Die besten Bilder aus Abu Dhabi

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Formel 1: Hamiltons Bummeltaktik

— 28.11.2016

Ecclestone freut sich über Spannung

Lewis Hamiltons fuhr bei seinem Sieg in Abu Dhabi mit stark reduziertem Tempo, um Rosberg die Konkurrenz auf den Hals zu hetzen. Clever oder unfair?

 

Nico Rosberg war fix und fertig. In der Pressekonferenz nach dem WM-Sieg schüttelte der Deutsche immer wieder den Kopf, weinte hemmungslos, konnte es einfach nicht glauben. Was den Deutschen so angezählt hatte: Hamiltons Bummelzug-Fahrweise, mit der der Brite das Feld eingebremst hatte, um Vettel, Ricciardo und Verstappen an Rosberg vorbei zu bugsieren – und so doch noch den Titel zu holen.

Hamiltons Bremsklotz-Taktik: War sie clever oder einfach unfair?

Der Ex-Weltmeister verteidigt sich: „Ich würde nie etwas tun, was unserem Team schadet. Wir haben ja den Konstrukteurspokal schon gewonnen. Also ging es heute nur um das Duell zwischen Nico und mir. Sie hätten uns einfach das Rennen ausfahren lassen sollen. Ich habe nichts gemacht, was gefährlich war. Ich war an der Spitze und habe die Pace diktiert. Das ist mein Recht. So sind die Regeln.“ Punkt. Aus. So sieht es Hamilton.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone nimmt den Briten gegenüber ABMS ebenfalls in Schutz: „Es war seine einzige Chance doch noch Weltmeister zu werden. Die hat er eben versucht zu nutzen. Ich bin froh darüber. So hat er uns ein spannendes Finale beschert.“

Bei Mercedes war man nicht ganz so begeistert. Zumal Hamilton klare Anweisungen von Technikchef Paddy Lowe – der höchsten Eskalationsstufe – missachtete. Sportchef Toto Wolff tut sich allerdings noch schwer mit einer eindeutigen Meinung. „Wenn man 1.500 Mitarbeiter im Team hat und 300.000 Beschäftigte bei Daimler, dann schafft man sich Werte, die man respektieren muss. Wenn man diese Werte in der Öffentlichkeit verletzt, dann bedeutet es, dass man sich über das Team stellt. Das ist ganz einfach. Anarchie funktioniert in keinem Team und in keiner Firma.“
Vettel gratuliert Rosberg: Kritik an Hamiltons "schmutzigen Tricks"

Doch Wolff versteht auch Hamilton. „Natürlich sagt ein Teil von mir auch, dass es seine einzige Chance war. Vielleicht kann man von einem Rennfahrer in so einer Situation nichts verlangen, was gegen seine Instinkte spricht. Da müssen wir einen Weg finden, wie wir so etwas in der Zukunft lösen.“ Fakt bleibe aber, so der Österreicher: „Man muss mit Würde gewinnen und verlieren."

Und genau das hat Hamilton verpasst. Denn der Brite erinnerte in der Pressekonferenz erneut an seine technischen Defekte, wegen derer er die WM verlor. Kein Wort der Gratulation an Nico Rosberg. Das übernahm stattdessen Sebastian Vettel. Der Hesse ergriff von selbst das Wort: "Es gibt für mich nur einen verdienten Weltmeister, das ist Nico. Das ist Nicos Tag, er hat eine tolle Saison gezeigt, er verdient unser aller Respekt zum Titel!“

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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