze System ist gegen ihn. Alle großen Champions sind so. Das ist ihre Mentalität.“ Eine Einschränkung wollte Herbert aber doch machen und erinnerte sich an seinen Teamkollegen bei Benetton: „Michael Schumacher! Er war ein Teamplayer durch und durch. Ihn hat man niemals über sein Team motzen gehört.“

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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