Nico Rosberg & Sebastian Vettel

Formel 1: Im Glutofen von Malaysia

— 24.03.2014

Rosberg & Vettel: Duell in der Hitzehölle

Mit unterschiedlicheren Ausgangspositionen könnten die beiden deutschen F1-Stars Nico Rosberg & Sebastian Vettel kaum nach Malaysia reisen - die Schlacht gegen die Hitze eint beide jedoch.

25 Punkte zu null. Ein Sieg gegen einen Ausfall. Das deutsche Duell Nico Rosberg gegen Sebastian Vettel geht am kommenden Wochenende in Malaysia in die nächste Runde. Und die wird richtig heiß! 34 Grad sind fürs Wochenende angekündigt, dazu eine Luftfeuchtigkeit von über 60 Prozent. Fahrern und Autos droht die große Hitzeschlacht! Mercedes und Red Bull reagieren an den Autos mit größeren Kühlschlitzen. Die Piloten müssen für solche Bedingungen besonders fit sein. Sebastian Vettel zu AUTO BILD MOTORSPORT: „Durch die hohe Luftfeuchtigkeit in Malaysia schwitzt man viel. Und wenn man da nicht aufpasst, kann man schnell dehydrieren. Deshalb muss man sowohl im Cockpit als auch über den Tag verteilt viel trinken.“

Abkühlung gesucht

Die Wetterbedingungen sind in Sepang zumeist extrem - für die Piloten eine harte Probe.

Dabei ist Schwitzen eigentlich ein gutes Zeichen. „Wenn man oft Sport macht“, so Vettel, „temperiert sich der Körper schneller. Das bedeutet aber auch: Bevor man einen roten Kopf kriegt, läuft die Soße runter.“ Vettels kleine Tricks für mehr Kühlung im Cockpit: Vor jeder Ausfahrt erfrischt er sich mit Trockeneis auf dem Schoß. „Beim Fahren ist das schon schwieriger“, erklärt er. „Hand raushalten geht nicht so einfach. Also mache ich meistens das Visier einen Spalt weit auf. Der kleine Luftzug ist schon angenehm.“ Die Gefahr: Die Fahrer merken im Eifer des Gefechts gar nicht, dass sie zu viel Flüssigkeit verlieren. Vettel: „Wir sind konzentriert auf Auto und Strecke und merken meistens erst nach dem Aussteigen, wie nass der Overall ist. Da freut man sich dann auf die kalte Dusche.“

Mit dem Föhn ins Gesicht

War der Vierfach-Weltmeister schon mal am Anschlag? „Vor ein paar Jahren war es in Bahrain mal 40 Grad heiß“, erinnert er sich. „Das war so, als hätte mir eineinhalb Stunden ein Föhn ins Gesicht geblasen. Der Mund war total trocken am Ende und ich war froh, dass ich die Zielflagge gesehen habe.“ Vorteil Rosberg: Der Melbourne-Sieger ist anders als Vettel zwischen den Rennen in Australien und Malaysia in der Hitze geblieben. Sein Körper hat sich bereits akklimatisiert. Doch ohne Grundkondition geht trotzdem nichts. Die holte sich der Mercedes-Star zu Beginn seiner Formel-1-Karriere in der - wie er sie heute immer noch nennt - „Höllenmaschine“. Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve hatte das Gerät einst zusammen mit seinem österreichischen Trainer Erwin Göllner entwickelt.

Puls 180

Belohnung auf dem Podium: Die kühle Sektdusche macht in Malaysia doppelt Spaß.

Rosberg: „Die hat die Kräfte im Cockpit simuliert. An meinem Helm waren Seilzüge angebracht, ich musste am Lenkrad drehen und an meinen Beinen zerrten auch Gewichte. Dann wurde aus der kleinen Plexiglaskabine noch der Sauerstoff entzogen. Rein kamen Hitze und Feuchtigkeit. Das Programm da drinnen dauerte mehr als eine Stunde. Ich war voll am Anschlag mit Puls 180. Eins der härtesten Trainings meines Lebens.“ Rosberg gegen Vettel: Am Wochenende wird das wieder ein heißes Duell. Mit Vorteil beim Silberpfeil-Piloten. Sein Wagen hat in der Hitze von Bahrain bereits drei Renndistanzen überstanden. Vettels Red Bull erst eine - im milde temperierten Melbourne

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Getty Images

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