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Formel 1: Hülkenberg macht Renault flott

„Bin nur schwer zu schlagen, wenn...“

Nico Hülkenberg will Renault zu (s)einem Top-Team machen. Warum es zwischen den Franzosen und ihm so gut passt, verrät er bei ABMS.
Es ist immer wieder erfrischend, mit jemandem wie Nico Hülkenberg (30) zu reden. Der deutsche Renault-Pilot ist einer, der immer etwas zu sagen hat. Er kommt authentisch rüber, mit einer Mischung aus Frechheit und gesundem Selbstbewusstsein, das man aber nicht mit Arroganz verwechseln darf. Das fing schon vor der offiziellen Presserunde an. Frage: "Na, habt ihr über einen neuen Vertrag bis 2025 geredet?" Hintergrund: Hülkenberg saß zuvor lange mit Renault-Teamchef Cyril Abiteboul zusammen. "Nein", bewies der Emmericher Humor, "bis 2038. Wie alt bin ich dann eigentlich? 58? In diesen Zeiten muss man langfristig denken."

Selbstbewusst: Hülkenberg zeigt 2018 bislang auf

Kein Spaß ist: Abiteboul hat sich mittlerweile als größter Hülkenberg-Fan geäußert hat. Der Deutsche sei einer der besten Formel-1-Piloten der Gegenwart. Der Mann muss es als sein Teamchef schließlich wissen. Hülkenberg freut solch ein Lob zwar, sagt aber auch: "Wichtiger als irgendwelche Quotes in der Presse zu lesen sind die Vier-Augen-Gespräche. Und die passen einfach."
Zu seiner Grundeinstellung gehört immer nach vorne zu schauen. Deshalb war er nach der dritten Frage über seinen Ausfall in Baku auch leicht genervt: "Lasst uns über die Zukunft reden. Baku ist vorbei. Es war zum größten Teil ein Fahrerfehler. Ich habe eine Windböe im falschen Moment erwischt und dann beim Anbremsen das Heck verloren. Leider war an dieser Stelle kein Platz für Irrtümer." Statt mit 20 km/h wie zuvor wehte der Wind plötzlich mit Tempo 50.

Im Pech: In Baku war der 'Hulk' vom Winde verweht

Ziel ist es, in dieser Saison Platz vier zu festigen. "Ich stehe den Aerodynamikern auf den Füßen, mache Druck, dass wir weiterentwickeln. Denn im Mittelfeld geht es extrem eng zu." Das Fahrverhalten des Renaults ist auf den Deutschen zugeschnitten - zumindest wenn es nach seinem Teamkollegen Carlos Sainz geht. Der Spanier erklärte die bisherige 4:0-Qualifying-Niederlage genau damit. Hülkenbergs Konter: "Jeder weiß, dass ich nur sehr schwer zu schlagen bin, wenn ich mich wohl im Auto fühle und meine Leistung abrufen kann."
Fest steht: Er weiß, was er will und wie er es bekommt. Ein weiteres Zeichen dafür, dass er im Reinen mit sich selbst ist: Hülkenberg Antworten kommen sofort ohne langes Nachdenken. "Wer wird Weltmeister 2018?" Antwort: "Sebastian Vettel. Das sagt mir mein Gefühl. Er war schon letztes Jahr nah dran und unglückliche Umstände verhinderten es. In dieser Saison wirkt er noch stärker."

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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