Formel 1 Hintergrund

Formel 1 Hintergrund

— 20.08.2009

Massa glaubt an Schumi

Felipe Massa ist sich sicher, dass Michael Schumacher alles versuchen wird, um doch noch zu seinem Formel-1-Comeback zu kommen. Auch bei Sauber wird nach dem BMW-Ausstieg kräftig weitergearbeitet.

Ferrari-Pilot Felipe Massa glaubt an einen weiteren Comeback-Versuch von Rekordweltmeister Michael Schumacher. Dem brasilianischen Radiosender sagte der 28-Jährige in einem Interview, das autobildmotorsport.de vorab vorlag: "Als Michael mich nach seinem Mugello-Test im Budapester Krankenhaus besuchte, freute er sich wahnsinnig auf das Rennen in Valencia. Er war aufgeregt wieder fahren zu dürfen und ich glaube, er ist es noch. Wenn Sie mich fragen, wird er jetzt versuchen seine Probleme auszukurieren." Gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT räumt Massa aber auch ein, dass Schumacher schon einen Tag nach seinem Test über heftige Beschwerden klagte: "Michael war sehr besorgt über seinen Nacken, klagte über Schmerzen. Allerdings weniger in den Kurven, als vielmehr auf den Bodenwellen. Teilweise hatte er dort sogar Probleme klar zu sehen."

Sehprobleme sind in der Formel 1 keine Seltenheit

BMW-Sauber-Technikchef Willi Rampf erklärt Schumachers Sehprobleme bei welligen Strecken.

Ein Phänomen, das in der Formel 1 allerdings gar nicht so selten auftritt, wie BMW-Sauber-Technikchef Willi Rampf weiß. "Bei starken Schlägen gerät der Augapfel in der Augenhöhle in Bewegung. Das Auge hat dann Probleme zu fokussieren. Früher war das auf den unebenen Rennstrecken noch schlimmer als heute. Vielleicht hat Michael das vergessen und war einfach nur überrascht, dass er verschwommen sah. Heinz-Harald Frentzen klagte zu Sauber-Zeiten oft darüber." Und gerade Ferraris Hausstrecke in Mugello gilt als Buckelpiste. Fakt ist: Weder Schumi noch sein Manager Willi Weber wollten einen weiteren Comebackversuch bisher ausschließen. Massa rechnet damit, dass er nach seinem Unfall beim Ungarn-GP, der anschließenden Kopf-OP (Stirnbeinbruch und Gehirnschwellung) mindestens bis zum Brasilien-GP (zwei Rennen vor Schluss) aussetzen muss. Von einer Rückkehr in Singapur würde Rampf Schumacher aber abraten: "Auf dem Stadtkurs sind die Bodenwellen schlimmer als auf jeder anderen Rennstrecke." 

Bei Sauber wird hinter den Kulissen kräftig weiterentwickelt

Noch nicht gebremst: Trotz des Ausstiegs von BMW treibt das Sauber-Team die Entwicklung für 2010 voran.

Indes arbeitet man bei Sauber trotz des angekündigten Ausstiegs von BMW weiter am neuen Auto. "Wir können es uns nicht leisten, jetzt eine Pause einzulegen", erklärt Rampf gegenüber autobildmotorsport.de, "weil die Regeln sich 2010 mit dem Nachtankverbot und entsprechend längeren Autos schon wieder verändern, wären wir sonst nicht konkurrenzfähig." Außerdem sei es ein schlechtes Zeichen für mögliche Kaufinteressenten, wenn die Entwicklung jetzt eingestellt würde. Problematisch sei derzeit nur, "dass wir ein Auto bauen müssen, ohne zu wissen, welcher Motor und welches Getriebe wir einbauen dürfen", so Rampf. Um noch ein größeres Stück vom Kuchen der 2009er-TV-Einnahmen abzubekommen, wolle man auch in diesem Jahr noch einmal Gas geben. Rampf: "Denn natürlich ist auch BMW an einem Ausstieg mit guten Endresultaten interessiert." Der Technikchef wurde vom Ausstieg übrigens genauso überrascht, wie jeder Fan auch. "Ich wurde einen Tag vorher informiert", lächelt der Bayer verkrampft. Man habe im Vorfeld kaum damit gerechnet, weil eine Warnung, ein erhobener Zeigefinger von Seiten des Vorstands bis dahin ausgeblieben war.

Autor: Bianca Garloff

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