Formel 1: Vettel versus Hamilton

Formel 1: Hamilton versus Vettel

Jetzt steht es 4:4!

Sebastian Vettel und Lewis Hamilton haben sich in zehn Jahren zu historischen Fahrern in der Formel 1 katapultiert. Es gibt viele Parallelen, aber auch Unterschiede.
Mit ihnen begann in der Formel 1 eine neue Zeitrechnung. Es war die Ära nach Michael Schumacher. Der Rekordweltmeister ging Ende 2006 in Rente, Lewis Hamilton und Sebastian Vettel stiegen 2007 in die Formel 1 ein. Zehn Jahre später sind sie zwei der bedeutendsten Piloten in der Geschichte des Grand-Prix-Sports. Nur Michael Schumacher (7) und Juan-Manuel Fangio (5) haben mehr WM-Titel als Hamilton und Vettel.
Vettel versus Hamilton: Baku-Crash im Rückspiegel
Zwischen Hamilton und Vettel steht es jetzt nach WM-Titeln 4:4. In der kommenden Saison ist also noch mehr Würze im Kampf der Giganten. Es ist das erste direkte WM-Duell der beiden gewesen. Hamiltons Silberpfeil war noch spitz genug, Vettels Ferrari noch nicht zuverlässig genug. Den ersten Punktsieg macht Hamilton, aber die Saison macht Vettel Mut für 2018.
Während Hamilton gern über die Schwächen Vettels philosophiert, will Vettel nicht über Hamiltons Nachteile sprechen. Nur so viel: „Er hat viele Stärken, aber es gibt auch Schwächen, die wir dieses Jahr zu unseren Gunsten genutzt haben. Hoffentlich gelingt uns das weiterhin.“
Als Vettel mit Red Bull von Titel zu Titel raste, war Hamilton mit McLaren im Mittelfeld versunken. Als Hamilton mit Mercedes zur neuen Grand-Prix-Größe wurde, war Vettel gerade dabei, das Ferrari-Team aufzubauen. Jetzt sind sie beide an der Spitze.

Formel 1: Vettel versus Hamilton

Schon in jungen Jahren waren sie Gegner - hier 2005 in der Formel 3

Ihr Weg begann 2007, aber er war höchst unterschiedlich. Vettel entspringt dem Red-Bull-Juniorenprogramm. Und war die bisher größte Entdeckung von Talentscout Helmut Marko, musste sich aber mühsam in ein Topcockpit kämpfen: erst mit seinem ersten Gaststart beim USA-GP 2007 im BMW-Williams, dann mit dem Mittelfeld-Team Toro Rosso. Er führte das Jungbullen-Team in Monza 2008 zum bisher einzigen Sieg der Mannschaft. Es war eine der größten Sternstunden von Vettel – und die brachte ihn zu Red Bull, wo er vier Mal in Folge Champion wurde.
Anders Hamilton: Als Topstar der Nachwuchsserien bekam er 2007 bei McLaren gleich seine große Chance. Es war aber die vielleicht größte Herausforderung seiner Karriere: Er fuhr an der Seite des amtierenden Doppelweltmeisters Fernando Alonso. Er bestand den Härtetest, vergeigte zwar die WM, aber verjagte Alonso nach nur einem Jahr aus dem Team. 2008 wurde er Weltmeister – in einem der spannendsten WM-Finalrennen aller Zeiten.

Das Duell könnte 2018 weitergehen...

Während Vettel immer bodenständig blieb, seine Familie aus der Öffentlichkeit fernhielt, genoss Hamilton den plötzlichen Ruhm. Partys mit Hollywoodstars, eine On-Off-Beziehung mit Popsternchen Nicole Scherzinger, reihenweise Twitter-Postings – Hamilton ließ sich ablenken, brachte gegen Jenson Button bei McLaren nicht mehr die Topleistung der Jahre zuvor.
Bei Mercedes suchte er sich eine neue Herausforderung, während Vettel bei Ferrari endgültig seinem Idol Schumacher nacheifern wollte. Die komplexe Turbo-Technik hat Mercedes besser umgesetzt, Hamilton musste sich in einem knallharten Krieg der Sterne gegen Nico Rosberg durchsetzen. Zwei Mal gelang ihm das, einmal nicht.
Der Mercedes-Dominanz ist es zu verdanken, dass Hamilton in vielen Statistiken Vettel überragt. Ob nach Siegen (62:46), nach Pole-Positions (72:49) oder nach Punkten (2578:2373). Aber das Duell der beiden hat 2017 wohl erst begonnen...

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-alliance

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