Formel 1: Die Hinterbänkler

Formel 1: Honda mit Defekten

— 12.04.2017

2237 Ausfälle bis zur Spitzenposition

Seit drei Jahren blamiert sich Honda in der Formel 1. Doch es gibt in der Geschichte der Formel 1 Hersteller, die viel mehr Pleiten, Pech und Pannen hatten.

Die beiden McLaren-Piloten Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne reisen zu den GP-Rennen um die Welt mit einer 75-prozentigen Gewissheit, dass sie ausfallen werden. Drei Ausfälle in zwei Rennen stehen 2017 bisher zu Buche. Seit dem Honda-Comeback 2015 schied in 42 Rennen 24 Mal ein Honda-Pilot aus. Und in der gesamte WM-Historie kommt Honda jetzt auf 338 Defekte. Damit liegt man in der Statistik auf Rang fünf.

Rang eins ist klar außer Reichweite: Ford hat 2237 Ausfälle mehr, also 2575 – hat in den 70er Jahren aber pro Rennen rund 20 Fahrzeuge mit Motoren versorgt. In einer Zeit, in der noch diverse Amateurfahrer auch wegen Drehern, Kollisionen und Unfällen nicht ins Ziel kamen. Oder weil ihre selbst gebastelten Formel-1-Rennwagen den Strapazen eines Grand Prix nicht gewachsen waren.

Ein Blick auf die Ausfallquote zeigt: Acht von insgesamt 65 Motorhersteller in der WM-Historie haben eine Pannenquote von 100%. Keiner von diesen acht Motorbauern fuhr allerdings mehr als zwei Rennen. Unter diesen acht sind bekannte Namen: Bugatti und Jaguar zum Beispiel.

Ausfall: Jaguar fuhr nur einmal mit eigenem Motor

Bugatti tauchte 1956 beim Frankreich-GP mit dem mehrfachen Rennsieger Maurice Trintignant auf – aber mit einem völlig unterlegenen Rennwagen. Der 2,5-Liter-Reihen-Sechszylinder war mit 250 PS viel zu schwach, das Auto ohne jegliche Innovation. Nach 149 Rennkilometern war wegen eines defekten Gaspedals bereits Schluss.

Jaguar war als Werk von 2000 bis 2004 vertreten – bis Red Bull den Rennstall aufgekauft hat. Doch die Motoren bezogen die Raubkatzen von Ford-Cosworth. Nur bei einem einzigen Rennen tauchte ein Jaguar-Motor auf: 1950 beim Italien-GP. Clemente Biondetti war Rennpilot, aber auch ein begnadeter Techniker und Tüftler. Schon 1931 fuhr er bei GP-Rennen mit einem Zwitter-Rennwagen, eine Mischung aus einem Bugatti und einem Maserati. In Monza 1950 kaufte er sich schließlich von Ferrari eine Karosserie und verbaute darin einen Jaguar-Motor. Fertig war der Ferrari-Jaguar, der allerdings nicht die Ziellinie erreichte.
Die Geschicht der Italiener in der Formel 1: Hier nachlesen

Und auch der einzige Dieselmotorenhersteller der WM-Geschichte hat eine 100%-Ausfallquote: 1952 wurde das Indy 500 noch zur Weltmeisterschaft gezählt. Fred Agabashian fuhr dabei einen Kurtis-Kraft mit Cummins-Dieselmotor. Der 6,6-Liter-Reihen-Sechszylinder war kraftvoll, schaffte es auf Pole – litt aber unter einem enormen Reifenverschleiß. Außerdem war der Motor mit einem Abgasturbolader versehen, der im Rennen schließlich streikte.

Die höchste Ausfallquote bei mehr als 100 Rennteilnahmen hat der private Motorhersteller Hart zu verbuchen (65,2). Honda liegt hier mit 35,1% auf Rang 18.

Höchste Ausfallquote bei mehr als 100 WM-Rennen

1. Hart (1981-1997) 65,2%
2. Gordini (1950-1956) 64,6%
3. Alfa Romeo (1950-1987) 61,6%
4. Ilmor (1991-1994) 58,9%
5. Judd (1988-1992) 58,5%
6. Yamaha (1989-1997) 58,2%
7. Lamborghini (1989-1993) 51,9%
8. Maserati (1950-1969) 51,5%
9. BRM (1951-1977) 51,2%
10. Supertec (1999-2000) 49,2%

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Getty Images; Picture-alliance

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