Horror-Crash im BMW

Formel 1: Horror-Crash im BMW Formel 1: Horror-Crash im BMW

Formel 1: Horror-Crash im BMW

— 11.06.2007

Das Wunder von Montreal

Es waren die schrecklichsten Bilder, die wir seit langem in der Formel 1 gesehen haben: Gestern um 19.41 Uhr stockte der Motorsportwelt der Atem. Mit 280 Sachen raste der Pole Robert Kubica in die Mauer – und überlebte einen der spektakulärsten Formel-1-Unfälle der letzten Jahre.

Was für ein Horror-Crash! Was für unendliche, bange Momente. Was für ein Wunder, dass BMW-Star Robert Kubica (22) diesen brutalen Unfall – hier das Video dazu – überlebt hat. Die 27. Runde in Montreal. Toyota-Trulli schießt vor Kubica Richtung Spitzkehre. Die Autos sind über 300 km/h schnell. Plötzlich eine Kollision! Trulli: "Ich spürte einen Schlag rechts hinten. Das war Kubica. Der Rest war ein Riesenschock, ich konnte mich überhaupt nicht mehr konzentrieren." Der BMW jagt wie ein Geschoss von der Geraden. Ungebremst fliegt er Richtung Betonmauer – und hebt ab. Die Frontpartie schraubt sich einen Meter hoch in die Luft. Dann knallt es. Kubica prallt frontal in die Wand. Weil seine Reifen zuletzt in der Luft waren, bringt sein Bremsen nichts mehr.

Der Unfall war die Hölle, der Rest ein Wunder

Ein höllischer Knall. Der BMW hat so ein Wucht, dass er an der Mauer in 1000 Teile zerrissen wird. Sogar die Überlebenszelle "Monocoque" (40 kg schwer, gebacken aus zwölf Kohlefaserschichten) zerreißt. Kubicas Füße ragen vorne aus dem aufgerissenen BMW-Wrack. Doch der Horror-Irrflug des jungen Polen geht weiter. Kubica schießt in seinem eigenen Trümmerhagel zurück über die Strecke, dreht sich um die eigene Achse. Dann knallt er in die Mauer auf der anderen Seite. Er dreht sich noch einmal, bleibt dann auf der Seite liegen.

Die Fernsehzuschauer sind geschockt

Robert Kubicas Schutzengel und das HANS-System leisten ganze Arbeit.


Millionen am TV und alle im Fahrerlager rätseln: Hat Kubica diesen brutalen Crash überstanden? Lebt er? BMW-Kollege Heidfeld: "Ich habe gesehen, dass Leute aus dem Team die Arme über dem Kopf zusammen geschlagen haben. Da wusste ich, dass etwas Dramatisches passiert ist." BMW-Teammanager Beat Zehnder: "Der schlimmste Einschlag, den ich in der Formel 1 je erlebt habe. Selbst Senna war nicht so heftig, der hatte nur Pech." Das Rennen wird zehn Minuten unterbrochen, Safety-Car-Phase. Rettungsleute bergen Kubica vorsichtig aus dem Wrack. Sie bringen ihn ins Medical Center. Keiner weiß, wie es dem Unglücks-Piloten geht.

Die Entwarnung kam noch im Rennen

Um 19.50 Uhr gibt Kubica-Manager Daniel Morelli Entwarnung: "Ich konnte mit Robert sprechen." Er habe überall Schmerzen, vor allem an den Beinen. Eine Stunde vor Mitternacht die Diagnose: Kubica hat eine Gehirnerschütterung und eine Knöchelprellung. Klar ist: Kubicas Lebensretter war das "HANS"-System. Der "Hals-und-Nacken-Schutz" ist eine Bügel-Verbindung zwischen Helm und Schultern. Sie stabilisiert beim Aufprall den Nacken, verhindert im schlimmsten Fall – wie gestern – einen Genickbruch. Um 20.28 Uhr wird Kubica in eine Klinik in die Stadt geflogen. Es ist ein Wunder, dass ihm offenbar kaum etwas passiert ist. Heute um 14 Uhr deutscher Zeit (9 Uhr Ortszeit) soll er das "Hôpital du Sacré-Coeur" verlassen.

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