Formel 1: Die Hinterbänkler

Formel 1: Historie Schlusslichter (3)

— 20.10.2016

Kampf um letzten Platz

Manor will seinen zehnten Platz in der Konstrukteurswertung gegen Sauber verteidigen. Der Kampf im hinteren Teil der Startaufstellung ist seit Jahren spannend.

Die Formel-1-Weltmeister kennen viele. Aber wer war eigentlich am anderen Ende der Startaufstellung zu finden? Für die Hinterbänkler schlagen die Herzen diverser Fans. Seit den 80er Jahren sind Gaststarter verbannt, seither wird auch um den letzten Platz in der Konstrukteurswertung gekämpft. Das sind die Hinterbänkler der letzten 30 Jahre, Teil drei (2007-2016):

2007 Spyker-Ferrari

Das Jordan-Team wurde ab Ende 2005 von Hand zu Hand gereicht. Erst kaufte sich der russische Stahlmagnat Alexander Shnaider das Traditionsteam, dann der niederländische Sportwagenhersteller Spyker. Kleine Achtungserfolge gab es, beispielsweise die Führungsrunden von Markus Winkelhock in dessen einzigem Grand Prix am Nürburgring. Weil aber Spyker trotzdem nur auf dem letzten Platz landete, verkaufte Spyker das Team nach nur einer Saison an Vijay Mallya, der daraus Force India formte.

2008 Super-Aguri-Honda

Als Honda-B-Team konnte Super Aguri durchaus Achtungserfolge feiern. Das absolute Highlight dürfte das Überholmanöver von Takuma Sato gegen den WM-Kandidaten Fernando Alonso 2007 in Kanada gewesen sein. Doch 2008 verlor Honda im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise die Lust an der Formel 1 und das B-Team wurde schon nach vier Rennen abgesägt. Verschiedene Übernahmekandidaten gab es zwar, wie den heutigen Formel-E-Serienchef Alejandro Agag, aber letztlich wurde der Rennstall komplett eingestampft.

2009 Toro-Rosso-Ferrari

Es war die Saison ohne echte Hinterbänkler. Toro Rosso sammelte acht Punkte und war damit ein Jahr nach dem Sieg von Sebastian Vettel beim Italien-GP das Schlusslicht der Formel 1. Teamteilhaber Gerhard Berger verließ das Team.

2010 Virgin-Cosworth

Das Starterfeld für die Saison 2010 wurde komplett durcheinandergewürfelt. Die Wirtschaftskrise führte dazu, dass Hersteller wie Honda, BMW und Toyota aus der Formel 1 einstiegen. FIA-Präsident Max Mosley wollte eine Budgetobergrenze von rund 50 Millionen Euro einführen. Und prompt bewarben sich mehr als 20 neue Teams um einen Platz in der Formel 1. Virgin, Lotus (Caterham) und HRT stiegen 2010 neu ein und lieferten sich ein Duell um die goldene Ananas. Denn: Die Budgetobergrenze kam nie – die Teams hatten keine Chance. Heute ist nur noch Virgin dabei, damals Letzter, heute nach zwei Besitzerwechsel als Manor mit Pascal Wehrlein in der Formel 1 vertreten.

2011 Virgin-Cosworth

Auch 2011 blieb Virgin das Schlusslicht. Am Ende der Saison kaufte sich der russische Sportwagenhersteller Marussia die Mehrheitsanteile. Virgin-Chef Richard Branson führte sein Team stattdessen in die Formel E, wo Virgin heute als Werksrennstall von Citroëns Luxusmarke DS dabei ist.

2012 HRT-Cosworth

Pedro de La Rosa 2012 im HRT-Cosworth

Das spanische HRT-Team war in den drei Jahren von 2010 bis 2012 eigentlich immer am langsamsten. 2012 bildete man auch das Schlusslicht – und stieg am Ende des Jahres aus der Formel 1 aus.

2013 Caterham-Renault

Nach dem HRT-Aus waren nur noch Marussia und Caterham von den Neueinsteigern 2010 über. Sie lieferten sich ein spannendes Duell um den letzten Platz. Caterham war schneller, Marussia aber erfolgreicher.

2014 Caterham-Renault

Auch Colin Kolles als Teamchef konnte Caterham nicht mehr vor dem Ruin retten. Immerhin: Für Caterham dürfte wenigstens noch Sportwagen-Ass André Lotterer einen Gaststart absolvieren.

2015 Marussia-Ferrari

Drei Rennen musste das Team 2014 schon sausen lassen: Nach dem tödlichen Unfall von Jules Bianchi schlitterte der Rennstall in die Insolvenz. Ein britisches Konsortium um Stephen Fitzpatrick kaufte das Team und sanierte es.

2016 Sauber-Ferrari

Neueinsteiger Haas dank einer Ferrari-Kooperation, Manor dank Mercedes-Power, Renault trotz schlechten Motors – alle Teams stehen 2016 vor Sauber in der Tabelle. Das Traditionsteam hat aber noch die Hoffnung, Manor in der Teamwertung noch abzufangen: Inzwischen ist die Mannschaft durch die Übernahme der Investoren Longbow Finance finanziell gerettet.

Formel 1: Die Hinterbänkler

Teil 1: 1987-1996
Teil 2: 1997-2006

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller; privat; Picture-alliance; Getty Images

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