Formel 1: Die Hinterbänkler

Formel 1: Honda trennt sich von Sauber

— 28.07.2017

Sauber bleibt bei Ferrari

Honda trennt sich noch vor Beginn der Partnerschaft von Sauber. Die Schweizer bestätigen indes ABMS-Infos, dass sie auch 2018 bei Ferrari bleiben werden.

Wie ABMS bereits Donnerstag berichtete, fährt Sauber auch nächstes Jahr mit Ferrari-Motoren. Das bestätigten das schweizer Traditionsteam und Ferrari am Freitag. "Ich bin sehr froh, bekanntgeben zu dürfen, dass wir weiterhin mit der Scuderia Ferrari als unserem Motorenlieferanten zusammenarbeiten - in Form einer mehrjährigen Übereinkunft", erklärte Saubers neuer Teamchef Fréderic Vasseur. "Die geteilte Erfahrung zwischen Sauber und Ferrari hat ein starkes Fundament gebildet, das uns erlaubt, bei der Entwicklung des 2018er Autos zügig und effektiv voranzuschreiten", sagte der Franzose.

Zur Auflösung der Vereinbarung mit Honda, die am Donnerstag vor dem Ungarn GP bekanntgegeben wurde, sagte Vasseur: "Wir haben diese Entscheidung aus strategischen Gründen mit Blick auf die bestmögliche Zukunft von Sauber getroffen."

Zwischenzeitlich waren Gerüchte aufgetaucht, es habe nie einen unterschriebenen Vertrag mit den Japanern gegeben und Sauber hätte von sich aus die Absichtserklärung zurückgezogen; ABMS weiß aber aus Honda-Kreisen: Die Japaner waren geschockt von den Ereignissen rund um die Trennung von Ex-Teamchefin Monisha Kaltenborn, mit der der Vertrag ausgehandelt wurde. Deshalb entschlossen sie sich für einen Rückzug aus dem Dreijahreskontrakt und aus der Semi-Werksunterstützung, die das Schweizer Team genossen hätte. Dazu muss man wissen: Für Japaner sind Loyalität und Vertrauen wichtige Konstanten im Arbeits- und Privatleben.

Kein Honda-Antrieb für Sauber 2018

Eine Rolle könnte bei der Zerrüttung des Verhältnisses zudem gespielt haben, dass die Weiterentwicklung des Saubers unter dem technischen Direktor Jörg Zander hakt. Auch in Ungarn wird nicht das groß angekündigte Update eingesetzt, das eine ganze Sekunde bringen sollte. Stattdessen kommt der neue Unterboden erst in Spa. In Budapest fährt Sauber hauptsächlich mit einer neuen Motorkühlung. 25 Punkte mehr Abtrieb waren Anfang des Jahres von Zander für Budapest versprochen, geliefert hat er - so erfuhr ABMS - mit acht Punkten weniger als ein Drittel.

Überlegungen, das Paket 2018 mit dem Mercedes-Motor zu stärken, erwiesen sich trotz der Verbindung mit Mercedes-Junior Pascal Wehrlein als nicht umsetzbar. Hintergrund: Mercedes hat nach ABMS-Informationen bereits McLaren mit der Begründung abgesagt, man habe keine Kapazitäten ein viertes Team mit Motoren auszustatten. Diese Aussage war für Sauber nur schwer aufzuweichen.
Neuer Teamchef für Sauber: Hier nachlesen

Honda selbst ist indes von einem Ausstieg aus der Königsklasse weit entfernt. Sollte McLaren sich mit Renault zusammentun, steht ein Wechsel zu Toro Rosso auf dem Plan. Das wird bei Red Bull auch nicht dementiert. "Wir müssen abwarten, was bei McLaren, Honda und Renault passiert. Erst dann kann Toro Rosso reagieren."

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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