Formel 1: Die besten Bilder aus Budapest

Formel 1: Hamilton siegt in Ungarn

Vettel nach heißem Rennen Zweiter

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton baut seine Führung in der WM aus, gewinnt in Budapest vor den Ferrari-Stars Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen.
Jetzt geht er mit einem dicken Polster in die Sommerpause: Lewis Hamilton gewinnt in Budapest vor Sebastian Vettel und führt in der WM mit 24 Punkten Vorsprung vor dem Deutschen - schon Hamiltons sechster Sieg beim Ungarn GP!
Alle Zeiten und Zahlen: Ergebnisse im Überblick

Hamilton geht mit viel Rückenwind in die F1-Pause

"Wir sind hier hergekommen und wussten, dass Ferrari schneller ist. Diese Punkte sind also ein Bonus für uns", freut sich Hamilton. "Das Rennen war sehr heiß und anstrengend. Ich habe geschwitzt, auch wenn es die meiste Zeit darum ging, die Pace zu managen", erklärt Hamilton. "Jetzt will ich einfach mit dem Team feiern. Sie alle verdienen nun eine Pause. Aus der kommen wir dann hoffentlich noch stärker zurück."
Bottas als Hamilton-Helfer: Wirbel um "Wingman"-Spruch
Hinter Hamilton und Vettel schafft es Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari als Dritter aufs Podium. Valtteri Bottas, der bis fünf Runden vor dem Ende noch Zweiter ist, wird nach einer hektischen Schlussphase Fünfter, noch hinter Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo. Nico Hülkenberg, der zweite Deutsche im Feld, beendet den Grand Prix als Zwölfter.
So lief das Rennen: Hamilton behauptet am Start die Führung vor Bottas, dahinter überholt Vettel schon in Kurve zwei auf der Außenbahn Teamkollege Räikkönen - anders als seine direkten Gegner auf Ultrasoft ist Vettel auf weichen Reifen gestartet, weiterer Fortschritt ist damit erstmal nicht möglich.

Verstappens Auto wird nach dem Aus abtransportiert

Ein kurzes Rennen erlebt Max Verstappen. Schon nach sechs Runden rollt der Holland-Star mit einem Problem an der MGU-K aus, flucht am Funk, während das virtuelle Safety-Car ausgerufen wird. Teamkollege Daniel Ricciardo arbeitet sich unterdessen von Platz 16 nach dem Start zügig wieder in die Top-10 vor.
Am Ende von Runde 14 stoppt Ferrari Räikkönen, Mercedes zieht mit Bottas nur einen Umlauf später nach. Hamilton ganz vorne fährt noch zehn Runden länger, wechselt erst in Runde 25 auf neue weiche Reifen.
Vettel liegt jetzt in Führung, seine Einstopp-Strategie hat ihn wieder ins Rennen um den Sieg gebracht. Dann verliert der Deutsche vor seinem Stopp aber Zeit beim Überrunden von Romain Grosjean, Carlos Sainz und Esteban Ocon. Plötzlich ist Bottas wieder dran am Boxenstopp-Fenster von Vettel.
Als der Ferrari-Star in Runde 39 stoppt, klemmt dann auch noch der Schlagschrauber vorne links! Vettel verliert zwei weitere wertvolle Sekunden und kommt deshalb knapp hinter Bottas auf Platz drei raus. Am Finnen findet er auf dem winkeligen Hungaroring zunächst keinen Weg vorbei.

Bremsklotz Bottas: Der Finne hält Ferrari lange auf

In Runde 51 rollt McLaren-Pilot Stoffel Vandoorne mit einem Getriebeproblem aus - wieder gibt es eine virtuelle Safety-Car-Phase. Mercedes blufft, lässt die Mechaniker Aufstellung zum Boxenstopp beziehen - Ferrari fällt aber nicht darauf rein. Allein: Vettel und Räikkönen hängen weiter hinter Bremsklotz Bottas fest, während Hamilton seinen Vorsprung an der Spitze auf über 20 Sekunden ausbaut.
In Runde 65 kann Bottas - seine Reifen sind bereits 50 Runden alt - die Ferraris nicht mehr halten. Vettel überholt außenrum in Kurve zwei, Bottas verbremst sich auf der Innenseite und kachelt dem Deutschen dabei leicht ins Heck. Obwohl sich der Finne den Frontflügel beschädigt, können beide weiterfahren: Vettel als Zweiter, Bottas als Vierter.
Vettel fast abgeräumt: "Glück, dass das Auto gehalten hat"
Zwei Runden vor Schluss kollidiert Bottas dann in seinem angeschlagenen Mercedes auch noch mit Ricciardo in Kurve eins. Wieder geht es für beide weiter. In der letzten Rennrunde kommt Ricciardo dann an gleicher Stelle doch noch vorbei am Mercedes, wird Vierter vor Bottas - der kriegt für den Crash später eine 10-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt. Zu diesem Zeitpunkt feiert Stallgefährte Hamilton bereits ausgelassen seinen Triumph in Budapest.

So lief der Samstag:

Regenschlacht im Qualifying zum Ungarn GP! Am Ende bei nassen Bedingungen einmal mehr der große Triumphator: Regen-Spezialist Lewis Hamilton, der auf dem Hungaroring bereits seine sechste Pole holt.
Alle Zeiten und Zahlen: Ergebnisse im Überblick
In letzter Sekunde verdrängt er Teamkollege Valtteri Bottas noch von Startplatz eins: "Großartig fürs Team! Platz eins uns zwei, das hätten wir nicht erwarten können", sagt Hamilton. "Ferrari war das ganze Wochenende schneller, wir haben eigentlich nur versucht, so nah dran zu sein wie möglich. Doch dann hat der Himmel seine Schleusen geöffnet", strahlt der Brite.

Die Top-3 im Qualifying: Bottas, Hamilton, Räikkönen

Einmal mehr schlägt dann Hamiltons große Stunde. "Heute war es eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Morgen geben wir alles, um die rote Jungs hinter uns zu halten", kündigt der Weltmeister an. In der Mercedes-Box jubelt Sportchef Toto Wolff so ausgelassen wie bei einem WM-Sieg. "Wir hatten heute Glück mit dem Wetter. Im Trockenen hatten wir nicht die Pace", gibt der Österreicher zu. "Wir hatten definitiv nicht erwartet, hier im Rennen um den Sieg zu sein."
Setzt Mercedes mit Bottas auf Platz zwei im Rennen nun wieder auf Stallregie wie zuletzt in Hockenheim? Bottas selbst glaubt: "Wir dürfen morgen frei fahren." Wolff will sich dazu nicht äußern: "Vor allem müssen wir nach dem Start vorne bleiben, der Weg bis zu Kurve eins ist lang, Ferrari am Start immer gut. Danach muss man sehen, wie sich das Rennen entwickelt."
Hamiltons erster Verfolger in der WM, Sebastian Vettel, startet am Sonntag nur als Vierter, muss im Kampf um die Startplätze auch noch Teamkollege Kimi Räikkönen den Vortritt lassen. "Wir waren im Regen nicht schnell genug. Jetzt ist es, wie es ist", sagt Vettel nach dem Qualifying.
Nur Startplatz vier: Vettel vom Wettergott verlassen
Überraschung hinter dem Deutschen auf Platz fünf: Dort brilliert bei den schwierigen Bedingungen Carlos Sainz im Renault - (Teamkollege Nico Hülkenberg belegt Rang 13). Ebenfalls überzeugend: Rookie Pierre Gasly, der seinen Toro Rosso auf Startplatz sechs steuert.
Einen Reinfall erlebt hingegen Red Bull: Mit großen Hoffnungen und als vermeintlicher Siegkandidat sind die Bullen nach Ungarn gekommen - nach dem Qualifying herrscht Ernüchterung. Daniel Ricciardo scheidet im Regen schon in Q2 aus, muss als Zwölfter starten. Max Verstappen erreicht zwar immerhin das Top-10-Shootout, kommt aber nicht über den siebten Startplatz hinaus.
Red Bull säuft ab: "Auto funktioniert nicht im Regen"

So lief das Abschlusstraining:

Pirouetten in perfekter Synchronie kennt man sonst eigentlich eher vom Turmspringen: Im Abschlusstraining zum Ungarn GP versuchen sich aber auch die Mercedes-Stars Lewis Hamilton und Valtteri Bottas im kongruenten Kreiseln. Erst dreht sich WM-Leader Hamilton in der Schikane, nur Minuten später macht es ihm Teamkollege Bottas an der gleichen Stelle mit einer perfekten Kopie nach - und setzt noch einen Kuss an die Leitplanke als Sahnehäubchen obendrauf!
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Mercedes in Schwierigkeiten zwei Stunden vor dem wichtigen Qualifying auf dem Hungaroring! Schon am Freitag beklagen die Silberpfeile Probleme mit der Balance, ganz in den Griff gekriegt haben sie diese über Nacht offensichtlich nicht. Immerhin: Einen Lichtblick für die Stuttgarter gibt es beim Blick auf den Zeitenmonitor. Nur 0,059 Sekunden fehlen Bottas als Zweitem zur Bestzeit.

Synchron: Was Hamilton kann, kann Bottas auch...

Die holt wie schon am Freitag Ferrari-Star Sebastian Vettel. Mit einer Zeit von 1:16,170 Minuten stellt der Heppenheimer dabei sogar einen neuen Streckenrekord auf.
"Wenn ich mir wieder ein Cockpit raussuchen dürfte, würde ich den Ferrari nehmen. Er ist das beste Auto hier. Es ist jetzt Vettels Pole zu verlieren", sagt Sky-Experte Paul di Resta. Hintergrund: Vor einem Jahr beim Ungarn GP sprang der Schotte kurz vor dem Qualifying überraschend für Williams-Pilot Felipe Massa ein, der krank war.
Zwei Zehntel hinter der Bestzeit wird Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari Dritter, Lewis Hamilton mit einer halben Sekunde Rückstand Vierter.
Noch nicht ganz so gut wie am Freitag läuft es bei Red Bull: Daniel Ricciardo und Max Verstappen müssen sich vorerst mit Reihe drei begnügen, der Holländer legt sich darüber hinaus mit Sauber-Rookie Charles Leclerc an, weil dieser ihn auf einer schnellen Runde behindert.
Etwas besser dürfte die Laune bei Nico Hülkenberg sein - der Emmericher muss sich zwar hinter Teamkollege Carlos Sainz auf Platz acht einordnen, Renault steht aber einmal mehr an der Spitze der Mittelfeld-Teams.

So lief der Freitag:

Hochspannung in Budapest: Der enge Kampf der drei Top-Teams ist auf dem Hungaroring auch ein Kampf der Konzepte! Zum Auftakt in den Ungarn GP zeigt sich: Der erste Sektor, mit der langen Geraden und dem Bergaufstück, kommt der starken Power des Mercedes-Motors entgegen, die winkeligen Sektoren zwei und drei der starken Aerodynamik Red Bulls.
Am Freitag lachender Dritter: Ferrari, die mit dem SF17H quasi über den perfekten Allrounder verfügen, der beide Stärken kombiniert. Außerdem geht der rote Renner am besten mit den Reifen um.
Alle Zeiten und Zahlen: Ergebnisse im Überblick
Sebastian Vettel brennt mit einer Zeit von 1:16.834 Minuten die Tagesbestzeit in den Asphalt, demonstriert Ferraris Speed über eine Runde. Doch auch der Longrun macht dem Deutschen Mut. Nur Max Verstappen, im Gesamtklassement am Freitag mit 0,074 Sekunden Rückstand Zweiter, ist hier schneller: Der Holländer kommt im Schnitt auf ultraweichen Reifen auf 1:22,3-er Zeiten - aber auch nur magere sieben Runden weit, dann beklagt er Probleme mit seinen Gummis und beendet den Run.
Zum Vergleich: Vettels Zeiten liegen im Schnitt bei 1:22,6 - aber über starke 16 Runden. Verstappen-Teamkollege Daniel Ricciardo, nach seiner Bestzeit im ersten Training am Nachmittag Dritter mit drei Zehnteln Rückstand, liegt auch im Longrun (1:22,9-er Zeiten) drei Zehntel hinter Vettel, kommt nur neun Runden weit. Genauso schnell wie Ricciardo ist über die Distanz Lewis Hamilton (1:22,9-er Zeiten), bei elf absolvierten Runden. Stallgefährte Valtteri Bottas (P6) schafft zwei Umläufe weniger, im Durchschnitt ist er noch einmal ein Zehntel langsamer.
Auch auf eine schnelle Runde fehlt den Silberpfeilen viel zur Spitze. Hamilton wird noch hinter Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari Fünfter, sieben Zehntel hinter der Bestzeit - bei Bottas ist es sogar schon über eine Sekunde.
Darüber hinaus leistet sich Hamilton im ultraschnellen Linksknick nach dem Bergaufstück einen Quersteher, kann einen Dreher und Einschlag in die Reifenstapel nur mit viel Können abfangen. Der Brite schüttelt noch im Cockpit seine linke Hand, will sagen: Das war knapp!
Ex-F1-Pilot und Experte Johnny Herbert urteilt: "Der Mercedes liegt nicht gut. Sie haben noch eine Imbalance im Auto - auf der Vorderachse zu viel Grip, hinten zu wenig. Das Team hat heute Nacht noch viel Arbeit vor sich."
Auch, weil die Reifen am Silberpfeil so noch nicht mitspielen. Sky-Experte Paul di Resta: "Sie kriegen nicht mal eine Runde auf Ultrasoft hin, müssen Speed rausnehmen, weil sie sonst zu früh in der Runde zu viel Leben aus dem Reifen nehmen." Mercedes' starker erster Sektor wird damit sogar zum Fluch für die Silberpfeile.
Max Verstappen will die silberne Konkurrenz trotzdem noch nicht abschreiben: "Sie haben keine Runde auf Ultrasoft zusammengebracht, deswegen trügt das Bild etwas. Ich erwarte aber, dass sie morgen wieder dabei sind. Ferrari sieht schnell aus und auf dem Longrun war auch Mercedes wettbewerbsfähig. Es wird sehr eng, alles hängt hier vom Qualifying ab", sagt der Holländer.
Sein Red Bull ist laut Verstappen zwar "gut, aber ob es für die Pole reicht, ist schwer zu sagen. Dafür verlieren wir glaube ich noch zu viel Zeit auf den Geraden." Mit einer halben Sekunde beziffert Teamchef Christian Horner diesen Zeitverlust - trotzdem schickt er eine Warnung an die Konkurrenz: "Wenn wir es in eine der ersten beiden Startreihen schaffen, können wir den Anderen hier wehtun."
Und weiter: "Wir haben im Rennen auch eine andere Herangehensweise als Ferrari und Mercedes - wir können voll attackieren", weist Horner darauf hin, dass Red Bull keine Rücksicht auf den WM-Kampf zwischen Rot und Silber nehmen wird. "Wenn sich unseren Fahrern auch nur eine halbe Chance bietet, werden sie es versuchen - denn sie wissen, dass die nächste wahrscheinlich erst wieder in Singapur kommt."

So lief das erste Training:

Auf dieses Rennen hat Red Bull seit Wochen gewartet: Zuletzt beim Deutschland GP nahm Daniel Ricciardo sogar einen Start von weit hinten in Kauf, wechselte diverse Motorteile, um die bestmöglichen Erfolgschancen in Ungarn sicherzustellen - das hat scheinbar geholfen.
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"Für Red Bull sieht es hier gut aus, viel besser, als zuletzt in Hockenheim oder Silverstone", sagt Sky-Experte Anthony Davidson nach erstem Betrachten der Autos auf dem engen Hungaroring.
Der Kurs kommt dem RB14 extrem entgegen, Aerodynamik zählt mehr als Motorpower. "Die Motor-Performance kostet uns hier etwa eine halbe Sekunde (im Vergleich zu Mercedes und Ferrari; d. Red.)", sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner. "Das müssen wir in den Kurven kompensieren. Vor allem in Turn vier, neun und elf sind wir sehr stark, da können wir aufholen", verrät der Brite.
Zum Auftakt in Budapest klappt das schon bestens: Mit einer Zeit von 1:17.613 Minuten schnappt sich Ricciardo die Bestzeit, knappe 0,079 Sekunden vor Ferrari-Star Sebastian Vettel. Der Deutsche setzt als einziger Pilot der Top-6 auf die ultraweiche Reifenmischung, alle anderen sind auf Soft-Pneus unterwegs. So auch Max Verstappen, der sich im zweiten Red Bull mit nur 0,088 Sekunden Rückstand auf Rang drei einordnet.
"So weit, so gut. Beide Fahrer sind ziemlich zufrieden mit der Balance", freut sich Horner. "Ich glaube aber auch, Sebastian hatte nicht gerade seine beste Runde." Knappe drei Zehntel schneller als die Zeit von Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen, der Vierter wird, ist Vettel trotzdem. Noch nicht ganz mithalten kann in Ungarn Mercedes: Lewis Hamilton und Valtteri Bottas reihen sich mit vier respektive acht Zehnteln Rückstand in der dritten Reihe ein.
Platz acht belegt Nico Hülkenberg im Renault. Der Deutsche kommt am späten Freitagvormittag aber nur 14 Runden weit. Dann schaltet sich sein Auto in Kurve fünf mit einem Elektrikproblem aus.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance / F1

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