Die besten Bilder aus Budapest

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Formel 1: Hamiltons Sicherheitsappell

— 23.07.2016

Keine Strafe für Rosberg: Marko tobt

Rosbergs Pole-Runde in Ungarn ließ die Wogen hochgehen: Während sich der Deutsche verteidigt, tobt Red Bull. Hamilton sorgt sich um die Sicherheit.

Lustige Szenen im Fahrerlager von Budapest: Nico Rosberg kommt vom Verhör bei der Rennleitung, wird von Kamerateams und Reportern eng umringt. Der WM-Führende bewegt sich scheinbar in Richtung des Mercedes-Motorhomes, doch auf einmal duckt sich Rosberg weg, nimmt die Beine in die Hand und Reißaus aus der Menschentraube – Flucht durch einen Tunnel hinter den Boxen direkt zum Parkplatz. Dort springt er in seinen Mercedes-SUV und braust zurück nach Budapest. Das dicke Grinsen des Deutschen bei der Aktion lässt bereits erahnen, was wenig später auch die Regelhüter bestätigen: Keine Strafe gegen Rosberg, der Mercedes-Star darf seine Pole behalten!

Nico Rosberg hatte die Nase im Mercedes-Duell vorne

Zuvor jedoch hatten die Stewards um Ex-Weltmeister Alan Jones Rosberg um 19.45 Uhr extra noch einmal zurück an die Strecke bestellt – der Deutsche hatte den Hungaroring eigentlich schon verlassen... Dann jedoch wurde gegen ihn ermittelt wegen eines möglichen Verstoßes gegen Artikel 2.4.5.1 des Sportlichen Reglements der FIA – kurz gesagt: Dem ungenügenden Verlangsamen unter gelber Flagge. Nicht einmal eine Stunde später wurde der Vorfall nach Durchsicht der Daten ad acta gelegt. Rosberg sei in Kurve acht „deutlich erkennbar“ vom Gas gegangen, hieß es von offizieller Seite.

Und dennoch: Es war der Aufreger im Ungarn-Qualifying am Samstag. Das war zuvor passiert: Die Zeit auf der Uhr in Q3 war längst abgelaufen als sich die Piloten im letzten schnellen Versuch um die Pole duellierten. Doch plötzlich stand Fernando Alonso auf der Strecke – der Spanier hatte sich gedreht. Der direkt dahinter fahrende Lewis Hamilton musste stark vom Gas, eine Zeitverbesserung war damit vom Tisch. Als alle bereits dachten, die Messe im Qualifying sei gelesen, kam Nico Rosberg an – und knallte zur Überraschung aller die Pole hin!
So lief das Qualifying: Rosberg holt Pole in Ungarn

Red Bulls Horner und Marko sind sauer auf Rosberg

„Er ist im zweiten Sektor, wo doppelt gelbe Flaggen geschwenkt wurden, eine absolute Bestzeit gefahren. Das soll er mal erklären“, tobte anschließend Red-Bull-Berater Helmut Marko über Rosberg. Der WM-Spitzenreiter beteuerte indes: „Ich habe die gelben Flaggen gesehen und bin klar vom Gas gegangen. Unter doppelt gelb fahre ich so, dass nichts passieren kann – und das habe ich an dieser Stelle, war dort auch langsamer als in meiner vorherigen Runde.“ Doch Marko ließ nicht durchgehen, dass Rosberg stark gelupft habe. „Dann müsste er sonst ja drei Sekunden schneller sein! Es ist eine Farce und ich bin gespannt, ob da endlich reagiert wird.“

Auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner zeigte Unverständnis für Rosbergs Zeitverbesserung: „Ich kann mir nicht ganz erklären, warum Rosberg es geschafft hat, im mittleren Sektor so schnell zu sein. Ich weiß aber auch nicht, ob die Strecke schon wieder frei war, als er vorbeigekommen ist.“ Davon überzeugt ist RTL-Experte Timo Glock, der Rosberg verteidigte. „Solange das Auto (von Alonso; d. Red.) noch da stand, wurde gelb geschwenkt. Danach war dort aber keine Gefahrenstelle mehr“, erklärte der Ex-F1-Pilot.

Rosberg holte in allerletzter Sekunde die Pole-Position

Auch Mercedes-Sportchef Toto Wolff verteidigte seinen Schützling. „Als Nico in besagte Zone gefahren ist, hat er klar geliftet. Das können wir auf den Daten genau sehen und auch belegen. Außerdem wurde überhaupt keine Flagge mehr gezeigt, als er die Zone verließ.“ Wolff gibt zu bedenken: „Wir reden hier immerhin von den besten Fahrern der Welt. Die können schon einschätzen, welches Tempo für so eine Situation angemessen ist.“ In Bezug auf die Kritiker glaubt der Österreicher: „Es ist wie beim Fußball. Da hat man im Stadion auch 50.000 Schiedsrichter...“

Einer von diesen Kritikern ist allerdings ausgerechnet Mercedes-Angestellter. Auch Lewis Hamilton zeigte sich wenig begeistert über Rosbergs Verhalten. Allerdings nicht wegen der verlorenen Pole sondern aus Sicherheitsbedenken, wie der Brite erklärte: „Die Interpretation einer gelben Flagge sieht eigentlich so aus, dass  man langsamer machen muss. Wenn sogar doppelt gelb geschwenkt wird, sollte man eigentlich vorbereitet sein auf ein Auto oder Streckenposten auf der Strecke, die jederzeit hinter der nächsten Kurve stehen können.“

Uppps... war Rosberg zu schnell unter gelber Flagge?

Hamilton findet: „Eigentlich muss man in so einem Fall bereit sein, komplett stehen zu bleiben. Nico hat aber nur eine Zehntel verloren...“ Für den Briten nicht genug. „Wenn das reicht, wird es in Zukunft jeder so machen“, gab er zu bedenken und fügte an: „Dann ist natürlich die Frage, ob wir uns mit dieser Herangehensweise in Sachen Sicherheit in die richtige Richtung bewegen.“ Hamilton erinnerte sich auch an ein Beispiel aus der Vergangenheit. „Maldonado hat in Monaco mal fast einen Streckenposten überfahren. Ich finde also, die Sache muss unmissverständlich geklärt werden. Denn es geht dabei wie gesagt nicht nur um unsere eigene Sicherheit sondern auch die von anderen.“

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: FH / Picture-Alliance

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