Pizzonia

Formel 1: Highspeedkurs Monza

— 31.08.2016

Pizzonia über seine Rekordfahrt

Noch heute hält Antônio Pizzonia den Formel-1-Geschwindigkeitsrekord, aufgestellt 2004 im BMW-Williams. Gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT erinnert er sich.

Die Formel 1 reist nach Monza, dem letzten verbliebenen Hochgeschwindigkeitskurs. Jahrelang bestand der GP-Kalender aus diversen Highspeed-Strecken. Aber Bremgarten und der AVUS-Ring wurden schon in den 50er Jahren aussortiert, Silverstone und zuletzt 2002 auch Hockenheim kastriert. Monza ist die letzte Strecke ihrer Art. Aber nicht mehr die Schnellste: In der dünnen Höhenluft von Mexico-City reduziert sich der Luftwiderstand dermaßen, dass auch dort die Formel-1-Flitzer über 360 km/h erreichen. Auch der neue Straßenkurs in Aserbaidschan ist schnell. 378 km/h war Valtteri Bottas im Quali schnell – laut internen Williams-Messungen. Offiziell zeigte die Radarfalle 366,1 km/h an – 220 Meter vor dem Bremspunkt.

Der offizielle Formel-1-Geschwindigkeitsrekord im Rennen ist noch in den Händen von Monza. Weil die Turbo-Hybridmotoren an der 1000-PS-Marke kratzen, muss sich Antônio Pizzonia um seinen Rekord von 2004 fürchten: 369,9 km/h. Juan-Pablo Montoya war ein Jahr später nochmal schneller: 372,6 km/h im Training, wo allerdings keine offiziellen Messungen vorgenommen werden. Derzeit bekommen die GP-Renner aber wieder mehr Abtrieb, das macht die Rundenzeiten schneller, drückt aber die Topspeeds.

Antônio Pizzonia spricht über seine Rekordfahrt

Pizzonia erklärt seine rasante Fahrt gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT so: „Ich war zur richtigen Zeit im richtigen Auto an der richtigen Strecke. Mit dem 10-Zylinder-Motor von BMW hatte ich den stärksten Motor, den es zu der Zeit gegeben hat.“ Dass er richtig schnell war, merkte er sofort: „Ich erinnere mich noch genau: Ich war im Windschatten von David Coulthards McLaren-Mercedes. Ich habe richtig gespürt, wie schnell ich bin."

Angst hatte er keine. Pizzonia: „Um ehrlich zu sein: Der Unterschied ist gar nicht mehr so groß. Wenn du mal genügend Runden in Monza gefahren bist, gewöhnst du dich dran."

Pizzonia war damals Ersatzmann bei Williams für den in Indianapolis bei einem schweren Unfall verletzten Ralf Schumacher. Als Siebter fuhr der Brasilianer auch in die Punkte, Teamkollege Montoya wurde Fünfter.

Mit 35 Jahren ist Pizzonia noch immer ein PS-Junkie. Zuletzt fuhr er am Nürburgring in der Sportwagen-WM einen Oreca-Missan-LMP2 für das Manor-Team und beeindruckte mit schnellen Zeiten. Er hofft auf einen Aufstieg in die Königsklasse, der LMP1. Auch die IndyCar reizt ihn, allerdings nicht die superschnellen Ovalrennen, wo noch schneller gefahren wird als in der Formel 1. „Das ist mir zu gefährlich“, sagt der schnellste F1-Fahrer der Geschichte. An ein Formel-1-Comeback glaubt er nicht mehr: „Dafür bin ich leider schon zu lange draußen.“
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Autor: Michael Zeitler

Fotos: Getty Images

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