Formel 1 Autos werden in Flugzeug verladen

Formel 1 im Reisestress

— 20.09.2010

In 60 Tagen um die Welt

Aufbruchstimmung in der Königsklasse. Für die Formel 1 steht eine große Reise in ferne Länder bevor. Für die sichere Reise sorgt unter anderem das Management von Bernie Ecclestone.

Die Formel 1 ist wieder auf Weltreise. Bis zum Finale in Abu Dhabi am 14. November 2010 schicken die Teams fast 700 Tonnen Material um den Globus. Vom englischen Flughafen East Midlands sind vier Jumbos mit der Ausrüstung der in Großbritannien ansässigen Teams gestartet, von München zwei weitere Boeing 747-400 mit dem Gepäck von Ferrari, Toro Rosso, HRT und Sauber. Erste Station: der Singapur International Airport. Von da geht's direkt weiter nach Japan (Nagoya), Südkorea (Seoul), Brasilien (Sao Paulo) und Abu Dhabi. Die Formel 1-Luftfracht wird zentral von Bernie Ecclestones Formel 1-Management organisiert. Acht Reisespezialisten sorgen dafür, dass das wertvolle Gepäck inklusive 24 Chassis und rund 100 Motoren heil am jeweiligen Zielort ankommt. Pro Flug transportiert die FOM die ersten zehn Tonnen eines Teams gratis. Für jede weitere Tonne muss jede Mannschaft 30.000 Euro hinblättern. Macht bei insgesamt rund 30 Tonnen pro Topteam 600.000 Euro Reisekosten allein für die Luftfracht.

Hier finden Sie umfangreiche Informationen zu Mercedes

Auf Listen wird vermerkt ,was und zu welcher Stückzahl verladen wird.

So viel muss auch Mercedes GP an Ecclestones Reisebüro zahlen. Exakt 30 Tonnen verteilt auf acht Paletten hat das Team aus Brackley (GB) verschickt, darunter zwei zusammengebaute und ein in seine Einzelteile zerlegtes Auto. "Die beiden Chassis für Nico und Michael sind natürlich so verpackt, dass ihnen selbst bei Turbulenzen nichts passiert", erklärt Mercedes GP-Logistiker Martin Pople. "Die Nase wurde durch eine Dummy-Nase ersetzt, auch der Heckflügel ist abgenommen worden. Unter dem Auto haben wir einen Spezialunterboden aus Metall befestigt, an den Seiten Rammbügel angebracht und das Ganze mit einer festen Plane abgedeckt." Die acht Mercedes-Motoren werden einzeln in Boxen transportiert. Zusätzlich hat Mercedes GP schon vor Wochen für jeden Grand Prix drei riesige Container als Seefracht auf den Weg gebracht. "Zu jedem der letzten fünf GP schicken wir zwei große und einen kleinen Container auf dem Seeweg", verrät Pople. "Darin sind Boxenausrüstung, Tische, Stühle, Getränke, Papier und Benzin. Dafür ist die Luftfracht einfach zu teuer."

"Die Chassis bleiben bis nach dem letztem Rennen unverändert"

Die Fahrzeuge werden in feste Planen eingepackt, um sie vor Schäden während des Transports zu schützen.

Wichtige Ersatzteile oder Neuentwicklungen liefert DHL nach. Die Chassis aber bleiben bis nach dem letzten Rennen unverändert. "Wir haben sowieso nur drei", so Pople, "ein viertes zu bauen zwölf bis 15 Wochen." Doch nicht nur Autos, Motoren und Boxenausrüstung werden so um die Welt geschickt. Mit Mercedes GP reisen 59 Personen von Rennen zu Rennen. Nach acht Wochen werden sie mehr als 50.000 Flugkilometer zurückgelegt haben. Doch es wird noch schlimmer: Im nächsten Jahr finden mit Singapur, Japan, Korea, Indien, Abu Dhabi und Brasilien erstmals sechs Überseerennen in Folge statt. Das wird neuer Transport-Rekord!

Autor: Bianca Garloff

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.